Edward Kenway und seine Piratencrew stehen an einem Kartentisch mit Kerze, Totenkopf und Pistole.
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Assassin’s Creed Black Flag Resynced erneuert Kämpfe und Erkundung

Von Sven 5 Min. Lesezeit

Resynced bleibt nah an Edward Kenways Abenteuer. Die Vorschau zeigt aber klare Änderungen bei Parcours, Schleichen, Kämpfen und der Erkundung der Karibik.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced wirkt bisher nicht wie ein Remake, das einfach nur die Grafik austauscht. Die PC-Vorschau zeigt vor allem, dass Ubisoft Singapur an mehreren Stellen am Spielgefühl schraubt: Edward bewegt sich schneller, Schleichwege sollen freier funktionieren, Kämpfe bekommen mehr Druck und die Karibik soll stärker zum Erkunden einladen.

Wichtig ist dabei: Das ist noch kein Test. Die bisher bekannten Eindrücke stammen aus einer rund vierstündigen Vorschauversion. Darin waren frühe Story-Abschnitte, ein kleiner freier Teil der Spielwelt, eine neue Mission rund um Lucy Baldwin und ein späterer Abschnitt mit Unterwasser-Suche sowie einer Seeschlacht an Blackbeards Seite enthalten. Für ein endgültiges Urteil reicht das nicht. Für einen ersten Blick auf die Richtung des Remakes aber schon.

Näher am Original, aber nicht einfach gleich

Beim Aufbau der bekannten Geschichte bleibt Resynced offenbar sehr nah an Assassin’s Creed 4: Black Flag. Der Anfang mit Edward Kenway, dem Schiffbruch und dem Weg nach Havanna folgt weiterhin stark dem bekannten Ablauf. Auch die Mission mit Blackbeard soll fast so funktionieren, wie Fans sie aus dem Original kennen.

Das passt zu dem Ziel, das Game Director Richard Knight für das Team beschrieben hat: Der Kern von Edwards Geschichte soll erhalten bleiben. Spannend wird dadurch nicht, ob Resynced alles neu erzählt. Die interessantere Frage ist, ob sich das alte Abenteuer heute besser spielen lässt, ohne seinen eigenen Charakter zu verlieren.

Genau dort setzt die Vorschau an. Havanna und Nassau sollen mit mehr Details gefüllt sein, das Wasser der Karibik wirkt moderner, und Edwards Bewegungen sehen feiner aus. Das allein wäre aber nur die sichtbare Seite. Für das eigentliche Spielgefühl sind die Änderungen an Parcours, Schleichen und Kämpfen wichtiger.

Bewegung und Schleichen bekommen mehr Kontrolle

Der Parcours wirkt in Resynced schneller als im Original. Edward kann nun auch seitlich oder nach hinten von Wänden abspringen. Das klingt erst wie eine kleine Ergänzung, kann aber beim Klettern viel ändern. Wenn du auf Dächern unterwegs bist oder einen Weg durch Bäume suchst, zählt jeder Sprung, der nicht erst umständlich vorbereitet werden muss.

Ganz perfekt scheint es in der Vorschau noch nicht gewesen zu sein. Edward blieb wohl manchmal an Objekten hängen oder sprang nicht exakt dorthin, wo es geplant war. Gleichzeitig zeigte sich beim Blick auf Entwickler, dass das System mit Übung sehr flüssig aussehen kann. Für ein Remake ist das ein wichtiger Punkt: Schneller ist nur dann besser, wenn die Steuerung dabei sauber bleibt.

Auch beim Schleichen gibt es eine klare Neuerung. Edward kann nun per Knopfdruck in den Schleichmodus gehen, und zwar überall. Im Original war das noch nicht so frei gelöst. In der Vorschau wurde das etwa in Havanna und auf einem Anwesen außerhalb der Stadtmauern genutzt, wo ein Schlüssel besorgt werden musste.

Das Adlerauge kehrt zurück und markiert Zielpersonen farbig. Dazu kommt das überarbeitete Wetter. Bei Sturm behindern Wind und Regen die Sicht der Gegner, wodurch Edward leichter ungesehen bleiben kann. Das ist eine gute Idee, weil Wetter dadurch nicht nur Kulisse ist. Es kann einen Plan verändern oder retten, wenn du gerade durch ein bewachtes Gebiet schleichst.

