Ein Mann mit lockigem Haar und Sonnenbrille spricht vor einem unscharfen grünen Hintergrund.
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Bobby Kotick wechselt in den Verwaltungsrat von Skydance

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Bobby Kotick bekommt nach Activision Blizzard eine neue Aufgabe. Bei Skydance soll seine Erfahrung mit großen Marken und Konzernführung in den Verwaltungsrat einfließen.

Bobby Kotick übernimmt nach seinem Abschied bei Activision Blizzard eine neue Aufgabe in der Unterhaltungsbranche. Der frühere Activision-Chef zieht in den Verwaltungsrat von Skydance ein. Der Medienkonzern tritt unter diesem Namen auf, seit Paramount die Übernahme von Warner Bros. Discovery abgeschlossen hat.

Die Personalie ist vor allem deshalb für die Spielebranche interessant, weil Skydance damit gezielt einen Manager mit jahrzehntelanger Erfahrung im Aufbau großer Marken holt. Kotick bekommt allerdings keinen neuen Chefposten im Tagesgeschäft. Als Mitglied des Verwaltungsrats wird seine Rolle eine andere sein: Das Gremium begleitet die grundsätzliche Ausrichtung des Konzerns und kontrolliert dessen Führung.

Skydance setzt auf Erfahrung mit großen Marken

Skydance-Chef David Ellison begründet die Berufung mit Koticks langer Arbeit bei Activision. Er hebt hervor, dass Kotick ein weltweit tätiges Unterhaltungsunternehmen über drei Jahrzehnte geführt und langlebige Marken aufgebaut habe. Auch seine Erfahrung mit großen strategischen Entscheidungen und Investitionen sei für Skydance wichtig, während der Konzern seine Geschäftsbereiche zusammenführt.

Damit wird deutlich, worum es Skydance bei der Wahl geht. Kotick kennt nicht nur einzelne Spieleproduktionen, sondern vor allem die wirtschaftliche Führung eines internationalen Unternehmens mit bekannten Reihen und einer großen Fangemeinschaft. Genau dieses Wissen kann für einen Medienkonzern interessant sein, der nach einer umfangreichen Übernahme zahlreiche Bereiche miteinander verbinden muss.

Was daraus konkret für Spiele oder einzelne Marken folgt, ist derzeit jedoch offen. Aus der Berufung in den Verwaltungsrat geht weder eine neue Spielestrategie noch ein bestimmtes Projekt hervor. Die Nachricht zeigt zunächst nur, dass Erfahrungen aus der Spielebranche auf der höchsten Kontrollebene des zusammengeführten Unternehmens gefragt sind.

Koticks Activision-Zeit bleibt Teil der Personalie

Kotick leitete Activision insgesamt 32 Jahre. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Publisher der Spielebranche. Seine Amtszeit endete nach dem Abschluss der Übernahme von Activision Blizzard King durch Microsoft. Der Kauf hatte einen Umfang von 69 Milliarden US-Dollar.

Seine lange Laufbahn bestand allerdings nicht allein aus wirtschaftlichem Wachstum. Ab 2021 stand Kotick im Zusammenhang mit einer Klage des Bundesstaats Kalifornien und der kritisierten Arbeitsplatzkultur bei Activision Blizzard selbst in der Kritik. Diese Vorgeschichte verschwindet mit dem Wechsel zu Skydance nicht. Sie gehört zu der Frage, wie seine Berufung von Beschäftigten und Spielern aufgenommen wird.

Skydance bewertet bei der Besetzung offenbar vor allem Koticks Erfahrung mit Konzernführung, Investitionen und langfristig genutzten Unterhaltungsmarken. Ob und wie stark er die Richtung des Unternehmens tatsächlich beeinflussen wird, lässt sich anhand der bisher bekannten Angaben nicht beurteilen.

Der Verwaltungsrat wird breiter aufgestellt

Kotick ist nicht der einzige bekannte Neuzugang. Auch die Philanthropin Laurene Powell Jobs wird Mitglied des Verwaltungsrats. Der frühere britische Premierminister Tony Blair stößt als Berater zum Konzern. Ellison verweist bei Blair auf dessen politische Führungserfahrung und strategischen Blick.

Der Verwaltungsrat von Skydance umfasst insgesamt 13 Personen. Die neuen Besetzungen erfolgen kurz nach dem Abschluss der Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery. Das US-Justizministerium hatte die Transaktion bereits im Juni ohne Auflagen genehmigt. Eine weitere rechtliche Hürde wurde durch einen Vergleich mit zwölf demokratischen Generalstaatsanwälten beseitigt, den ein Richter am 30. September billigte.

Für Spieler ist an der Meldung deshalb weniger ein sofortiges neues Produkt spannend als die größere Entwicklung dahinter. Ein langjähriger Chef aus der Spielebranche wechselt in das Kontrollgremium eines breit aufgestellten Medienkonzerns. Das unterstreicht, welchen Wert Erfahrungen mit dauerhaft gepflegten Marken und großen Fangemeinschaften inzwischen auch außerhalb klassischer Spielepublisher haben. Konkrete Folgen für Projekte oder die Ausrichtung einzelner Geschäftsbereiche wurden bislang aber nicht genannt.

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