Forza Horizon 6 ist nach neuen Schätzungen das umsatzstärkste First-Party-Spiel von Sony und Microsoft unter den Neuveröffentlichungen dieses Jahres. Alinea Analytics rechnet mit rund 8,8 Millionen verkauften Exemplaren und etwa 579,2 Millionen US-Dollar Umsatz. Offizielle Verkaufszahlen liegen dafür nicht vor. Die Rangliste zeigt deshalb vor allem Trends, keine endgültige Bilanz.
Spannend ist weniger nur der erste Platz. An den Zahlen lässt sich sehen, wie stark sich die Einnahmen heute auf verschiedene Plattformen, digitale Stores und Abos verteilen. Ein Spiel kann von sehr vielen Menschen ausprobiert werden und trotzdem seinen Umsatz auf eine andere Weise machen als ein klassischer Vollpreistitel.
Forza Horizon 6 verdient trotz Game Pass viel Geld
Mehr als zehn Millionen Spieler sollen Forza Horizon 6 über den Game Pass gestartet haben. Das bedeutet aber nicht, dass die Verkäufe unwichtig geworden sind. Laut der Schätzung kauften etwa 1,3 Millionen dieser Nutzer ein Upgrade für den Dienst. Das soll ungefähr 82 Millionen US-Dollar eingebracht haben.
Der größte Teil des geschätzten Umsatzes, nämlich 56,7 Prozent, stammt demnach von Xbox-Konsolen und dem PC-Angebot im Microsoft-Umfeld. Für Microsoft ist das ein interessantes Zeichen: Das Abo bringt offenbar Reichweite, während zusätzliche Käufe weiter eine große Rolle spielen.
Noch liegt der neue Teil laut den Berechnungen beim Umsatz hinter Forza Horizon 5 und Gran Turismo 7. Forza Horizon 5 soll plattformübergreifend bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar erreicht haben. Gran Turismo 7 liegt nach der Alinea-Schätzung bei 834 Millionen US-Dollar auf PlayStation-Plattformen. Für Forza Horizon 6 könnte der geplante PS5-Start im nächsten Jahr wichtig werden, wenn das Spiel zu diesen Werten aufschließen soll.
Wolverine und MLB The Show 26 liegen fast gleichauf
Auf Rang zwei folgt Marvel’s Wolverine mit geschätzten 192,9 Millionen US-Dollar Umsatz und rund 2,5 Millionen Verkäufen seit dem Start vor knapp einem Monat. Eine frühere Schätzung von Ampere Analysis kam bis Ende September auf 2,16 Millionen Verkäufe. Die beiden Werte liegen also nicht weit auseinander.
Auch die Spielzeitdaten deuten auf anhaltendes Interesse hin, sofern die Auswertung stimmt: Zwei Drittel der Spieler sollen länger als zehn Stunden gespielt haben. Etwa die Hälfte hat laut Trophäendaten die Hauptgeschichte beendet. Nur zwölf Prozent erreichten die Platin-Trophäe. Auffällig ist außerdem der Anteil physischer Versionen. Alinea rechnet mit 31 Prozent Disc-Verkäufen, während Ampere zuvor auf 35 Prozent kam.
Fast auf derselben Umsatzhöhe liegt MLB The Show 26 mit geschätzten 192,7 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorgänger wäre das im gleichen Zeitraum ein Plus von 23 Prozent. Knapp die Hälfte der Einnahmen soll dabei von Xbox stammen. Als mögliche Erklärung nennt die Auswertung die frühere Game-Pass-Reichweite der Reihe: Viele Spieler könnten nach einem Abo-Einstieg später zum neuen Teil gewechselt sein, obwohl dieser zum Start nicht im Game Pass erschien.
Plattformen werden für die Rangliste immer wichtiger
Die weiteren Plätze machen klar, dass sich ein Blick auf nur eine Konsole kaum noch lohnt. Halo Campaign Evolved soll 46,5 Prozent seines Umsatzes auf PS5 erzielt haben, 41,1 Prozent auf Xbox und 12,2 Prozent auf Steam. Bei Marathon sollen 56,7 Prozent der Verkäufe auf Steam entfallen sein. Marvel Tokon wiederum macht laut den Schätzungen 82 Prozent seines Umsatzes auf PS5.
Für Fans sind solche Zahlen vor allem deshalb interessant, weil sie zeigen, welche Plattformen bei einzelnen Reihen wirklich Geld einbringen. Sie beantworten aber nicht alles. Abo-Spieler, Upgrades, Disc-Verkäufe und digitale Käufe werden sehr unterschiedlich gezählt. Gerade deshalb sollte die Liste von Alinea Analytics als Momentaufnahme gelesen werden.
Die Größenordnung bei Forza Horizon 6 ist dennoch deutlich. Das Rennspiel liegt klar vorne, während Wolverine und MLB The Show 26 praktisch Kopf an Kopf folgen. Ob sich diese Reihenfolge hält, kann erst mit späteren und im besten Fall offiziellen Zahlen sicher beurteilt werden.