EU-Flagge sowie ein Ritter mit Schwert und ein Samurai in Rüstung aus For Honor.
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EU prüft In-Game-Käufe in bekannten Spielen

Von Alex 2 Min. Lesezeit

Europäische Behörden prüfen Kaufmodelle in bekannten Spielen. Wichtig sind klare Echtgeldpreise und besserer Schutz vor unfairen Tricks.

Europäische Verbraucherschutzbehörden nehmen die Verkaufswege in mehreren bekannten Spielen genauer unter die Lupe. Im Mittelpunkt stehen virtuelle Währungen, Lootboxen und Kaufaufforderungen. Betroffen sind unter anderem Mojang, Riot Games, Ubisoft, King, Supercell, Crytek, InnoGames und Plarium.

Für Spieler ist vor allem wichtig, worum es bei der Aktion geht: Wer etwas im Spiel kaufen will, soll den Preis in echtem Geld erkennen können. Gerade bei Münzen, Edelsteinen oder Punkten geht das oft verloren, wenn zuerst Pakete gekauft und danach wieder umgerechnet werden müssen.

Was die Behörden von Spielen erwarten

Das europäische Verbraucherschutznetzwerk CPC hat sieben Regeln für fairere Käufe formuliert. Virtuelle Gegenstände und Spielwährungen sollen deutlich bepreist werden. Spieler sollen außerdem nicht gezwungen sein, viel mehr Spielwährung zu kaufen, als sie für einen gewünschten Inhalt benötigen.

Auch Informationen vor dem Kauf, verständliche Nutzungsbedingungen und ein 14-tägiges Widerrufsrecht für nicht verwendete Währung gehören dazu. Besonderen Schutz fordern die Behörden bei Kindern und anderen Menschen, die leichter zu spontanen Käufen verleitet werden können. Die vollständigen Vorgaben stehen im Dokument der Europäischen Kommission.

Kritisch sehen die Behörden zum Beispiel Countdowns, die einen Kauf künstlich dringend aussehen lassen, oder Behauptungen über eine angebliche Knappheit ohne echten Grund. Auch direkte Kaufaufforderungen an Kinder sind Teil der Vorwürfe. Solche Werbung ist nach EU-Verbraucherrecht nicht erlaubt.

Mehrere bekannte Spiele werden geprüft

Für eine weitere Untersuchung hat das CPC unter anderem Minecraft, Valorant, Clash of Clans, Candy Crush Saga, Forge of Empires, Gardenscapes, Hunt: Showdown 1896, Mech Arena und For Honor genannt.

Das bedeutet noch nicht, dass bei jedem dieser Spiele ein Verstoß festgestellt wurde. Die Liste zeigt aber, dass die Behörden konkrete Live-Service-Spiele prüfen wollen und nicht nur allgemein über Geschäftsmodelle sprechen.

Bei Activision Blizzard UK Limited läuft zusätzlich eine eigene Maßnahme. Dabei soll geprüft werden, ob Diablo Immortal und Call of Duty Mobile die europäischen Verbraucherschutzvorgaben einhalten.

Nicht nur Preise stehen auf dem Prüfstand

Die Untersuchung kann deutlich weiter gehen als die Frage, wie viel ein Skin oder eine Kiste kostet. Das CPC nennt auch den Umgang mit persönlichen Daten, Einstellungen für die Kindersicherung, Werbung an Kinder, mögliche Designs mit starkem Sog zum Weiterspielen sowie gesperrte Accounts.

Die Behörden hatten zuvor versucht, mit der Branche zu einer freiwilligen Lösung zu kommen. Laut CPC brachte dieser Austausch kein ausreichendes Ergebnis. Jetzt geht es darum, ob die betroffenen Anbieter ihre Systeme und Informationen so gestalten, dass Spieler nicht mehr Geld oder Zeit ausgeben, als sie eigentlich wollen.

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