Insomniac Games weist den Vorwurf zurück, für Marvel’s Wolverine automatisch erzeugte Grafiken verwendet zu haben. Auslöser der Diskussion waren zwei fehlerhaft dargestellte Toilettenschilder. Deren verzerrte Figuren erinnerten einige Spieler an typische Fehler generativer Bildsysteme. Laut dem Studio steckt dahinter jedoch ein Problem mit der Texturzuordnung. Eine Korrektur sei bereits in Arbeit.
Die Klarstellung ist wichtig, weil sich aus einem einzelnen Grafikfehler innerhalb kurzer Zeit eine weitreichende Behauptung entwickelte. Das sichtbare Ergebnis wirkte zwar ungewöhnlich, erklärte aber noch nicht, wie es entstanden war. Erst Insomniacs technische Antwort lieferte eine konkrete Ursache.
Zwei kaputte Schilder lösen die Debatte aus
Auf den betroffenen Toilettenschildern erscheinen mehrere Strichfiguren verschoben und teilweise miteinander verschmolzen. Auch Kanten und einzelne Formen passen nicht sauber zusammen. Ein TikTok-Video von SmoothMango zeigte den Fehler und erreichte laut den vorliegenden Angaben mehr als 700.000 Aufrufe.
Weitere Beiträge griffen die Bilder auf. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam ein Post des Accounts Rock Solid, der die Frage nach generativ erstellten Spielinhalten mit dem angeblichen Budget von 300 Millionen Dollar verband. Dieser Beitrag kam ebenfalls auf mehr als 780.000 Aufrufe.
Damit war die Vermutung weit verbreitet, obwohl die Bilder allein keinen Beleg für den Einsatz entsprechender Werkzeuge lieferten. Sie zeigten zunächst nur ein defektes Asset. Dass die Verzerrungen bekannten Fehlerbildern ähnelten, machte die Erklärung für viele offenbar trotzdem plausibel.
Gerade hier lohnt sich die Trennung zwischen Beobachtung und Schlussfolgerung. Sichtbar waren missgebildete Symbole. Nicht sichtbar war, mit welcher Technik das Schild ursprünglich erstellt oder im Spiel zusammengesetzt wurde. Die Diskussion übersprang diesen Unterschied sehr schnell.
Insomniac nennt einen UV-Map-Fehler als Ursache
Community- und Marketing-Director James Stevenson reagierte direkt auf die Vorwürfe. In seiner Stellungnahme zur technischen Ursache erklärte er, dass es sich um einen UV-Map-Fehler handle. Außerdem versicherte er, dass Marvel’s Wolverine keine generativ erstellten Assets enthalte.
Eine UV-Map bestimmt vereinfacht gesagt, wie eine zweidimensionale Textur auf einem dreidimensionalen Objekt liegt. Funktioniert diese Zuordnung nicht richtig oder geraten mehrere Bereiche durcheinander, können Teile eines Bildes verschoben, gestaucht oder übereinandergelegt erscheinen. Genau solche Verzerrungen sind auf den Schildern zu erkennen.
Insomniacs Erklärung passt damit zum sichtbaren Fehlerbild, ohne dass dafür ein automatisch erzeugtes Ausgangsbild nötig wäre. Das Studio arbeitet nach eigener Aussage bereits an einer Korrektur. Wann sie veröffentlicht wird, wurde in den gelieferten Angaben nicht genauer festgelegt.
Warum ein Grafikfehler so viel Aufmerksamkeit bekommt
Die ungewöhnlichen Schilder treffen auf eine ohnehin angespannte Diskussion rund um Marvel’s Wolverine. Das Spiel erschien am 15. September 2026 exklusiv für PlayStation 5 und erreichte einen Metascore von 77 Punkten. Kritik richtete sich unter anderem gegen den linearen Aufbau der Missionen und eine sehr deutliche Führung durch das Spiel.
Insomniac hat bereits mit einem weiteren Hotfix auf einen Teil dieser Rückmeldungen reagiert. Dieser schwächt die auffällige Führungslinie der Mutantensinne ab. Die fehlerhaften Toilettenschilder sollen mit einer kommenden Korrektur ebenfalls verschwinden.
Der Vorfall zeigt vor allem, wie vorsichtig auffällige Bildfehler bewertet werden sollten. Ähnliche Formen können ähnliche Vermutungen auslösen, obwohl ihre technische Ursache völlig anders ist. Im Fall von Marvel’s Wolverine liegt nun eine eindeutige Aussage des Studios vor: Die Schilder sind fehlerhaft dargestellt, aber laut Insomniac nicht das Ergebnis generativer Bilderzeugung.