Das kostenlose Update für Directive 8020 ist da und bringt den angekündigten Online-Koop auf alle Plattformen. Bis zu fünf Personen können die Geschichte nun gemeinsam spielen, auch wenn sie nicht im selben Raum sitzen. Für ein Spiel, das stark von Figuren, Dialogen und folgenreichen Entscheidungen lebt, ist das mehr als nur ein zusätzlicher Modus.
Der lokale Movie-Night-Ansatz der Reihe funktioniert vor allem dann gut, wenn mehrere Leute gemeinsam rätseln, diskutieren und mit den Konsequenzen einer Entscheidung leben müssen. Mit dem Update lässt sich dieses Prinzip jetzt auch über verschiedene Orte hinweg fortsetzen. Dabei geht es nicht darum, gleichzeitig durch dieselben Abschnitte zu laufen. Die Gruppe teilt sich vielmehr die Verantwortung für die Handlung.
Fünf Rollen oder regelmäßig wechselnde Kontrolle
Im Custom-Modus kann jede teilnehmende Person eine der fünf Figuren übernehmen. Sobald diese Figur in der Geschichte aktiv ist, liegt die Steuerung bei der zugehörigen Person. Das macht Entscheidungen persönlicher: Wer eine Figur spielt, muss auch mit den Folgen umgehen, die aus ihren Gesprächen und Handlungen entstehen können.
Wer keine festen Rollen verteilen möchte, kann den Round-Robin-Modus wählen. Dort wandert die Kontrolle in festgelegten Abständen weiter. So bleibt die Gruppe nicht dauerhaft an bestimmte Charaktere gebunden, und alle kommen regelmäßig zum Zug.
Beide Varianten setzen einen etwas anderen Schwerpunkt. Feste Rollen passen eher zu Gruppen, die ihre Figuren bewusst begleiten wollen. Das Rotationsprinzip ist praktischer, wenn niemand vorher festlegen möchte, wer wen übernimmt. Gerade bei einer gemeinsam erlebten Horrorgeschichte kann das verhindern, dass einzelne Personen lange nur zuschauen.
Abstimmen statt einer Person folgen
Wichtige Dialoge und Entscheidungen müssen im Online-Koop nicht allein von der Person an der Steuerung getroffen werden. Mit Choice Voting stimmt die Gruppe darüber ab, wie es weitergehen soll. Dadurch bekommen auch Mitspielende ohne aktuelle Kontrolle eine direkte Aufgabe.
Das ist wichtig, weil Entscheidungen in Directive 8020 den Verlauf der Geschichte beeinflussen können. Eine Abstimmung macht aus einer einzelnen Wahl schnell eine Gruppendiskussion. Vielleicht will eine Person vorsichtig vorgehen, während andere lieber ein Risiko eingehen. Das Ergebnis ist dann nicht unbedingt der Plan eines Spielers, sondern der Kompromiss oder die Mehrheitsentscheidung der ganzen Runde.
Supermassive Games erlaubt dabei unterschiedliche Aufteilungen: Alle fünf können von getrennten Orten teilnehmen, aber auch mehrere Personen können an einem Standort zusammenspielen, während andere zugeschaltet sind. Damit ist der Modus nicht nur für fünf einzelne Haushalte gedacht. Eine kleinere Runde auf der Couch kann ebenso mit Freunden online ergänzt werden.
Vorahnungen geben Diskussionen neues Futter
Das Update ergänzt außerdem 13 Vorahnungen. Diese Sammelobjekte zeigen mögliche spätere Ereignisse und können beeinflussen, wie Spieler kommende Entscheidungen bewerten. Sie liefern also keine einfache Lösung, sondern Hinweise, über deren Bedeutung die Gruppe erst einmal sprechen muss.
Im Online-Koop passt das besonders gut zum Abstimmungssystem. Wenn eine Vorahnung eine bedrohliche Situation andeutet, stellt sich für die Gruppe die Frage, ob sie daraus wirklich die richtige Konsequenz zieht. Solche Hinweise können Diskussionen anheizen, aber sie nehmen die Verantwortung für den weiteren Weg nicht ab.
Zusätzlich gibt es neue Outfits, darunter silberne Raumanzüge im Retro-Stil. Sie verändern die Geschichte nicht, geben den Figuren aber eine weitere optische Auswahl.
Der kostenlose Online-Koop schließt damit eine Lücke, die zum Start von Directive 8020 noch offen war. Wer das Spiel bisher vor allem wegen gemeinsamer Horror-Abende interessant fand, kann seine Entscheidungen jetzt auch mit Freunden außerhalb des eigenen Wohnzimmers teilen. Ob sich Gruppen für feste Rollen oder den Wechselmodus entscheiden, dürfte vor allem davon abhängen, wie viel Kontrolle jede Person über die Geschichte haben möchte.