Kämpfe sollen weniger automatisch laufen

Edward bleibt gefährlich. Zwei Schwerter, vier Pistolen und der Wurfpfeil gehören weiter zu seinem Werkzeug. Der Wurfpfeil kommt im Remake aber früher ins Spiel: schon in Sequenz 3 statt erst in Sequenz 11. Außerdem kann Edward ihn im offenen Kampf einsetzen, um ungeschützte Gegner zu sich zu ziehen. Beim Schleichen sind damit auch Angriffe aus erhöhter Position möglich.

Die größeren Änderungen stecken im Kampfsystem selbst. Das Tempo ist höher, Gegner reagieren darauf, wenn Edward denselben Move zu oft nutzt, und Feinde haben eine Verteidigungsanzeige, die erst gebrochen werden muss. Dazu kommen Tritte, Angriffe am Boden und perfekte Paraden, aus denen sich Finisher-Ketten ergeben können.

Das klingt nach einem Kampfmodell, das den alten Black-Flag-Fluss behalten will, aber weniger stumpf wirken soll. Früher konnte man in Assassin’s Creed oft sehr lange durch Gegnergruppen kommen, wenn man den Rhythmus einmal verstanden hatte. Resynced scheint mehr Druck aufzubauen, ohne Edward schwach zu machen.

Eine offene Baustelle bleibt das Anvisieren. Das Lock-on soll in der Vorschau nicht immer so funktioniert haben, wie es sollte. Gerade bei schnelleren Kämpfen kann so etwas schnell nerven. Wenn mehrere Gegner gleichzeitig Druck machen, muss das Zielsystem zuverlässig sein.

Die Jackdaw bleibt der Mittelpunkt der Karibik

Black Flag lebt stark davon, dass Land und Meer nicht wie zwei getrennte Spiele wirken. Resynced hält daran fest. Die Jackdaw steuert sich laut Vorschau weiter direkt, soll aber genug Gewicht haben, damit sie sich wie ein großes Schiff anfühlt.

Bei den Seegefechten bekommen bekannte Waffen jeweils einen zweiten Feuermodus. Dadurch sollen Gefechte mehr Möglichkeiten bieten, ohne das Grundprinzip komplett umzubauen. Gerade auf See ist das sinnvoll, weil kleine taktische Entscheidungen dort viel ausmachen: Abstand halten, den richtigen Winkel suchen, im Sturm nicht die Kontrolle verlieren.

Auch die Erkundung wird ausgebaut. Ubisoft Singapur verspricht neue Inseln und Geheimnisse. Ladezeiten sollen entfallen, und Tauchen ist nicht mehr nur an festen Punkten möglich. Du kannst also überall unter Wasser gehen und das auch nutzen, um feindliche Schiffe zu infiltrieren.

Das ist vielleicht eine der stärksten Ideen des Remakes. Wenn die Karibik freier funktioniert, passt das sehr gut zu Black Flag. Das Spiel war immer dann am besten, wenn eine kleine Ablenkung plötzlich zu einer längeren Route, einem Kampf oder einem Fund geführt hat.

Neue Inhalte, aber nicht alles kehrt zurück

Resynced bekommt auch frische Inhalte. Lucy Baldwin ist eine von drei neuen Offizieren, die Edward für seine Crew rekrutieren kann. Insgesamt stellt das Team rund sechs Stunden neues Material in Aussicht, darunter acht neue Endgame-Missionen.

Nicht dabei sind der Multiplayer und die alten DLCs. Das ist für manche Fans sicher schade, macht aber auch klar, worauf sich dieses Remake konzentriert: Edwards Hauptabenteuer, die Jackdaw, neue Aufgaben und ein überarbeitetes Spielgefühl.

Ob diese Mischung über die volle Spielzeit trägt, bleibt die große offene Frage. Die bisherige Vorschau zeigt aber eine ziemlich klare Richtung. Resynced will Black Flag nicht neu erfinden. Es will das Piratenabenteuer schneller, freier und etwas anspruchsvoller machen, ohne Edward Kenways Reise aus den Augen zu verlieren.

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