Activision übernimmt künftig die Verantwortung für Halo. Wie das nächste Spiel aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Frank O’Connor, früher lange für die kreative Ausrichtung der Reihe zuständig, hat aber beschrieben, vor welcher Entscheidung das Team jetzt steht: Halo könnte zu seinen Wurzeln zurückgehen, sich deutlich verändern oder stärker nach dem Modell von Call of Duty aufgebaut werden.
Das ist mehr als eine Frage nach Waffen und Karten. Jede Richtung würde beeinflussen, wie sich Multiplayer, Fortschritt und die Rolle des Master Chief anfühlen.
Drei Wege, aber kein einfacher davon
O’Connor hält einen klassischen Halo-Ansatz für möglich. Gemeint ist ein Ego-Shooter, der sich wieder stark auf die bekannte Bewegung, die offene Sandbox mit ihren Waffen und Fahrzeugen sowie das Zusammenspiel im Multiplayer konzentriert. Gerade dort zählt eine große Spielerschaft besonders viel, weil mehr aktive Leute bessere Chancen auf abwechslungsreiche Partien bedeuten.
Die zweite Möglichkeit wäre ein Neustart mit mehr Abstand zu den bisherigen Spielen. O’Connor nennt dabei nicht nur einen neuen Shooter-Ansatz, sondern sogar ein Action-Rollenspiel als denkbare Richtung. Wichtig wäre dann, dass die Geschichte und das Halo-Universum den Wechsel tragen. Für Fans wäre das wohl die spannendste, aber auch riskanteste Variante: Ein neues Spiel könnte frische Ideen bringen, müsste aber trotzdem noch nach Halo wirken.
Als dritte Option sieht er eine stärkere Annäherung an Activisions bekannte Arbeitsweise. Halo könnte dabei mit festen Fortschrittssystemen, regelmäßigen Inhalten und einem jährlichen oder zweijährlichen großen Release geplant werden. Das wäre kein bestätigter Plan von Activision, sondern O’Connors Einschätzung, welche Wege offenstehen.
Die Sandbox soll bleiben
Bei allen Möglichkeiten warnt O’Connor davor, einen wichtigen Teil der Reihe wegzuwerfen: die Sandbox. Halo lebt nicht nur davon, möglichst genau zu zielen. Waffen, Fahrzeuge, Fähigkeiten und Karten sorgen zusammen oft für die Momente, in denen ein Match plötzlich kippt oder ein verrückter Plan doch klappt.
Wenn Activision Halo verändert, sollte dieser Teil deshalb nicht einfach einem vertrauteren Shooter-Modell weichen. Gerade hier kann die Reihe etwas Eigenes behalten, auch wenn Fortschritt und regelmäßige Updates anders organisiert werden.
O’Connor rät außerdem, das Projekt nicht an den Start neuer Hardware oder Dienste zu ketten. Stattdessen solle das Team genügend Zeit bekommen und auch erfahrene Leute aus Bungie, den Halo Studios sowie entlassene Entwicklerinnen und Entwickler berücksichtigen.
Für Fans zählt jetzt die Richtung
Activision-Chef Rob Kostich hat das Ziel formuliert, das beste Halo-Spiel der Reihe zu machen. Konkrete Details zu Team, Spielweise oder Termin gibt es aber noch nicht. Berichte über eine mögliche Rückkehr des Master Chief frühestens 2030 bleiben bislang unbestätigt.
Die wichtigste Frage ist deshalb noch offen: Will Activision Halo vor allem vertrauter und größer machen, oder traut sich das Team an einen echten Neuanfang? Beide Wege könnten funktionieren. Entscheidend wird sein, ob Halo dabei seine eigenen Stärken behält.