Marvel’s Wolverine liegt derzeit bei 78 Punkten auf Metacritic, basierend auf 112 Kritiken. Das ist ein deutlich zurückhaltenderes Echo, als Insomniac Games es mit seinen bisherigen Spielen in der PS5-Generation gewohnt war. Ein Fehlschlag ist die Wertung trotzdem nicht: 75 Prozent der erfassten Besprechungen fallen positiv aus, die übrigen sind gemischt. Negative Kritiken gibt es bislang nicht.
Auffällig wird die Zahl vor allem im Vergleich mit der eigenen Studiohistorie. Marvel’s Spider-Man 2 kam 2023 auf 90 Punkte, und Insomniac hatte in dieser Konsolengeneration zuvor keinen Titel unter 85 Punkten. Für ein Studio, das meist sehr konstant bewertet wird, markiert Wolverine deshalb einen echten Abstand zum bisherigen Niveau.
Die Wertung ist kein Urteil über das ganze Spiel
Ein Metascore von 78 beschreibt keine einheitliche Ablehnung. Er zeigt eher, dass viele Kritiken Stärken sehen, aber bei wichtigen Teilen des Spiels nicht vollständig überzeugt sind. Metacritic ordnet diesen Bereich weiterhin als allgemein positive Aufnahme ein.
Gerade bei Wolverine scheint das Bild auseinanderzugehen. Positiv hervorgehoben wurden die aufwendig erzählte Comic-Geschichte und die Darstellung von Logan als emotional zerrissener Figur. Insomniac setzt dabei auf ein lineares Abenteuer und nicht auf die offenen Spielwelten der Spider-Man-Reihe.
Diese Entscheidung kann für Spielerinnen und Spieler sogar ein Vorteil sein, wenn sie eine klar geführte Geschichte bevorzugen. Sie bedeutet aber auch, dass der Vergleich mit Spider-Man nicht nur über Figuren und Kampfszenen geführt wird. Beide Spiele verfolgen offenbar einen anderen Aufbau, und Wolverine wird dadurch stärker daran gemessen, ob seine direkte Struktur über die gesamte Spielzeit trägt.
Wo die Kritik ansetzt
Mehrere Tests nennen ähnliche Schwächen: Die Handlung sei stellenweise vorhersehbar, das Tempo nicht immer rund und die Entwicklung der Spielfigur eher flach. Auch die lineare Führung wird teilweise als zu streng empfunden.
Beim Kampfsystem fällt die Kritik ebenfalls nicht grundsätzlich vernichtend aus, aber sie weist auf eine klare Erwartung hin. Andere Spiele des Genres sollen komplexere Möglichkeiten bieten. Für Wolverine bedeutet das: Die Kämpfe müssen nicht schlecht sein, doch sie reichen einigen Testern offenbar nicht aus, um über die genannten Probleme hinwegzutragen.
Das erklärt auch, warum der Wert nicht weit unter 70 liegt, aber trotzdem so viel diskutiert wird. Die Kritik richtet sich weniger gegen eine einzelne große Schwäche als gegen mehrere Bereiche, die zusammen den Eindruck eines nicht ganz ausgereiften Gesamtpakets erzeugen können.
Im PlayStation-Vergleich fällt der Abstand auf
In einer Übersicht der PS5-Spiele aus den PlayStation-Studios liegt Marvel’s Wolverine mit 78 Punkten im unteren Bereich. Gleichauf steht Days Gone Remastered, darunter folgt in dieser Auswahl nur Concord mit 62 Punkten. Viele andere Titel liegen deutlich höher, darunter Astro Bot und God of War: Ragnarök mit jeweils 94 Punkten sowie Marvel’s Spider-Man 2 mit 90.
Dieser Vergleich macht die Reaktion verständlich, sollte aber nicht überbewertet werden. Wolverine ist nicht als klar abgelehnter Titel gestartet, sondern als ein Spiel, bei dem die Erwartungen an Insomniac höher waren als der bisherige Kritikerschnitt. Ob Spieler das lineare Konzept, die Geschichte und die Kämpfe besser aufnehmen als viele Tests, lässt sich aus dem aktuellen Metascore allein noch nicht ableiten.