Ein maskierter Charakter aus GTA 6 mit gelber Sonnenbrille und rotem Kopftuch zielt mit einer goldenen Pistole in einem Laden auf den Betrachter.
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GTA 6: Cyberleek soll Werbung in Leaks verkaufen

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Cyberleek soll Werbung in künftigen GTA-6-Leaks verkaufen. Die hohe Kontaktgebühr und gesperrte Seiten machen das Angebot besonders fragwürdig.

Die Person oder Gruppe hinter dem Namen Cyberleek will Berichten zufolge Werbeplätze in künftigen GTA-6-Leakvideos verkaufen. Schon die Aufnahme eines Gesprächs soll 400 Monero kosten, umgerechnet etwa 162.000 US-Dollar. Der Betrag wäre ausdrücklich nicht der Preis für einen Clip oder eine Anzeige, sondern nur die Gebühr für eine Antwort. Mehr ist damit nicht zugesagt.

Das Angebot wirkt weniger wie ein klassischer Leak und mehr wie der Versuch, die Aufmerksamkeit darum zu Geld zu machen. Gerade deshalb ist Vorsicht angebracht: Die Cyberleek zugeschriebenen Seiten sind inzwischen weitgehend gesperrt. Vieles lässt sich daher nur schwer unabhängig nachvollziehen.

Geld für den Zugang, nicht für die Werbung

Auf einer zugehörigen Seite soll ein Bereich namens „Secure Contact & Advertising“ eingerichtet worden sein. Dort werden Werbeflächen und maßgeschneiderte Inhalte angeboten. Wer sich melden will, soll zunächst ein Wiederherstellungskennwort für den verschlüsselten Messenger Session sichern und anschließend die Monero-Gebühr zahlen. Eine Antwort innerhalb von 24 Stunden wird versprochen.

Erst danach würden die konkreten Bedingungen im privaten Chat verhandelt. Preise für die eigentliche Werbung oder für die angeforderten Videos nennt Cyberleek nach den vorliegenden Berichten nicht. Ein möglicher Kunde kauft also zunächst keine klar beschriebene Leistung, sondern lediglich die Aussicht auf Kontakt.

Genau das macht die Summe so auffällig. 400 Monero sind kein kleiner Filter gegen neugierige Nachrichten, sondern eine außergewöhnlich hohe Hürde. Ob nach einer Zahlung tatsächlich ein Gespräch oder Material folgt, bleibt völlig offen.

Was in den Clips beworben werden könnte

Als Platzierung ist Werbung direkt in Leakvideos vorgesehen, etwa über Wasserzeichen. Außerdem soll Cyberleek Aufnahmen rund um bestimmte Marken anbieten. Nach Angaben auf der Seite können solche Auftragsvideos auch sexuelle Inhalte enthalten. Glücksspiel und Inhalte für Erwachsene seien ebenfalls als Werbung erlaubt.

Der Auftritt betont zwar, dass es sich nicht um ein Lösegeldangebot an Take-Two oder Rockstar handle. Statt den Publisher zum Zahlen zu bewegen, soll offenbar die Reichweite der geleakten Aufnahmen vermarktet werden. Für Fans bringt das keinen besseren Blick auf GTA 6. Es erhöht eher das Risiko, dass künftige Clips mit fremden Botschaften vermischt werden.

Hinzu kommt ein weiterer Warnhinweis: Im Namen von Cyberleek werden laut den vorliegenden Informationen auch Phishing-Seiten betrieben. Ob ein Angebot, ein Kontaktweg oder ein vermeintlicher Werbeplatz wirklich von derselben Person stammt, lässt sich unter diesen Bedingungen besonders schlecht einschätzen.

Die Leaks laufen parallel zu den Ermittlungen

Die jüngste Leakserie begann laut den Angaben am 18. August 2026. Mindestens sechs Videos wurden veröffentlicht. Gezeigt worden sein sollen Jason beim Basketball, ein Flug über Leonida, Radiosender und ein Fahrzeugdiebstahl. Ein Clip soll außerdem zeigen, wie Jason die Buchstaben „LEEK“ mit einem Gewehr in eine Wand schießt.

Diese Szenen deuten darauf hin, dass Cyberleek Zugriff auf eine spielbare Version haben könnte, statt nur fertige Aufnahmen weiterzugeben. Beweisen lässt sich daraus allein aber nicht, wie weit dieser Zugriff reicht oder wie die Aufnahmen entstanden sind.

Take-Two geht währenddessen rechtlich gegen die Verbreitung vor. Der Publisher stellte DMCA-Anfragen an Microsoft und Discord, um Kontodaten zu erhalten, die zur Identität hinter Cyberleek führen könnten. Die angeforderten Daten sollten bis zum 4. September 2026 vorliegen.

Aufmerksamkeit ist kein verlässlicher Werbeplatz

Selbst wenn die angebotenen Videos echt sind, wäre die Sache für Marken problematisch, weil das Material schnell verschwinden kann, Konten auf Plattformen gesperrt werden können und rechtliche Schritte die Verbreitung jederzeit stoppen könnten. Dazu kommt die offene Frage, ob bezahlte Einblendungen überhaupt dort landen, wo sie versprochen werden.

Für GTA-6-Interessierte bleibt der wichtigste Punkt deshalb schlicht: Die Werbeofferte ist kein offizieller Informationskanal zum Spiel. Sie ist ein kaum überprüfbares Geschäft rund um nicht offiziell verbreitetes Material, das jetzt offenbar selbst zur Ware werden soll.

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