Lollipop Chainsaw bekommt eine Fortsetzung: Lollipop Chainsaw 2: Back2Back wurde auf der Tokyo Game Show 2026 angekündigt und soll im kommenden Jahr exklusiv für PlayStation 5 erscheinen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Das erste gezeigte Material macht aber bereits deutlich, woran sich die Fortsetzung messen lassen muss: Sie will den überdrehten Stil des Originals behalten und gleichzeitig ihr eigenes Tempo finden.
Im Mittelpunkt steht wieder Juliet Starling. Die Highschool-Zombie-Jägerin tritt mit neuem Outfit, stärkerer Ausrüstung und ihrem bekannten Humor auf. Auch ihr abgetrennter Begleiter ist wieder an ihrer Hüfte dabei. Für Fans ist das mehr als bloße Wiedererkennung: Gerade bei einer Reihe, deren Wirkung stark von ihrer lauten, absurden Mischung aus Cheerleading, Zombies und Kettensägen abhängt, muss sich eine Fortsetzung sofort vertraut anfühlen, ohne einfach nur das alte Spiel zu wiederholen.
Rollschuhe verändern den Rhythmus der Kämpfe
Die deutlichste spielerische Neuerung aus dem ersten Gameplay ist Juliets Fortbewegung auf Rollschuhen. Bisherige Szenen zeigen weiterhin Kettensägen-Angriffe und akrobatische Bewegungen, doch die Rollschuhe sollen das Geschehen schneller machen.
Das passt grundsätzlich zur Reihe. Lollipop Chainsaw war nie ein Spiel, das seine Zombie-Kämpfe besonders schwer oder nüchtern wirken lassen wollte. Es lebt davon, dass selbst eine Horde Untoter wie eine schrille Bühnenshow behandelt wird. Mit mehr Geschwindigkeit könnte Juliet Gegnergruppen dynamischer durchqueren, statt sie nur nacheinander abzuarbeiten.
Ob daraus tatsächlich bessere Kämpfe entstehen, lässt sich nach dem kurzen gezeigten Ausschnitt allerdings noch nicht sagen. Wichtig wird sein, wie genau sich die neue Bewegung mit Angriffen und Ausweichmanövern verbindet. Tempo allein reicht nicht, wenn Kämpfe dadurch unübersichtlich werden oder Gegner kaum noch lesbar reagieren. Besucher der Tokyo Game Show dürfen die Fortsetzung bereits ausprobieren, für alle anderen bleibt das gezeigte Gameplay zunächst nur ein erster Hinweis auf die Richtung.
Jaredwood macht aus San Romero eine Filmstadt
Auch der Schauplatz greift den überzeichneten Ton der Serie auf. Juliet kehrt nach San Romero zurück, doch die Stadt wurde neu aufgebaut und heißt nun Jaredwood. Sie ist vollständig auf die Filmindustrie ausgerichtet.
Diese Kulisse wird direkt Teil der Geschichte. Ein geheimnisvoller Regisseur stellt Juliet eine Falle und sperrt sie in einem verdrehten Zombie-Film ein. Um herauszufinden, wer hinter dem Chaos steckt, kämpft sie gemeinsam mit ihren Verbündeten gegen sogenannte Corrupted-Realm-Zombies.
Die Idee bietet viel Raum für wechselnde Filmsets und bewusst künstliche Szenen. Bestätigt sind bisher aber vor allem das Grundszenario und die neuen Zombie-Gegner. Wie groß Jaredwood wird, welche Orte Spieler erkunden und wie die Filmwelt den Ablauf der Missionen verändert, wurde noch nicht gezeigt. Genau dort liegt eine der offenen Fragen für die Fortsetzung: Die Filmstadt sollte nicht nur Hintergrund für Witze sein, sondern den Kämpfen und Abschnitten auch eigene Situationen geben.
Ein neues Team übernimmt eine bekannte Reihe
Hinter Back2Back steht JP Universe. Das Projekt leitet Hajime Tabata, der zuvor unter anderem bei Final Fantasy 15 und Crisis Core: Final Fantasy 7 tätig war. Masahiro Yuki kehrt dagegen vom PS3-Original zurück und arbeitet erneut als Co-Produzent sowie als Autor am Szenario. Das Charakterdesign übernimmt NekoshowguN.
Nicht beteiligt sind Goichi Suda, der ursprüngliche Schöpfer der Reihe, und James Gunn, der das Drehbuch des ersten Spiels schrieb. Das sorgt verständlicherweise für gemischte Reaktionen, denn beide Namen werden eng mit dem besonderen Ton des Originals verbunden.
Gleichzeitig zeigt die Ankündigung nicht einfach ein fremdes Projekt mit bekanntem Titel. Mit Yuki arbeitet zumindest ein Veteran des ersten Spiels am neuen Teil mit, während das Gameplay die wichtigsten Zutaten klar aufgreift. Nach dem vor zwei Jahren veröffentlichten Remaster Lollipop Chainsaw RePOP ist Back2Back damit der nächste Versuch, die Reihe in die Gegenwart zu holen. Ob der eigene Humor, das schnellere Kampftempo und die neue Filmstadt zusammenpassen, wird erst ein ausführlicherer Blick auf das Spiel zeigen.