Eine Person steht in einem dunklen Raum von Saw: Genesis, umgeben von Werkbänken und Schatten.
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Bloober sucht mit neuem Label nach frischen Horrorideen

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Bloober Team gründet Broken Mirror Games für neue Horrorprojekte. Das Label soll kleinen Teams helfen, ohne nur auf bekannte Schockmomente zu setzen.

Bloober Team baut sein Horror-Geschäft aus und startet dafür das Co-Development- und Publishing-Label Broken Mirror Games. Die neue Sparte soll kleinere Entwickler und kreative Köpfe nicht nur finanzieren, sondern bei der Arbeit an eigenständigen Horrorprojekten begleiten.

Geleitet wird Broken Mirror Games von Tymon Smektala. Er war zuvor 13 Jahre bei Techland tätig und prägte dort maßgeblich das Dying-Light-Franchise. Für Bloober ist die Personalie vor allem ein Signal: Das neue Label soll nicht bloß weitere Spiele verwalten, sondern gezielt nach Ideen suchen, die sich vom bekannten Horror-Rezept lösen.

Nicht nur Geld für kleine Teams

Smektala beschreibt Broken Mirror Games als Chance, frühe Projekte mit klarer Handschrift zu entdecken. Ein kleines Team könne an einem noch überschaubaren Spiel arbeiten, aber bereits eine starke eigene Vision zeigen. Genau dort wolle das Label helfen, damit Entwickler wachsen und auf Bloobers Erfahrung mit Horror zurückgreifen können.

Das ist ein anderer Anspruch als ein reines Publishing-Abkommen. Wenn Bloober tatsächlich früh in die Zusammenarbeit einsteigt, kann das für kleinere Studios Zugang zu Wissen und Unterstützung bedeuten, die ihnen allein vielleicht fehlen würden. Gleichzeitig bleibt entscheidend, wie viel Raum die geförderten Teams für ihre eigene Richtung behalten. Gerade ungewöhnliche Horrorideen funktionieren oft deshalb, weil sie nicht wie ein vertrautes Markenprodukt wirken.

Smektala formuliert das Ziel ziemlich offen: Er möchte einen Schöpfer finden, der im besten Fall sogar zum „nächsten Kojima“ werden könnte. Gemeint ist damit offenbar nicht, eine bekannte Person zu kopieren. Gesucht werden Entwickler, deren Spiele eine so eigene Idee haben, dass sie sich aus der Masse abheben.

Horror soll mehr können als Schockmomente

Auch Bloober-Chef Piotr Babieno setzt den Schwerpunkt nicht auf schnelle Schreckmomente. Für ihn gehören zu starken Horrorgeschichten Themen, die mit Ängsten in der Gesellschaft verbunden sind. Das Label will deshalb offenbar Projekte finden, die Horror aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen.

Das ist wichtig, weil der Begriff Horror sehr viel abdecken kann. Ein Spiel kann Spannung über eine bedrohliche Umgebung erzeugen, über unangenehme Entscheidungen oder über eine Geschichte, die ein bestimmtes Unbehagen lange stehen lässt. Broken Mirror Games sucht laut Smektala nach einer neuen Herangehensweise, die dem Genre weitere Facetten gibt. Ob daraus wirklich besondere Spiele entstehen, lässt sich natürlich noch nicht sagen. Die Absicht geht aber über die Suche nach möglichst vielen Jumpscares klar hinaus.

Für Spieler ist das vor allem dann interessant, wenn das Label auch kleineren Projekten eine größere Bühne verschafft. Neue Namen und mutige Konzepte sind im Horrorbereich oft genau die Spiele, die man vorher nicht auf dem Zettel hatte.

Fünf Projekte sind bereits in Arbeit

Broken Mirror Games arbeitet laut den Angaben derzeit an fünf Projekten. Dazu zählen das asymmetrische Mehrspieler-Spiel Saw: Genesis sowie Onyx: The Dark Grip, das exklusiv für Switch 2 erscheinen soll. Beide Titel zeigen zumindest, dass das Label nicht nur auf einen einzigen Horrortyp setzt: Ein Multiplayer-Spiel verfolgt andere Ziele als ein offenbar stärker auf Atmosphäre ausgerichtetes Einzelprojekt.

Parallel bleibt Bloober Team selbst weiter beschäftigt. Das Studio arbeitet für Konami an einem Remake des ersten Silent Hill und entwickelt gemeinsam mit Paramount Games Star Trek: Shadow Frontier, das Psychohorror in das Science-Fiction-Universum bringen soll.

Broken Mirror Games ist damit noch keine Garantie für den nächsten großen Horrorhit. Die Richtung ist aber klar: Bloober Team will seinen Einfluss nicht allein über eigene Produktionen ausbauen, sondern auch über Entwickler, die dem Genre neue Ideen geben können. Gerade die ersten fünf Projekte werden zeigen müssen, ob aus diesem Plan ein Label mit einer erkennbaren eigenen Auswahl wird.

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