Rockstar Games hat eine oft genannte Zahl zu GTA 6 zurückgewiesen: Mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar soll die Entwicklung laut Jennifer Kolbe nicht gekostet haben. Einen tatsächlichen Betrag hat das Studio aber nicht genannt.
Damit bleibt offen, wie teuer das Spiel wirklich ist. Klar ist nur: Bei Rockstar lief die Entwicklung viel größer und länger als bei einem normalen Großprojekt. Für Fans ist das vor allem deshalb interessant, weil die vielen Jahre Entwicklungszeit und die zwei Verschiebungen nicht einfach nur auf einen riesigen Kartenbereich zurückgehen.
Die teuersten Gerüchte sind nicht bestätigt
Zahlen bis zwei Milliarden US-Dollar machten zuletzt die Runde. Rockstar nennt keine eigene Summe und bestätigt diese Schätzungen nicht. Der Bericht von Bloomberg zur Entstehung von GTA 6 geht trotzdem davon aus, dass Zeitaufwand und Größe des Teams das Spiel wohl zu einem der teuersten Projekte der Branche machen.
Seit Red Dead Redemption 2 erschienen ist, hat Rockstar seine Mitarbeiterzahl deutlich erhöht: von 2.441 auf 4.711 Personen. Sie arbeiten in zwölf Büros. Das zeigt, wie viel Personal inzwischen an einem einzelnen Rockstar-Spiel beteiligt sein kann.
Erst das kleinere Konzept brachte das Spiel voran
Ursprünglich war für das Projekt offenbar ein viel weiter gefasster Plan vorgesehen. Unter dem Namen „Project Americas“ sollte die Spielwelt große Bereiche Nord- und Südamerikas umfassen. Am Ende konzentrierte Rockstar das Spiel auf Vice City und das Umland.
Der Schritt wirkt sinnvoll, wenn man auf den Entwicklungsverlauf schaut. GTA 6 sollte zunächst neben Red Dead Redemption 2 entstehen. Das Western-Spiel band aber die verfügbaren Teams. Laut Co-Entwicklungschef Phil Hooker nahm GTA 6 erst 2022 richtig Form an, nachdem lange viele Teile noch nicht zusammenpassten.
Auch die beiden Verschiebungen hängen laut den Angaben mit der Arbeit am Spiel zusammen. Rockstar kämpfte demnach mit komplizierten Systemen und dem Ziel, eine Stadt mit besonders glaubwürdigen Figuren zu bauen. Für diese computergesteuerten Bewohner gibt es innerhalb des Unternehmens sogar ein spezialisiertes Team.
Rockstar will nach GTA 6 schneller arbeiten
Die lange Entwicklung betrifft nicht nur das Spiel selbst. Nach der Kritik an den Arbeitsbedingungen während Red Dead Redemption 2 wollte Rockstar seine Abläufe verändern. Trotzdem berichteten Beschäftigte später erneut von besonders arbeitsreichen Phasen. Außerdem gilt wegen Sicherheitsvorgaben derzeit eine Büropflicht an fünf Tagen pro Woche. Die Führung will diese Regel nach dem Start des Spiels erneut prüfen.
Für kommende Projekte setzt Rockstar auf die Technik, die für GTA 6 aufgebaut wurde. Engine und interne Werkzeuge sollen spätere Spiele sowie Zusatzinhalte schneller möglich machen. Das nächste große Rockstar-Spiel soll laut Studio nicht wieder acht Jahre benötigen.
Zuerst steht aber der Release von GTA 6 an: Das Spiel erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S. Wie viel es am Ende tatsächlich gekostet hat, bleibt weiterhin Rockstars Geheimnis.