Ein junger Mann blickt angespannt auf ein Monster mit scharfen Zähnen, das seinen Arm mit einer Klauenhand festhält.
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Dawnwalker: Zeitdruck soll kein Pflichtsystem werden

Von Sven 3 Min. Lesezeit

Der 30-Tage-Loop soll nicht automatisch in jedem möglichen Nachfolger zurückkehren. Rebel Wolves will entscheiden, ob Zeitdruck wirklich zur jeweiligen Geschichte passt.

Die Zeitmechanik von The Blood of Dawnwalker soll kein festes Gesetz für jedes mögliche weitere Spiel werden. Game Director Konrad Tomaszkiewicz sagt, das Team habe noch nicht entschieden, ob ein Nachfolger wieder mit demselben System arbeiten würde. Stattdessen wolle Rebel Wolves prüfen, ob der Zeitdruck zur jeweiligen Geschichte passt.

Das ist vor allem für Spieler wichtig, denen die 30 Tage und 30 Nächte im aktuellen Spiel zu eng vorkommen. Die Mechanik war nie bloß ein Hintergrunddetail: Quests und manche Fähigkeiten lassen die Zeit vergehen, während Coen seine Familie retten will. Damit entscheidet der Zeitablauf auch darüber, welche Wege und Inhalte man in einem Durchgang noch erreichen kann.

Zeitdruck soll zur Geschichte passen

Tomaszkiewicz beschreibt die Zeitmechanik als Mittel, um bestimmten Ereignissen Dringlichkeit zu geben. Sie könne wieder eingesetzt werden, wenn eine Geschichte davon profitiert. Falls sie nicht passe, solle sie aber nicht künstlich eingebaut werden.

Damit bleibt offen, wie ein weiteres Dawnwalker-Spiel genau aussehen würde. Eine Fortsetzung ist noch nicht offiziell angekündigt. Klar ist nur: Das Studio betrachtet den 30-Tage-Loop offenbar nicht als Vorlage, die es einfach unverändert wiederholen muss.

Der Director spricht außerdem von weiteren Ideen, mit denen das Team Rollenspiele künftig anders gestalten möchte. Konkrete Systeme nennt er noch nicht. Für Fans heißt das: Selbst wenn die Reihe weitergeht, muss der nächste große Kniff nicht wieder eine Uhr sein, die ständig mitläuft.

Warum der Timer so viele Diskussionen auslöst

Die Reaktionen auf das aktuelle System bleiben geteilt. Tomaszkiewicz räumt ein, dass es viele Beschwerden gebe. Auf PC gibt es auch eine Modifikation, die den Timer deaktiviert. Wer ohne Zeitlimit spielen möchte, kann das laut dem Director tun.

Rebel Wolves möchte Spieler trotzdem dazu bringen, die ursprüngliche Version erst einmal auszuprobieren. Nach Angaben des Teams ist sie so ausbalanciert, dass man ungefähr 80 Prozent der Inhalte mit aktivem Zeitablauf erleben kann. Vollständigkeit in einem einzigen Durchgang war also offenbar nicht das Ziel.

Tomaszkiewicz verweist dabei auf Rollenspiele mit Entscheidungen und Folgen: Auch dort können einzelne Entscheidungen andere Inhalte ausschließen. Der Zeitdruck macht diese Grenze sichtbarer, weil er direkt im Spielablauf hängt. Das kann spannend sein, wenn man Prioritäten setzen will. Es kann aber auch nerven, wenn man jede Nebenquest und jedes Detail mitnehmen möchte.

Interessant ist, dass die Kritik laut Tomaszkiewicz nach dem Release leiser geworden ist. Viele Spieler hätten nach einem Durchgang gemerkt, dass ihnen mehr Zeit zur Verfügung steht als zunächst gedacht. Ob das alle Skeptiker überzeugt, ist eine andere Frage. Immerhin behandelt Rebel Wolves die Mechanik offenbar nicht als unantastbar. Das vollständige Gespräch mit Eurogamer zeigt: Für mögliche Fortsetzungen will das Team mit dem System weiter experimentieren, statt es einfach zu kopieren.

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