Der neue D23-Trailer zu Marvel’s Wolverine zeigt weitere Szenen aus Logans kommendem PS5-Abenteuer, darunter einen Kampf gegen einen Sentinel. Gerade dieser kurze Ausschnitt sorgt derzeit für Diskussionen: Einige Zuschauer halten die gezeigte Abfolge für ein Beispiel sehr alter Bosskampf-Formeln.
Das Material zeigt, wie der Roboter mit der Faust zuschlägt. Logan weicht aus und attackiert anschließend den Arm, der im Boden feststeckt. Das genügte bereits für Vergleiche mit einem Bosskampf aus Ben 10: Protector of Earth von 2007. Die Kritik richtet sich dabei weniger gegen die Idee eines riesigen Roboters als Gegner als gegen die Frage, ob der Kampf am Ende zu vorhersehbar abläuft.
Ein kurzer Trailer kann den Kampf kaum erklären
Die Diskussion ist verständlich, aber der Ausschnitt zeigt nur einen sehr kleinen Teil der möglichen Begegnung. Ein Bosskampf mit einem übergroßen Gegner braucht oft klar erkennbare Angriffsmuster und Momente, in denen sich eine Öffnung ergibt. Dass Logan nach einem ausgewichenen Schlag den Arm angreifen kann, ist deshalb zunächst einmal eine lesbare Grundidee und noch kein Beweis für einen eintönigen Kampf.
Entscheidend wäre, was zwischen diesen Momenten passiert. Muss man verschiedene Angriffsmuster erkennen? Ändert der Sentinel seine Taktik? Gibt es mehrere Bereiche, die Spieler nutzen können, oder bleibt es bei derselben Wiederholung? Auf diese Fragen liefert der Trailer keine Antwort.
Gerade bei einem so kurzen Video fällt außerdem auf, wie stark einzelne Animationen den Eindruck prägen. Ein spektakulärer Finisher oder eine heftige Attacke sieht ohne den vorherigen Ablauf schnell automatisch aus. Daraus lässt sich aber nicht sicher ableiten, wie viel Kontrolle und Entscheidung im eigentlichen Kampf stecken.
Die Preview-Berichte zeichnen ein anderes Bild
Berichte von Leuten, die Marvel’s Wolverine bereits spielen konnten, beschreiben das Kampfsystem deutlich anspruchsvoller als die derzeit verbreiteten Clips vermuten lassen. Demnach kommt es auf gezieltes Parieren, Ausweichen, die eigene Position und den Umgang mit Logans Wut-Leiste an.
Das ist wichtig für die Debatte um angebliches Button-Mashing. Wenn diese Systeme im fertigen Spiel wirklich eng zusammenarbeiten, dürfte bloßes Drücken der Angriffstaste nicht weit tragen. Dann wären die kurzen Szenen vor allem ein Ausschnitt aus einem Kampf, der im Spiel selbst mehr Aufmerksamkeit verlangt.
Gleichzeitig bleibt offen, wie gut Insomniac diese Elemente beim Sentinel verbindet. Ein komplexes Standardsystem hilft nur begrenzt, wenn ein großer Boss dann fast ausschließlich nach einem einzigen Muster funktioniert. Die Sorge aus der Community ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen, nur kann das bisherige Material sie auch nicht bestätigen.
Der Trailer stellt Logans Gegner klarer vor
Neben dem Sentinel bündelt der 42 Sekunden lange Clip mehrere Figuren, die Logan begegnen wird. Zu sehen sind unter anderem Bolivar Trask, Omega Red und Lady Deathstrike. Außerdem tauchen Jean Grey und Sabretooth auf, die zum Team X gehören.
Die X-Men selbst werden laut der bereits bestätigten Angaben nicht in Marvel’s Wolverine auftreten. Das macht den Blick auf Team X und auf Trasks Sentinels umso wichtiger, denn der Trailer deutet an, welche Gruppen und Gegner Logans Geschichte bestimmen könnten. Die riesigen Roboter sind dabei nicht nur Kulisse, sondern offenbar Gegner für groß angelegte Kämpfe.
Für Fans ist der Streit um die Szene deshalb vor allem ein Hinweis darauf, wie genau Bosskämpfe in diesem Spiel beobachtet werden dürften. Der Trailer liefert einen klaren Ablauf und starke Bilder, aber noch keine ausreichende Grundlage für ein Urteil über das gesamte Kampfsystem. Wenn Marvel’s Wolverine am 15. September 2026 exklusiv für PS5 erscheint, wird sich zeigen, ob Paraden, Ausweichen und Wut-Leiste auch bei den größten Gegnern mehr sind als ein Hintergrund für Finisher.