Nach zehn Jahren bekommt Dragon Ball Xenoverse einen dritten Teil. Dragon Ball Xenoverse 3 hat noch keinen Termin, ist aber für PC, PlayStation 5 und Xbox Series S/X angekündigt. Der gezeigte Ausschnitt macht vor allem eines klar: Diesmal soll es nicht nur darum gehen, den eigenen Avatar mit bekannten Attacken auszustatten. Die neuen Seelenfähigkeiten können mitten im Kampf den ganzen Stil wechseln.
Das ist spannend, weil Xenoverse schon immer stark davon gelebt hat, einen eigenen Dragon-Ball-Kämpfer zu bauen. Teil 3 geht offenbar einen Schritt weiter. Bekannte Figuren wie Vegeta oder Future Trunks sind nicht bloß Vorbilder für einzelne Moves, sondern werden zu einer Art Werkzeugkasten für den selbst erstellten Charakter.
Die eigene Figur bleibt der Mittelpunkt
Die Handlung führt nach West City im Jahr 1.000. Dort hält die Great Saiyan Squad offenbar die Stadt in Ordnung. Über die große Bedrohung und die genaue Geschichte ist noch fast nichts bekannt. Im gezeigten Material startet aber schnell ein Einsatz in den Bergen, wo Gegner für Ärger sorgen.
Für Fans ist wahrscheinlich wichtiger, wie frei der eigene Kämpfer gebaut werden kann. Zur Auswahl stehen sechs Völker: Erdling, Saiyajin, Majin, Cyborg, Namekianer und der Freezer-Clan. Sie sollen den Spielstil beeinflussen.
Dazu kommen über 100 Figuren, deren Seelen genutzt werden können. Wie diese Seelen gesammelt werden, wurde noch nicht erklärt. Aktiviert werden sie bei der Wahrsagerin Gal. Danach geben sie dem Avatar offenbar Fähigkeiten, Angriffe und typische Eigenschaften der jeweiligen Figur. Beschworene Seelen sollen außerdem in West City auftauchen, etwa als Mentoren oder Auftraggeber.
Das könnte für die Spielwelt wichtig werden. Wenn Figuren nicht nur kurz in Zwischensequenzen erscheinen, sondern mit Quests und Training verbunden sind, hätte das System auch außerhalb der Kämpfe einen Zweck. Ob das wirklich tief genug wird oder eher bei kurzen Auftritten bleibt, lässt sich aus der Demo noch nicht sagen.
Drei Seelenfähigkeiten, drei verschiedene Rollen
Im Kampf gibt es drei zentrale Arten, die Seelen einzusetzen. Sie wirken nicht wie kleine Extras, sondern wie Entscheidungen dafür, wie eine schwierige Situation gelöst wird.
Mit Soul Assist ruft der Avatar kurz Unterstützung. Welche Hilfe kommt, hängt von der ausgerüsteten Seele ab. Das kann ein bekannter Angriff oder ein anderer nützlicher Effekt sein. Zwei Einsätze lassen sich speichern, danach laden sie nach einer Abklingzeit wieder auf. Im gezeigten Material half Vegeta aus.
Soul Switch ist deutlich größer. Ist die Anzeige gefüllt, verwandelt sich der eigene Charakter für begrenzte Zeit in die gewählte Dragon-Ball-Figur. Aussehen, Kampfweise sowie Super- und Ultimate-Attacken ändern sich. Dazu werden die Lebenspunkte komplett aufgefüllt und die Werte steigen stark an. Gezeigt wurde ein Wechsel zu Future Trunks (Z). Wichtig ist: Diese Fähigkeit ist nicht an das Volk des eigenen Avatars gebunden.
Die dritte Option heißt Awoken Skill. Hier übernimmt der Avatar keine fremde Figur, sondern verwandelt sich selbst. Welche Form möglich ist, richtet sich nach dem gewählten Volk. Saiyajins können zum Beispiel verschiedene Super-Saiyajin-Stufen nutzen. Anders als bei Soul Switch bleiben die eigenen Attacken erhalten und werden verstärkt.
Interessant ist die Möglichkeit, während einer Verwandlung noch eine weitere Stufe zu zünden, wenn sich die Anzeige erneut füllt. Das regeneriert wieder Lebenspunkte. Zuerst war für diese Fähigkeit offenbar ein Zeitlimit geplant. Nun soll stattdessen Energie die Begrenzung sein. Dadurch wird es wichtiger, diese Ressource nicht einfach sofort für starke Angriffe auszugeben.
Der Kampf bleibt vertraut, die Entscheidungen werden größer
Abseits der Seelenfähigkeiten sieht Xenoverse 3 nach einem sehr bekannten Xenoverse aus. Der Cel-Shading-Stil bleibt erhalten und soll weiterhin wie ein spielbarer Anime wirken. In den Kämpfen geht es mit schnellen Kombos, Flügen und Angriffen gegen Wände zur Sache. Spezialattacken verbrauchen Energie, beim vorgefertigten Charakter war etwa Vegetas Galick Gun verfügbar. Auch Ultimate Attacks lassen sich wieder über Tastenkombinationen einsetzen.
Das ist keine große Überraschung, aber vermutlich genau richtig. Die neuen Fähigkeiten müssen nicht erst ein komplett anderes Kampfsystem tragen. Sie setzen auf etwas auf, das Fans bereits kennen: Gegner durch die Luft jagen, Energie aufbauen und im passenden Moment eine starke Attacke auslösen.
Der Unterschied liegt darin, was zwischen diesen Momenten entschieden wird. Spiele ich weiter meinen eigenen Saiyajin und spare Energie für eine weitere Transformation? Hole ich mir mit Soul Assist eine kurze Hilfe? Oder nutze ich Soul Switch als Rettung, wenn die Lebensleiste leer ist? Wenn diese Optionen gut ausbalanciert sind, könnten selbst bekannte Kämpfe deutlich abwechslungsreicher werden.
Noch offen bleibt vor allem, wie die Geschichte die Seelen erklärt und wie viel Freiheit das System außerhalb einzelner Missionen wirklich zulässt. Die Demo zeigt aber schon, warum Dragon Ball Xenoverse 3 mehr sein könnte als nur ein weiterer Teil mit neuen Figuren: Der eigene Kämpfer soll nicht neben den Serienhelden stehen, sondern ihre Kräfte auf ganz unterschiedliche Weise einsetzen können.