Für Hideki Kamiya ist die Frage nach Disc oder Download nicht der entscheidende Punkt. Der Entwickler kauft nach eigener Aussage inzwischen ausschließlich digitale Spiele. Wichtiger ist für ihn, dass ältere Titel auch dann noch spielbar bleiben, wenn Konsolen, Hardware und Stores sich verändern.
Damit trifft er einen Punkt, der im Streit über physische Sammlungen oft untergeht: Ein Spiel kann digital bequem verfügbar sein und trotzdem später verschwinden. Umgekehrt hilft auch eine alte Disc nicht immer weiter, wenn aktuelle Geräte sie nicht mehr unterstützen.
Verfügbarkeit ist mehr als ein Store-Eintrag
Kamiya sieht die Rechteinhaber in der Pflicht. Sie müssten dafür sorgen, dass ihre Spiele für kommende Generationen erreichbar bleiben. Ob das über Neuauflagen, Sammlungen oder andere digitale Wege passiert, stellt er dabei nicht in den Vordergrund.
Das ist wichtig, weil viele Klassiker auf moderner Hardware nicht ohne Weiteres laufen. Für Spieler geht es dann nicht nur darum, eine bestimmte Version zu besitzen. Sie müssen sie auch starten können. Wenn ein Titel nie auf neue Systeme kommt, kann er trotz seiner Bedeutung für die Spielgeschichte immer schwerer zugänglich werden.
Als positives Beispiel nennt Kamiya die Arcade-Archives-Reihe von Hamster Corporation. Dort werden ältere Automatenspiele auf aktuelle Plattformen gebracht. Kamiya besitzt selbst mehr als 200 Arcade-Boards, nutzt diese Neuveröffentlichungen aber trotzdem gern. Sie sparen den Aufbau der Originalhardware und machen die Spiele direkt nutzbar.
Sammlungen bleiben trotzdem etwas Eigenes
Kento Koyama, Mitgründer von Clovers, ist beim möglichen Ende physischer Spiele weniger eindeutig. Er kann nachvollziehen, warum Discs aus geschäftlicher Sicht verschwinden könnten, kauft inzwischen auch mehr digital und greift bei besonderen Spielen dennoch zur physischen Ausgabe.
Seine Sammlung mit älteren Konsolen und dicht gefüllten Regalen zeigt, worum es dabei für viele Fans geht: Nicht jedes Spiel ist nur ein Symbol auf einer Downloadliste. Hüllen, Rücken und Geräte können Erinnerungen wecken, selbst wenn gerade gar nicht gespielt wird.
Der praktische Nutzen digitaler Spiele und die Freude an einer Sammlung schließen sich also nicht aus. Kamiyas Argument geht noch einen Schritt weiter: Egal, wie Spiele verkauft werden, sie dürfen nicht einfach verloren gehen. Für alte Arcade-Titel genauso wie für spätere Konsolenspiele bleibt entscheidend, ob Publisher sie auch auf neuen Systemen verfügbar machen.