Rockstar Games will Grand Theft Auto 6 laut Studio Director Jennifer Kolbe nicht unter denselben Bedingungen fertiggestellt haben wie Red Dead Redemption 2. Nach der heftigen Kritik an langen Arbeitswochen beim Western habe das Studio seine Planung verändert, mehr Personal eingesetzt und zusätzliche Stunden anders ausgeglichen.
Das ist eine wichtige Aussage kurz vor dem geplanten Konsolenstart am 19. November 2026. Sie bedeutet aber nicht automatisch, dass es bei GTA 6 gar keine Überstunden gab. Kolbe sagt selbst, die Entwicklung sei nicht perfekt gelaufen und einzelne Teams könnten es anders erlebt haben. Der Unterschied soll vor allem darin liegen, dass Rockstar die Belastung früher erkannt und nicht einfach bis zum Ende laufen ließ.
Mehr Planung statt Dauerstress
Bei Red Dead Redemption 2 standen Berichte über monatelange 60-Stunden-Wochen und Arbeit an Abenden oder Wochenenden im Raum. Kolbe erklärt, Rockstar habe schon vor der öffentlichen Debatte gemerkt, dass sich etwas ändern müsse.
Für GTA 6 wurden die zuständigen Teams laut ihr personell verstärkt. Außerdem passte Rockstar Erwartungen daran an, wie schnell bestimmte Aufgaben erledigt werden können. Dazu kamen eine genauere Planung und eine stärkere Kontrolle des Entwicklungsfortschritts.
Wenn Mitarbeiter zusätzliche Stunden arbeiteten, konnten sie dafür bezahlte freie Tage erhalten. Teilweise wurde die Mehrarbeit auch zusätzlich vergütet. Das klingt erst mal nach einem klaren Schritt nach vorn. Gleichzeitig zeigt Kolbes vorsichtige Formulierung, dass solche Regeln nicht in jedem Team genau gleich angekommen sein müssen.
Mehr Details zu den Aussagen der Rockstar-Verantwortlichen stehen im Bericht über die Entstehung von GTA 6.
Homeoffice bleibt ein Streitpunkt
Während Rockstar seine Arbeitsplanung nach eigenen Angaben verbessert hat, sorgt eine andere Regel weiter für Ärger: Seit spätestens 2024 müssen Mitarbeiter fünf Tage pro Woche im Büro arbeiten.
Rockstar begründet das mit Sicherheit. Entwickler können außerhalb des Büros nicht auf die Server und Werkzeuge des Studios zugreifen. Für Beschäftigte, die wegen Kinderbetreuung oder eines Notfalls zu Hause bleiben müssen, kann das laut den geschilderten Fällen bedeuten, Urlaub zu nehmen.
Kolbe sagt, Rockstar wolle die Büroregel nach dem Start von GTA 6 erneut prüfen. Ein Modell mit einigen Tagen Büro und einigen Tagen Homeoffice hält sie aber offenbar nicht für wahrscheinlich. Aus Sicht des Studios ist die Sorge klar: Ein Spiel wie GTA 6 ist ein besonders attraktives Ziel für Leaks und Diebstahl.
Damit bleibt Rockstar bei zwei Themen zwischen Schutz und Arbeitsalltag stehen. Beim Crunch verspricht das Studio deutliche Verbesserungen. Beim Homeoffice ist die Linie bisher viel härter. Für die Mitarbeiter dürfte nach dem Release entscheidend sein, ob Rockstar beide Punkte dann wirklich neu bewertet.