Microsoft baut seine Xbox-Struktur weiter um: Activision soll künftig die Hauptverantwortung für Halo übernehmen. Dafür entsteht bei Activision ein eigenes Team für die Reihe, das getrennt von der Call of Duty-Sparte arbeitet.
Für Halo-Fans ist das ein großer Wechsel. Die Halo Studios, früher als 343 Industries bekannt, sollen sich mit dem verbliebenen Team künftig um bereits veröffentlichte Spiele und ihre Community kümmern. Das nächste große Halo liegt damit nicht mehr bei ihnen.
Gleichzeitig bestätigte Xbox weitere 268 Stellenstreichungen. Betroffen sind laut einer öffentlichen Mitteilung von Matt Booty vor allem die Halo Studios, andere Xbox-Entwicklerstudios sowie Management- und zentrale Teams.
Activision bekommt eine Xbox-Marke mit viel Geschichte
Dass Activision künftig ein neues Halo entwickelt, ist mehr als nur ein Teamwechsel. Halo gehört seit Jahren zu den wichtigsten Reihen von Xbox. Deshalb wird genau geschaut werden, wie Activision mit dem Master Chief und dem bisherigen Stil der Serie umgeht.
Activision-Präsident Rob Kostich nennt die Aufgabe eine große Verantwortung. Das Ziel sei ein Halo, das dem Erbe der Reihe gerecht werde und trotzdem an dem festhalte, was Fans daran mögen. Konkrete Informationen zum neuen Spiel, etwa zu Inhalt oder Termin, gibt es aber noch nicht.
Wichtig ist auch: Das neue Team soll nicht einfach Teil der bestehenden Call of Duty-Entwicklung werden. Microsoft plant offenbar eine eigene Gruppe für Halo. Ob dadurch wirklich genug Raum für neue Ideen entsteht, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Für Fans bedeutet es aber zumindest, dass die Reihe nicht nebenbei betreut werden soll.
Xbox bündelt weitere Studios
Die Änderungen betreffen nicht nur Halo. Activision führt künftig auch World’s Edge, das Team hinter Age of Empires, und Rare, bekannt für Sea of Thieves.
Andere Studios werden ebenfalls neu sortiert. Playground Games und Turn 10 kommen in eine gemeinsame Studiostruktur. Obsidian Entertainment wird Bethesda zugeordnet, während King künftig auch Microsoft Casual Games übernimmt.
Microsoft hatte schon im Sommer ungefähr 1.600 Stellen abgebaut und fünf Studios abgegeben. Die nun angekündigten 268 weiteren Kündigungen zeigen, dass der Spar- und Umbaukurs weiterläuft. Für den 6. Oktober ist ein großes internes Meeting geplant, bei dem Xbox über die nächsten Schritte und das kommende Spieleangebot sprechen will.
Für Halo zählt am Ende vor allem, was Activisions neues Team daraus macht. Der Wechsel ist beschlossen, doch wie das nächste Spiel aussieht und wann es gezeigt wird, bleibt offen.