Take-Two hat seine Suche nach den Personen hinter geleaktem Material zu GTA 6 offenbar neu ausgerichtet. Der Publisher beantragt eine weitere Vorladung gegen Discord, diesmal aber gezielter und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gleichzeitig wurde eine frühere Anfrage an Google und YouTube zurückgezogen.
Das ist vor allem deshalb interessant, weil Take-Two selbst von Ermittlungen spricht, die sich durch neue Informationen schnell verändert hätten. Eine Festnahme oder Anklage ist damit aber nicht bestätigt.
Discord-Anfrage soll nicht öffentlich werden
Nach den vorliegenden Gerichtsunterlagen richtet sich der neue Antrag nicht mehr breit gegen ganze Discord-Server mit vielen Mitgliedern. Stattdessen stehen ein bereits identifizierter Account und eine weitere Person im Mittelpunkt.
Take-Two möchte außerdem verhindern, dass die Unterlagen öffentlich einsehbar sind. Laut Antrag könnten die betroffenen Personen sonst erfahren, welche Spuren verfolgt werden und welche Informationen bereits vorliegen. Der Publisher befürchtet, dass mögliche Beweise gelöscht oder die Verantwortlichen gewarnt werden könnten.
Für Fans ist das ein deutlicher Unterschied zur ersten Discord-Anfrage. Die war viel weiter gefasst und hätte auch Daten zahlreicher unbeteiligter Nutzer betreffen können. Der neue Schritt wirkt kleiner und genauer, auch wenn aus den Unterlagen nicht hervorgeht, welche Daten Take-Two bereits erhalten hat.
YouTube ist offenbar nicht mehr der wichtigste Weg
Die Vorladung gegen Google und YouTube hatte auf Daten von drei Nutzern gezielt, die mit einem geleakten Video in Verbindung standen. Take-Two hat diesen Antrag nun ersatzlos zurückgezogen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die Suche beendet ist oder jemand gefunden wurde. Der Publisher erklärt nur, dass die speziell für dieses Verfahren angeforderten Informationen wegen neuer Entwicklungen nicht mehr gebraucht würden.
Genau das macht den Wechsel spannend: Während die YouTube-Spur nicht weiterverfolgt wird, soll Discord vertraulich Daten liefern. Take-Two könnte also andere Hinweise als wichtiger einschätzen als die Informationen hinter den drei YouTube-Konten. Sicher ist das aber erst, wenn es eine offizielle Mitteilung zu Ergebnissen der Untersuchung gibt.
Was GTA-6-Fans daraus mitnehmen können
Vor dem ausführlichen Extended Look waren bereits Gameplay-Szenen zu GTA 6 im Netz aufgetaucht. Take-Two geht deshalb rechtlich gegen die Verbreitung und die mutmaßlich verantwortlichen Personen vor.
Für das Spiel selbst ändert der aktuelle Gerichtsweg zunächst nichts. GTA 6 soll laut den vorliegenden Angaben am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Die neuen Anträge zeigen aber, dass Take-Two die Sache weiter aktiv verfolgt und seine Strategie an neue Hinweise anpasst.