EA Sports FC 27 soll am 25. September 2026 erscheinen. Wer die Ultimate Edition nutzt, soll schon ab dem 18. September loslegen können. Der spannende Punkt ist aber nicht nur das Datum, sondern das Spielgefühl auf dem Platz.
Die Beta zeigt vor allem eine Richtung: weniger automatische Hilfe, mehr Verantwortung bei dir. Das betrifft die Abwehr am stärksten, aber auch Angriffe, Eckbälle und manche Dribblings. Für FC-Fans ist das wichtig, weil genau solche kleinen Änderungen darüber entscheiden, ob sich ein neues Jahr nur wie ein Kader-Update anfühlt oder wirklich anders spielt.
Die Abwehr macht weniger von allein
In EA Sports FC 26 war ein großer Kritikpunkt, dass die computergesteuerte Verteidigung sehr viel Arbeit abgenommen hat. Wer nicht selbst auf den richtigen Verteidiger gewechselt hat, konnte sich trotzdem oft darauf verlassen, dass Mitspieler blocken oder gefährliche Aktionen entschärfen.
In der Beta von EA Sports FC 27 wirkt das im Wettbewerbsmodus anders. Die Abwehrspieler, die du nicht direkt steuerst, halten zwar weiterhin Kontakt zum ballführenden Gegner. Sie lassen aber mehr Abstand, blocken normalerweise keine Schüsse und grätschen nicht einfach von selbst dazwischen.
Das klingt erst mal nach weniger Hilfe. Eigentlich ist es aber der wichtigste Schritt zu mehr Kontrolle. Wenn du schlecht verteidigst, kann das schneller bestraft werden. Wenn du gut wechselst, richtig stehst und selbst attackierst, soll sich das stärker lohnen.
Damit das nicht nur schwerer wird, bekommen selbst gesteuerte Verteidiger mehr Reichweite beim Tackling. Außerdem sollen sie schnelle Angreifer besser verfolgen können. Genau hier muss die fertige Version sauber ausbalanciert sein. Mehr Verantwortung macht nur Spaß, wenn sich deine Eingaben auch klar und fair anfühlen.
Angriffe laufen nicht mehr nur geradeaus
Auch vorne versucht EA Sports FC 27, mehr Entscheidungen in deine Hände zu legen. Mit L1 kannst du Mitspieler weiter in die Tiefe schicken. Neu ist aber, dass sich mit L1 und R1 gebogene Laufwege hinter die Abwehr starten lassen.
Das ist keine riesige neue Idee, die plötzlich alles verändert. Es kann aber Angriffe weniger starr machen. Wenn ein Stürmer nicht nur geradeaus sprintet, entstehen andere Passwinkel. Gerade gegen eng stehende Abwehrreihen kann das wichtig werden.
Gut klingt auch, dass die Laufwege begrenzt wurden. In FC 26 konnte ein Mitspieler nach dem Startsignal einfach lange durchlaufen, auch wenn die Situation längst vorbei war. In FC 27 sollen Spieler abbremsen und sich neu orientieren. Besonders dann, wenn sie sonst ins Abseits laufen würden.
Dazu kommt eine neue Doppelpass-Möglichkeit. Wenn du beim Pass neben X auch L1 und R1 drückst, startet der Passgeber nach der Ballabgabe einen gebogenen Lauf. So kannst du warten, bis der Moment passt, und ihm den Ball zurückspielen. Das dürfte etwas Übung brauchen, kann aber für Spieler cool werden, die gern bewusst Lücken bauen statt nur den schnellsten Steilpass zu suchen.
Bei Steilpässen und Flanken soll es weniger Zielhilfe geben. In der Beta war dieser Unterschied aber wohl nicht so deutlich zu spüren. Ein möglicher Grund: Gespielt werden konnte nur mit sehr starken Teams wie Bayern München, Real Madrid, Manchester City und Paris Saint-Germain. Bei solchen Spielern fällt weniger Hilfe vielleicht nicht sofort auf, weil sie ohnehin starke Passwerte haben.
Ecken werden aktiver und chaotischer
Die spannendste Änderung abseits der normalen Spielzüge sind für mich die neuen Eckbälle. Nach dem Zielen gibt es einen kurzen Moment, in dem du Angreifer im Strafraum steuern kannst. Du kannst also einen Spieler auswählen, Laufwege festlegen oder versuchen, Gegenspieler abzuschirmen.
Erst wenn der Eckball getreten wurde, zeigt eine Bodenmarkierung, wo der Ball landet. Dadurch geht es nicht nur darum, vorher eine Stelle auszuwählen und zu hoffen. Du hast mehr mit den Positionskämpfen im Strafraum zu tun.
Das passt gut zu echten Ecken, weil dort selten alles sauber und ordentlich läuft. Spieler schieben, blocken, lösen sich, verpassen den perfekten Moment. Wenn FC 27 dieses Chaos spielbar macht, ohne dass es unfair wirkt, könnten Standards deutlich interessanter werden.
Beim Dribbling gibt es ebenfalls eine Änderung. Das neue Off-Balance-Dribbling erlaubt es besonders starken Dribblern, nach Kontakt manchmal auf den Beinen zu bleiben und weiter am Ball zu sein. Das soll nicht ständig passieren. Mit Spielern wie Jamal Musiala kann es aber einzelne Szenen geben, in denen sich ein Zweikampf nicht sofort wie verloren anfühlt.
Wo noch Fragen offen sind
Nicht alles klingt schon eindeutig besser. Tore fallen laut Beta-Eindrücken weiterhin oft auf ähnliche Arten. Distanzschüsse führen kaum zu Treffern. Das kann natürlich am Balancing der Beta liegen, trotzdem wäre mehr Abwechslung bei den Toren wichtig.
Bei den Torhütern gibt es dagegen eine interessante Richtung. Sie wirken stellenweise fehleranfälliger. Ein Ball kann ungünstig nach vorne abprallen, wodurch ein Nachschuss möglich wird. Auch ein fast sicher gehaltener Ball kann offenbar mal durchrutschen. Solche Szenen können echter wirken, solange sie nicht zu oft passieren und Matches dadurch zufällig entscheiden.
Der wichtigste offene Punkt sind die Modi. Die Beta-Eindrücke sagen viel über das Gameplay, aber noch nicht darüber, wie sich das ganze Spiel über Wochen anfühlt. Karriere, Ultimate Team und andere Bereiche entscheiden am Ende stark mit, ob FC 27 wirklich lange motiviert.
Als Vorschau bleibt deshalb: EA Sports FC 27 wirkt nicht wie ein kompletter Neustart. Es sieht eher nach einem gezielten Schritt aus. Weniger automatische Abwehr, aktivere Laufwege und neue Ecken geben dir mehr zu tun. Ob daraus wirklich ein besseres Fußballspiel wird, hängt daran, wie sauber diese Systeme in der fertigen Version zusammenpassen.