Die EU-Kommission hat den EU Kids Act vorgestellt. Der Plan würde den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Social-Media- und Gaming-Plattformen nach Altersstufen regeln. Für Spiele wie Fortnite und Roblox wäre vor allem wichtig, welche Konten, Kontakte und Funktionen jüngere Spieler künftig überhaupt noch nutzen dürften.
Beschlossen ist das Gesetz noch nicht. Die Kommission muss sich in den kommenden Monaten erst mit den Mitgliedstaaten einigen. Deshalb können sich wichtige Details noch ändern.
Was für Gaming-Plattformen geplant ist
Der Vorschlag unterscheidet drei Gruppen. Unter 13-Jährige sollen soziale Plattformen grundsätzlich nicht nutzen können. Ausnahmen sind speziell entwickelte Videoangebote für Kinder, deren Konten von Erziehungsberechtigten verwaltet werden müssten.
Für 13- bis 15-Jährige sind Mini-Konten vorgesehen. Sie sollen von Eltern eingerichtet werden, nur altersgerechte Inhalte zeigen und höchstens eine Stunde Nutzung am Tag erlauben. Ab 15 Jahren wäre ein eigenes Konto möglich, aber nur bei Plattformen, die vorher nachweisen, dass sie sicher sind.
Außerdem nennt der Plan Funktionen, die für jüngere Nutzer wegfallen sollen. Dazu gehören personalisierte Empfehlungsfeeds, Endlos-Scrollen, Belohnungsmechanismen und Kontaktmöglichkeiten für Fremde. Auch digitale Begleiter sollen unter die Regeln fallen.
Für Fortnite oder Roblox geht es damit nicht bloß darum, ob ein Spiel gestartet werden darf. Besonders betroffen wären die sozialen und kreativen Bereiche rund um die Spiele. Das kann Chats, das Entdecken neuer Inhalte und den Kontakt zu anderen Spielern verändern.
Kreativität gegen Schutzregeln
Epic-Gründer und -Chef Tim Sweeney kritisiert den Vorschlag deutlich. Er vergleicht heutige Apps und Spiele mit früheren Pinseln und Baumhäusern. Dabei verweist er auf den Kreativmodus von Fortnite und Roblox Studio: Kinder könnten dort selbst Dinge bauen und gestalten.
Der Punkt ist verständlich. Kreativwerkzeuge in Spielen sind für viele Spieler mehr als nur ein Menüpunkt. Sie bauen Karten, probieren Ideen aus und teilen ihre Projekte mit anderen. Wenn Konten und Plattformfunktionen stark eingeschränkt werden, könnte das diese Möglichkeiten begrenzen.
Trotzdem beantwortet das nicht die Frage, wie Kinder vor unerwünschten Kontakten oder Funktionen geschützt werden sollen, die sie lange auf einer Plattform halten. Genau darauf zielt der EU-Vorschlag ab. Sweeneys Kritik kommt außerdem nicht aus neutraler Position: Fortnite wäre bei strengeren Regeln für jüngere Nutzer selbst betroffen.
Altersprüfung bleibt die offene Baustelle
Damit die Altersstufen funktionieren, muss das Alter der Nutzer geprüft werden. Die Kommission nennt dafür eine eigene App zur Altersüberprüfung. Laut Ursula von der Leyen soll sie nur das Alter weitergeben und keine weiteren persönlichen Daten.
Ob das technisch und datenschutzfreundlich klappt, ist eine der wichtigsten offenen Fragen. Kritiker befürchten, dass solche Prüfungen zu viele Daten verlangen könnten oder auch Erwachsenen den freien Zugang erschweren.
Der EU Kids Act der Kommission ist deshalb noch keine neue Fortnite-Regel. Er zeigt aber, worüber in Europa gerade entschieden wird: wie viel Freiheit junge Spieler auf großen Online-Plattformen haben sollen und welche Schutzfunktionen dafür nötig sind.