Ein Mann fährt ein Dirtbike durch eine sonnige Stadt, während eine Frau hinter ihm mit einer Pistole auf ein Polizeiauto und einen Helikopter zielt.
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GTA 6: Warum die neue Fahrphysik mehr als Autofahren verändert

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

GTA 6 soll Autos wieder mehr Gewicht geben, ohne die Steuerung unnötig schwer zu machen. Ein neuer Rundkurs zeigt außerdem, dass Rockstar Rennen größer aufziehen will.

Rockstar North will das Fahren in GTA 6 nicht einfach realistischer oder leichter machen. Stattdessen soll die neue Fahrzeugphysik zwei Eigenschaften verbinden, die Fans der Reihe oft unterschiedlich bewerten: das spürbare Gewicht aus GTA 4 und die direkte Steuerung aus GTA 5. Das erklärte Rob Nelson, Co-Leiter von Rockstar North, in einem Gespräch beim Vorschau-Event zum Spiel.

Für GTA 6 ist das mehr als ein Detail für Autofans. Fahrzeuge gehören in der offenen Welt zu fast jeder Flucht, Verfolgung und Fahrt durch die Spielwelt. Wenn Gewicht, Reifen und Lenkung stärker ineinandergreifen, kann sich auch eine hektische Polizeijagd anders anfühlen als bisher.

Gewicht soll nicht träge bedeuten

Nelson beschreibt das Ziel ziemlich klar: Fahrzeuge sollen Masse haben, aber trotzdem gut kontrollierbar bleiben. Gemeint ist also nicht, dass jedes Auto langsam reagiert oder Kurven zur Geduldsprobe werden. Rockstar möchte offenbar vermeiden, dass ein glaubwürdigeres Fahrgefühl den schnellen Zugriff verliert, den viele Spieler aus GTA 5 kennen.

Dafür wurde die Technik laut Nelson von Grund auf für die aktuelle Hardware entwickelt. Das Team kann Antriebsstrang, Reifen, Fahrwerk und Lenkung genauer abstimmen. Diese Bereiche bestimmen zusammen, wie ein Fahrzeug beschleunigt, einlenkt und auf den Untergrund reagiert. Entscheidend wird sein, ob diese Feinabstimmung nicht nur bei ruhigen Fahrten auffällt, sondern gerade dann funktioniert, wenn die Straße eng wird und mehrere Dinge gleichzeitig passieren.

Das gezeigte Gameplay gibt einen ersten Hinweis darauf. Zerschossene Reifen können ein Fahrzeug ins Schleudern bringen. Es kann kippen und sich mehrfach überschlagen, bevor es liegen bleibt. Solche Situationen sollen nicht bloß spektakulär aussehen. Sie können Fluchten auch weniger berechenbar machen: Wer mit beschädigtem Wagen weiterfährt, muss offenbar mit deutlich weniger Kontrolle rechnen.

Auch das Tempo wirkte im gezeigten Material stärker spürbar. Das passt zu Rockstars Plan, die Fahrzeuge nicht nur schwerer wirken zu lassen, sondern ihr Verhalten bei hohem Tempo klarer zu vermitteln. Für Spieler ist das wichtig, weil Geschwindigkeit dann nicht allein eine Zahl auf dem Tacho bleibt. Schnelle Fahrten können mehr Konzentration verlangen, ohne dass GTA 6 deshalb zu einer strengen Rennsimulation werden muss.

Rennen bekommen einen festen Ort

Die überarbeitete Physik soll nicht nur bei Fahrten durch die Spielwelt oder bei Verfolgungen zum Einsatz kommen. GTA 6 bietet Straßenrennen und Geländerennen, dazu kommt erstmals ein fest angelegter Rundkurs nahe Port Gellhorn.

Dort sind reguläre Rennen mit mehreren Fahrzeugen, mehreren Runden, Zeitmessung und Positionsanzeige vorgesehen. Auf der Minikarte werden Konkurrenten angezeigt, während auf der Strecke um Positionen gefahren wird. Das klingt nach einem klareren Rennformat als einer kurzen Fahrt von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt.

Gerade an einem Rundkurs kann Rockstar zeigen, was die neue Fahrzeugphysik wirklich bringt. Bei einem Rennen über mehrere Runden zählen Bremswege, saubere Kurven und die Kontrolle nach kleinen Berührungen viel stärker als bei einer einzelnen Flucht durch den Verkehr. Wenn die Wagen ihr Gewicht spürbar verlagern, kann das Positionskämpfe interessanter machen. Wenn die Steuerung gleichzeitig verständlich bleibt, müssen sich auch Spieler ohne Rennspiel-Erfahrung nicht ausgeschlossen fühlen.

Was vor dem Start noch offen ist

GTA 6 soll am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Eine PC-Version ist laut Take-Two Interactive geplant, hat aber noch keinen Termin. Berichte, wonach gestiegene Konsolenpreise den PC-Start möglicherweise vorziehen könnten, sind nicht bestätigt.

Die Aussagen von Rockstar North beschreiben vor allem die Richtung, nicht jede Grenze des Systems. Wie stark sich einzelne Fahrzeugtypen unterscheiden, wie Rennen in die offene Welt eingebunden sind und wie konsequent beschädigte Reifen eine Verfolgung verändern, muss das fertige Spiel zeigen. Klar ist aber schon: Rockstar behandelt das Fahren diesmal nicht nur als Mittel, um schnell zum nächsten Einsatz zu kommen. Es soll ein System sein, das bei entspannten Touren, Rennen und chaotischen Fluchten jeweils anders trägt.

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