Bei World’s Edge, dem Studio hinter Age of Empires, sind im Zuge einer Umstrukturierung offenbar knapp die Hälfte der Arbeitsplätze weggefallen. Gleichzeitig wurde ein bisher nicht angekündigtes Projekt eingestellt. Für Fans der Strategieserie ist das vor allem deshalb wichtig, weil Microsoft das Studio künftig Activision zuordnet und damit offen ist, wie es mit neuen Age-of-Empires-Spielen weitergeht.
Die Unterstützung bereits veröffentlichter Titel soll nach aktuellem Stand dennoch weiterlaufen. Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied: Age of Empires 2: Definitive Edition und Age of Empires 4 stehen nicht automatisch vor dem Aus. Die langfristige Planung für die Reihe wirkt nach den jüngsten Berichten aber deutlich unsicherer.
Das Team bei World’s Edge wird offenbar stark verkleinert
Berichten von Kotaku und IGN zufolge hat die Umstrukturierung World’s Edge besonders hart getroffen. Demnach verlor knapp die Hälfte der Belegschaft ihren Job.
Zu den Betroffenen gehört auch der frühere Creative Director Adam Isgreen. Er arbeitete 16 Jahre an der Marke und war zuvor an Command & Conquer sowie Star Wars: Empire at War beteiligt. In einem öffentlichen Beitrag schrieb Isgreen, dass seine Zeit bei World’s Edge und Age of Empires gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen ende, obwohl das Team große Pläne für die Zukunft gehabt habe.
Solche Wechsel treffen ein Strategiespiel nicht nur bei der Zahl der Entwickler. Gerade bei einer Reihe mit langer Geschichte steckt viel Wissen im Team: Wie sich Fraktionen voneinander abheben, welche Änderungen die Community akzeptiert und wo neue Ideen das bekannte Spielgefühl verbessern können. Wenn viele erfahrene Leute gleichzeitig gehen, kann das künftige Projekte bremsen, auch wenn die Marke selbst bestehen bleibt.
Das abgesagte Projekt ist der entscheidende offene Punkt
Andrew Martz, zuvor Senior Software Engineer bei World’s Edge, erklärte ebenfalls öffentlich, dass im Zuge des Umbaus das nächste Projekt des Studios abgesagt worden sei. Welches Spiel damit gemeint ist, wurde nicht genannt.
Deshalb lässt sich derzeit nicht bestätigen, dass Age of Empires 5 eingestellt wurde. Es gibt aber einen nachvollziehbaren Grund, warum diese Vermutung so schnell auftaucht: Entwickler hatten zuvor mehrfach angedeutet, dass an einem weiteren Serienteil gearbeitet werde. Das gestrichene Projekt könnte also ein neuer Hauptteil gewesen sein, offiziell bestätigt ist das jedoch nicht.
Für die Reihe ist genau diese Unklarheit die größte Nachricht. Ein abgesagtes, unangekündigtes Projekt bedeutet nicht automatisch das Ende von Age of Empires. Es zeigt aber, dass ein möglicher nächster großer Schritt gerade nicht fest eingeplant wirkt. Fans sollten die Meldung daher weder als bestätigte Absage von Age of Empires 5 lesen noch als normales Studio-Update.
Bestehende Spiele sollen weiter unterstützt werden
Für die aktuellen Teile gibt es zumindest eine klarere Aussage. Die laufende Unterstützung von Age of Empires 2: Definitive Edition und Age of Empires 4 soll weiterhin durch externe Studios erfolgen. Age of Empires 2: Definitive Edition erhielt erst kürzlich die Erweiterung Viking Sagas. Age of Empires 4 ist inzwischen auch für PS5 erhältlich.
Das bedeutet: Wer gerade eine Partie in einem der beiden Spiele plant, muss nicht davon ausgehen, dass Inhalte und Betreuung sofort verschwinden. Neue Erweiterungen, Patches oder weitere große Serienpläne lassen sich daraus aber nicht ableiten.
Microsoft hat World’s Edge unter das Dach von Activision gestellt. Was die verbliebenen Entwickler dort künftig konkret machen, ist nicht bekannt. Für Age of Empires zählt in den nächsten Monaten deshalb weniger die Frage, ob die Reihe noch weiterläuft. Entscheidend wird sein, ob nach dem Verlust eines großen Teils des Teams überhaupt wieder ein neues Projekt sichtbar wird.