Diablo soll in Diablo 5 wieder im Mittelpunkt stehen. Dass der Schreckensfürst in Diablo 4 bislang nicht auftauchte, war laut Blizzard keine ausgelassene Gelegenheit für eine Erweiterung. Das Team hatte die Geschichte des vierten Teils von Anfang an um Lilith gebaut und wollte Diablo nicht nachträglich in ein kleineres Paket setzen.
Damit erklärt Blizzard zugleich, warum die Rückkehr der Titelfigur direkt mit einem neuen Serienteil verbunden wird. Diablo 5 ist bereits angekündigt und soll 2029 für Konsolen und PC erscheinen.
Warum ein DLC für Diablo nicht gereicht hätte
Senior Art Director John Mueller beschreibt Diablo als besonders anspruchsvolle Figur für die Reihe. Wenn er die Hauptrolle übernimmt, brauche das Spiel eine große Geschichte, in der sich alles um ihn drehen kann. Ein Zusatzinhalt wäre dafür aus Sicht des Teams nicht der richtige Rahmen gewesen.
Das ist für Fans ein wichtiger Unterschied. Es geht offenbar nicht nur darum, einen bekannten Endgegner zurückzubringen. Blizzard will den nächsten Teil von Grund auf so bauen, dass Diablo die Handlung tragen kann. Laut Mueller eröffnete diese Entscheidung auch mehr Möglichkeiten für neue Ideen, weil das Team nicht an das bestehende Grundgerüst von Diablo 4 gebunden sei.
Diablo 4 bleibt dabei nicht einfach ohne Bezug zum Nachfolger. Blizzard sieht den bisherigen Teil als Basis, auf der Diablo 5 weiterarbeiten soll. Der neue Teil soll aber mehr sein als eine fortgesetzte Erweiterungsreihe. Gerade für die Geschichte will das Studio offenbar einen klaren Neustart schaffen.
Blizzard setzt auf eine längere Geschichte
Mueller verweist auch auf die Erweiterung Lord of Hatred. Mit der dortigen Charakterentwicklung sei das Team zufrieden. Für eine emotionale Handlung über ein ganzes Spiel hinweg brauche es laut ihm aber ein neues Fundament. Figuren und ihre Geschichten sollen über längere Zeit wichtig bleiben, statt nur für einen einzelnen Zusatzinhalt aufgebaut zu werden.
Das klingt nach einem ziemlich hohen Anspruch. Diablo 5 soll nicht nur eine Kampagne haben, die zum nächsten Boss führt. Blizzard möchte offenbar stärker zeigen, warum Figuren handeln und was ihre Konflikte für die Welt bedeuten. Ob das am Ende klappt, lässt sich bei einem so weit entfernten Termin natürlich noch nicht sagen. Bestätigt ist bisher vor allem die Richtung, in die das Team gehen will.
Executive Producer Matt Zitterman hat das Ziel noch größer formuliert: Diablo 5 solle die „beste Kampagne aller Zeiten“ bekommen. Im offiziellen Xbox-Podcast erzählt er von einem Zettel an der Tür des Directors, auf dem genau dieser Satz steht. Er sei zu einer wichtigen Vorgabe für die Entwicklung geworden.
Eine Rückkehr mit viel Druck
Für Diablo 5 bedeutet das eine Menge Erwartungen. Diablo selbst fehlte in Diablo 4, obwohl sein Name über der ganzen Reihe steht. Nun wird seine Rückkehr nicht als kurzer Nachtrag geplant, sondern als Kern eines neuen Spiels. Das gibt Blizzard mehr Platz für eine große Geschichte, setzt das Team aber auch unter Druck.
Bis 2029 bleibt viel Zeit, und viele Fragen sind offen. Blizzard hat noch keine Details dazu genannt, wie Diablo 5 genau spielt, welche Figuren zurückkehren oder wie groß die Veränderungen am Grundsystem ausfallen. Klar ist nur: Diablo soll diesmal nicht am Rand stehen. Wenn Blizzard seine eigenen Ziele erfüllen will, muss seine Rückkehr mehr sein als ein bekannter Name auf einem Endkampf.