Riot Games beendet die aktive Entwicklung von 2XKO im Dezember 2026. Nun hat Mitgründer Marc „Tryndamere“ Merrill erklärt, warum das Fighting Game trotz positiver Reaktionen einzelner Spieler nicht weitergeführt wird: Das Projekt war für die nötige Zahl regelmäßiger Spieler zu teuer.
Für ein dauerhaft betreutes Spiel hätte 2XKO laut Merrill hohe Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen Spieler gebraucht. Diese Marke wurde offenbar nicht erreicht. Spieler erhalten zwar alle Inhalte freigeschaltet und Rückerstattungen, neue aktive Entwicklung soll es aber nicht mehr geben.
Ein Fighting Game mit zu hohen laufenden Kosten
Merrill beschreibt 2XKO nicht als Spiel, das niemand mochte. Sein Punkt ist eher: Zustimmung von einem Teil der Community reicht nicht automatisch, wenn ein großes Team ein Live-Spiel langfristig versorgen soll.
Genau das macht die Entscheidung für Fans bitter. Ein Fighting Game kann noch so gute Kämpfe haben, aber für regelmäßige Updates, neue Inhalte und den geplanten kompetitiven Betrieb braucht es dauerhaft viele Leute, die spielen. Laut Merrill war das Verhältnis bei 2XKO nicht mehr passend. Er nennt das Spiel rückblickend zu teuer und das Team zu groß.
Das ist auch für andere Online-Spiele eine wichtige Erinnerung. Nicht jede Fan-Community muss riesig sein. Bei einem Projekt mit hohen Kosten kann eine kleinere, treue Gruppe aber trotzdem zu wenig sein, um jahrelange Betreuung zu finanzieren.
Der Start kam aus Riots Sicht zu spät
Merrill sieht außerdem ein Problem beim Zeitpunkt. Die Idee hinter 2XKO ging ursprünglich auf Rising Thunder zurück. Das Konzept sollte eine einfache Steuerung mit taktischen Kämpfen verbinden und wurde später mit der Welt von League of Legends verknüpft.
Nach der Übernahme von Radiant Entertainment im Jahr 2015 fehlte laut Merrill jedoch lange eine klare Richtung. Wechsel in der Führung und widersprüchliche Vorgaben hätten die Entwicklung gebremst. Die Verantwortung dafür sieht er bei Riot selbst.
Besonders wichtig ist für ihn Street Fighter 6, das im Juni 2023 erschien. Merrill glaubt, 2XKO hätte vorher ein besseres Zeitfenster gehabt, um viele Spieler aus der Fighting-Game-Szene zu erreichen. Als Riot schließlich weitermachte, sei bereits viel Arbeit investiert gewesen und das Spiel war der Community angekündigt worden.
Was nach dem Ende bleibt
Die Aussagen liefern keine einfache Erklärung wie „Das Spiel war schlecht“. Sie zeigen eher, wie schwer es ist, ein Fighting Game als großen Dauerdienst aufzubauen. Selbst ein starkes Team und eine bekannte Marke reichen nicht, wenn Entwicklung zu lange dauert und am Ende sehr viele aktive Spieler nötig sind.
Für 2XKO-Spieler bleibt damit vor allem die Zeit bis Dezember. Die Inhalte sollen vollständig freigeschaltet werden, aber Riots Plan für weitere Betreuung endet. Merrill bittet die Community um Entschuldigung und hofft, dass sie das Spiel trotzdem noch lange spielt.