Wolverine greift mit ausgefahrenen Adamantium-Krallen einen großen gepanzerten Roboter in einer dunklen Umgebung an, während Funken fliegen.
News

Marvel’s Wolverine: Kritiker und Spieler sehen den Start anders

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Marvel’s Wolverine startet mit gespaltenen Kritikerstimmen, aber einer sehr hohen ersten Nutzerwertung im PS Store. Liam McIntyre reagiert auf die Debatte gelassen und steht weiter hinter dem Spiel.

Marvel’s Wolverine ist ab heute exklusiv für PS5 erhältlich, doch die ersten Reaktionen könnten kaum unterschiedlicher sein. Während internationale Tests dem neuen Insomniac-Spiel im Schnitt 77 Punkte geben, steht es im PlayStation Store nach rund 4.800 Bewertungen bei 4,84 von 5 Sternen.

Diese Zahlen erzählen noch keine endgültige Geschichte über das Spiel. Sie zeigen aber, dass sich Kritikerurteile und die ersten Eindrücke von Käuferinnen und Käufern deutlich voneinander entfernen können. Gleichzeitig reagiert Liam McIntyre, der Logan verkörpert, auffallend ruhig auf die Debatte um seine Rolle und das Spiel selbst.

McIntyre bleibt trotz Kritik bei seiner Haltung

Die Kritik richtet sich nicht allein gegen Levelstruktur und Kampfsystem von Marvel’s Wolverine. Auch McIntyres Vertonung und das Aussehen der Figur wurden diskutiert. Manche Fans empfinden den Gesichtsscan als zu wenig kantig für ihre Vorstellung von Wolverine. Andere vergleichen jede neue Interpretation der Rolle zwangsläufig mit Hugh Jackman, der die Figur über viele Jahre im Kino geprägt hat.

McIntyre liest solche Kommentare nach eigener Aussage seit der Ankündigung mit. In einem Beitrag auf X schreibt er dennoch, dass er stolz auf das Spiel sei und hoffe, dass die Leute damit Spaß haben.

Dass er mit Skepsis umgehen kann, erklärt er auch mit seiner früheren Rolle in Spartacus. Dort übernahm er 2011 die Hauptrolle nach dem Tod von Andy Whitfield. Für McIntyre war es also schon einmal eine Aufgabe, die mit großen Erwartungen und vielen Vergleichen verbunden war. Seine jetzige Reaktion wirkt deshalb nicht wie ein Ausweichen vor Kritik, sondern wie eine klare Trennung: Nicht jede negative Meinung muss die eigene Arbeit entwerten.

Warum die Tests so weit auseinandergehen

Die bisherige Kritik an Marvel’s Wolverine ist ziemlich konkret. Mehrere Tests bemängeln die engen, stark geführten Schauplätze. Kämpfe, einfache Schleicheinlagen und Kletterabschnitte würden sich zu oft nach einem bekannten Ablauf anfühlen. Das Kampfsystem soll zunächst unterhalten, verliere über die rund 15 Stunden lange Kampagne aber an Abwechslung.

Dabei geht es offenbar nicht darum, dass Wolverines Krallen-Action grundsätzlich nicht funktioniert. Gerade die heftigen Finisher und die direkte Wucht der Kämpfe werden als unterhaltsam beschrieben. Der Knackpunkt ist eher, ob diese Idee lange genug neue Möglichkeiten bietet. Wer bei einem Spiel von Insomniac besonders flexible Levels und viele spielerische Varianten erwartet, dürfte die Kritik daher stärker spüren.

Ein Metascore von 77 ist außerdem nicht automatisch ein Urteil, dass das Spiel misslungen ist. Er deutet eher auf einen Titel hin, bei dem einige Bestandteile gut ankommen, das Gesamtpaket aber nicht alle Erwartungen erfüllt. Gerade bei einer bekannten Comicfigur und einem Studio mit großen früheren Erfolgen ist diese Lücke zwischen „solide“ und „außergewöhnlich“ schnell ein großes Thema.

Die Nutzerwertung ist ein früher, aber wichtiger Hinweis

Die sehr hohe Bewertung im PlayStation Store ist ebenfalls vorsichtig zu lesen. Rund 4.800 Stimmen sind für den ersten Verkaufstag ein auffälliger Wert, aber noch kein vollständiges Bild der gesamten Spielerschaft. Frühkäufer sind oft besonders neugierig auf die Figur oder hatten ohnehin Lust auf genau diese Art von Actionspiel. Auch kann sich eine Nutzerwertung noch deutlich verändern, wenn mehr Menschen die Kampagne beenden.

Trotzdem ist der Unterschied spannend. Er legt nahe, dass viele Käufer den direkten Spaß an Wolverines Kämpfen höher gewichten als die fehlende Tiefe, die Kritiker im Verlauf sehen. Wer vor allem eine kompakte, harte Superhelden-Action erwartet, kann deshalb zu einem anderen Eindruck kommen als jemand, der ein besonders vielseitiges Abenteuer sucht.

Für Marvel’s Wolverine beginnt die eigentliche Bewährungsprobe damit erst nach dem Start. Die Testberichte benennen klare Schwächen, doch die ersten Käufer reagieren deutlich wohlwollender. McIntyres Haltung passt zu dieser Lage: Kritik ist da, aber sie entscheidet nicht allein darüber, was Spieler aus Logans neuem PS5-Abenteuer machen.

Weiter im Gespräch

Drei Stimmen. Ein gemeinsamer Spielstand.

REDEN WIR
ÜBER GAMES.

News mit Kontext, Tests mit Haltung und Geschichten aus ganz unterschiedlichen Spielwelten.

Alle Artikel