Ein ernstes Paar vor tropischer Stadtkulisse mit Palmen und Sonnenuntergang, die Frau hält eine Pistole.
News

GTA 6: SensorTower sieht PS5 bei Vorbestellungen klar vorn

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Die PS5 führt laut SensorTower bei den frühen GTA-6-Vorbestellungen deutlich. Die Zahlen zeigen auch, warum Umsatzschätzungen noch kein Bild des gesamten Markts liefern.

SensorTower schätzt die bisherigen Vorbestellungen von GTA 6 auf rund 4,38 Millionen Exemplare. Besonders deutlich fällt dabei die Verteilung zwischen den Konsolen aus: 3,38 Millionen sollen auf die PS5 entfallen, knapp eine Million auf Xbox Series X/S. Das entspricht einem geschätzten Anteil von 77 zu 23 Prozent. Diese Zahlen stammen nicht von Take-Two oder Rockstar Games, sondern aus einer Erhebung von SensorTower und decken den Zeitraum vom Start der Vorbestellungen am 25. Juni bis zum 18. August 2026 ab. Gerade deshalb lohnt ein genauer Blick darauf, was sie sagen können und was nicht.

Die PS5 liegt in dieser Momentaufnahme weit voraus

Sollte die Erhebung von SensorTower die tatsächliche Lage treffen, ist der Abstand zwischen den Plattformen auffällig groß. SensorTower ordnet der PS5-Version außerdem geschätzte 331 Millionen US-Dollar Umsatz zu. Für Xbox Series X/S nennt das Unternehmen 98 Millionen US-Dollar. Zusammen wären das 429 Millionen US-Dollar. Für Spielerinnen und Spieler ist das zunächst keine Entscheidungshilfe für eine bestimmte Konsole. Es zeigt aber, wo sich die frühe Nachfrage bündelt. Bei einem Spiel, das für beide Konsolen erscheint, ist ein Verhältnis von mehr als drei Vierteln zu weniger als einem Viertel ein klares Signal für den bisherigen Vorbestellungsmarkt.

Die Erhebung erklärt allerdings nicht, warum sich die Käufer so verteilen. Aussagen über technische Unterschiede oder über die Qualität der beiden Fassungen lassen sich daraus nicht ableiten. Dafür enthält das Material schlicht keine Grundlage.

Frühbesteller kaufen offenbar häufiger die teure Ausgabe

Interessanter als die reine Stückzahl ist, welche Edition diese erste Phase prägt. Karl Kontus, General Manager of Video Game Insights bei SensorTower, führt den hohen Umsatz vor allem darauf zurück, dass derzeit langjährige Fans bestellen. Nach seiner Einschätzung greifen davon knapp 90 Prozent zur Ultimate Edition.

Auch Take-Two-Chef Strauss Zelnick bestätigte bei den aktuellen Geschäftszahlen, dass sich die bisherigen Vorbestellungen stärker auf die Premium-Ausgabe konzentrieren. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Seine Erklärung passt aber zum Bild der Marktforscher: Wer besonders früh bestellt, ist eher bereit, mehr auszugeben.

Das macht die 429 Millionen US-Dollar leichter einzuordnen. Sie stehen nicht nur für viele Reservierungen, sondern offenbar auch für einen ungewöhnlich hohen Anteil der kostspieligeren Edition. Daraus sollte man trotzdem nicht einfach auf die Nachfrage zum Erscheinungstag schließen. Kontus erwartet selbst, dass der Anteil der Ultimate Edition sinkt, sobald weitere Käufer dazukommen.

Die aktuelle Verteilung ist kein Bild des gesamten Markts

Vorbestellungen messen vor allem die entschlossene Kundschaft. Sie erfassen nicht jene, die erst Tests, Videos oder Rückmeldungen nach dem Start abwarten. Ebenso wenig verraten sie, wie viele Menschen später noch eine physische Ausgabe bevorzugen würden.

Zum Start am 19. November 2026 soll GTA 6 nur digital für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Take-Two schloss in einer Investorenkonferenz eine Disc-Version für später nicht aus, bestätigte sie aber auch nicht. Damit fehlt ein Teil des Markts noch vollständig in dieser Momentaufnahme.

Wenn du zwischen den Editionen schwankst, sind die frühen Umsatzschätzungen daher kein Argument für oder gegen eine Fassung. Die Standard Edition kostet im PlayStation Store 79,99 Euro, die Ultimate Edition 99,99 Euro. Letztere enthält zusätzliche Fahrzeuge, Werkstätten, Waffen und Missionen. Ob diese Inhalte den Aufpreis wert sind, hängt vom persönlichen Interesse ab, nicht davon, wie viele Fans in den ersten Wochen zugreifen.

Was die Zahlen bis November noch offenlassen

Die SensorTower-Daten liefern einen frühen Hinweis auf die Größe der Nachfrage und auf den Vorsprung der PS5. Verbindliche Vorbestellungszahlen von Take-Two gibt es weiterhin nicht. Auch die Plattformverteilung kann sich bis November noch verändern.

Entscheidend wird sein, wie die Nachfrage wächst, wenn nicht mehr nur die besonders entschlossenen Fans kaufen. Erst dann zeigt sich, ob die PS5 ihren klaren Vorsprung hält und wie stark sich der Anteil der teuren Ultimate Edition tatsächlich verschiebt.

Weiter im Gespräch

Drei Stimmen. Ein gemeinsamer Spielstand.

REDEN WIR
ÜBER GAMES.

News mit Kontext, Tests mit Haltung und Geschichten aus ganz unterschiedlichen Spielwelten.

Alle Artikel