Neue Marktdaten aus den USA zeigen: Exklusive Spiele sind immer noch der wichtigste Grund, warum viele Leute überhaupt eine bestimmte Konsole kaufen. In einer Circana-Erhebung aus dem ersten Quartal 2026 nannten 41 Prozent der Befragten exklusive Spiele als Hauptgrund für den Kauf ihrer Konsole.
Knapp dahinter liegt ein Punkt, den fast jeder aus dem eigenen Freundeskreis kennt: 38 Prozent entscheiden sich für die Plattform, auf der auch Freunde oder Familie spielen. Für PS5 und Xbox heißt das ziemlich klar: Spiele, die es nur an einem Ort gibt, sind nicht plötzlich egal geworden. Aber sie lösen auch nicht jedes Problem.
Warum diese Zahl wichtig ist
Exklusive Spiele sind für Konsolenhersteller so etwas wie ein starkes Argument im Regal. Wenn du ein bestimmtes Spiel nur auf einer Plattform bekommst, kann das den Ausschlag geben. Genau das zeigen die 41 Prozent ziemlich deutlich.
Trotzdem ist die Lage nicht so simpel wie: mehr Exklusivtitel gleich mehr Erfolg. Bei Sony konnten große eigene Spiele die Hardware zwar sichtbar antreiben. Als Beispiel wird God of War Ragnarök genannt, das zum Start in Japan für einen deutlichen PS5-Schub sorgte. Auch andere PlayStation-Titel konnten Verkäufe anstoßen.
Im Alltag hängt die PlayStation aber nicht nur an den eigenen Marken. Große Spiele von anderen Publishern und Sportreihen von EA sind für viele Käufer ebenfalls wichtig. Das macht Sonys Entscheidung schwieriger: Exklusivspiele stärken die Marke, aber die Konsole lebt auch stark von Spielen, die nicht nur auf PlayStation erscheinen.
Sony muss beim PC genauer wählen
Spannend ist auch Sonys PC-Strategie. Laut den genannten Einschätzungen laufen Multiplayer- und Online-Spiele wie Helldivers 2 oder Marathon auf dem PC sehr stark und erreichen dort teils mehr Spieler als auf Konsole. Bei Singleplayer-Ports sieht es dagegen schwächer aus, verglichen mit den Konsolenzahlen.
Deshalb steht im Raum, dass Sony bei Singleplayer-Spielen wieder vorsichtiger mit PC-Versionen werden könnte. Das ist aber noch keine bestätigte neue Regel. Es ist eher eine mögliche Richtung, wenn Sony den Wert der eigenen Hardware stärker schützen will.
Die Daten zum Kaufverhalten passen dazu: Auf dem PC geht ein größerer Teil der Ausgaben in Mikrotransaktionen, während Konsolenspieler mehr Geld für Premium-Spiele ausgeben. Für Sony ist das wichtig, weil viele große PlayStation-Spiele genau in diese Premium-Schiene fallen.
Xbox steckt in einer anderen Lage
Bei Microsoft sieht das Problem anders aus. Xbox-Spiele wie Forza Horizon 5 und Sea of Thieves können auf der PS5 finanziell sehr stark sein. Gleichzeitig sind die Verkäufe der Xbox-Series-Konsolen zuletzt weiter gefallen.
Das ist der schwierige Teil: Mehr Plattformen bringen mehr Reichweite und Geld. Aber wenn zu viele starke Xbox-Spiele auch woanders erscheinen, wird die eigene Konsole für manche Spieler weniger wichtig.
Xbox-Chefin Asha Sharma bewertet die Multiplattform-Strategie deshalb neu. Eine Rückkehr zu mehr Exklusivität steht als Möglichkeit im Raum, um die Xbox-Hardware wieder attraktiver zu machen. Bestätigt ist so ein harter Kurswechsel aber nicht.
Für Spieler bleibt die Nachricht trotzdem wichtig. Wenn Sony und Microsoft ihre Strategien ändern, entscheidet das darüber, wo neue große Spiele erscheinen und wie lange andere Plattformen warten müssen. Exklusive Spiele sind also nicht tot. Sie sind nur komplizierter geworden.