Hideo Kojima mit Brille und Bart vor einem dunklen Hintergrund mit dem Logo von Kojima Productions.
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Kojima kritisiert DLSS 5: Technik soll den Stil nicht ändern

Von Alex 2 Min. Lesezeit

Hideo Kojima kritisiert DLSS 5 nicht grundsätzlich. Ihn stört vor allem, wenn die Technik kreative Entscheidungen in Spielen sichtbar verändert.

Nvidias DLSS 5 soll Spielszenen in Echtzeit mit einer fotorealistischeren Beleuchtung und detaillierteren Materialien erweitern. Hideo Kojima sieht darin aber nicht nur eine Grafikfunktion. Der Designer kritisiert vor allem, dass solche Technik Entscheidungen verändern kann, die Entwickler bewusst getroffen haben.

In einer neuen Folge seines Podcasts sprach Kojima über seine gemischten Gefühle gegenüber dem Verfahren. Besonders wichtig ist ihm dabei die Kontrolle: Wenn ein System selbstständig in ein fertiges Bild eingreift, versteht es laut Kojima nicht automatisch, warum Licht, Farben oder Figuren ursprünglich genau so gestaltet wurden.

Wenn bessere Grafik das Bild verändert

DLSS 5 nutzt laut Nvidia ein neuronales Rendering-Modell. Die Diskussion darum wurde schnell größer, weil Direktvergleiche mit Spielen wie Resident Evil: Requiem deutliche Änderungen an Gesichtern und Charaktermodellen zeigten. Death Stranding 2: On the Beach gehörte ebenfalls zu den Spielen, die in dieser Debatte auftauchten.

Genau hier liegt Kojimas Kritik. Mehr Details sind für ihn nicht automatisch eine Verbesserung, wenn dadurch die Bildstimmung eines Spiels anders wirkt. Eine bestimmte Beleuchtung entsteht schließlich nicht zufällig. Sie kann festlegen, wie eine Szene aussieht und was sie beim Spieler auslösen soll.

Die vorhandenen Vergleiche zeigen Beispiele, keine Aussage über jede Szene oder jedes Spiel. Trotzdem machen sie klar, warum das Thema für Spieler wichtig ist: Die Technik kann nicht nur schärfere Kanten oder mehr Materialdetails liefern, sondern sichtbar verändern, was auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Restaurieren ist für Kojima etwas anderes

Kojima sieht durchaus sinnvolle Einsatzbereiche. Alte Fotos kolorieren oder Film- und Musikmaterial restaurieren könnte mit solchen Verfahren leichter werden. Er hält es auch für möglich, dass diese Arbeit in Zukunft immer öfter automatisch passiert.

Bei einem eigenen Werk zieht er aber eine Grenze. Kojima sagte, ihm gefalle die Vorstellung nicht, dass ein System selbstständig Änderungen vornimmt. Anders könnte es sein, wenn er die Technik in seiner eigenen Arbeit kontrolliert. Sicher ist er sich dabei allerdings nicht.

Damit geht es bei DLSS 5 nicht nur um hübschere Bilder. Die offene Frage ist, wie viel Einfluss Entwickler behalten, wenn ein Grafikverfahren Szenen nachträglich sichtbar umformt. Gerade bei Spielen mit bewusst gesetzter Beleuchtung und starkem Stil ist das mehr als ein kleines Technikdetail.

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