Nahaufnahme von Wolverine im gelben Anzug mit ausgefahrenen Krallen und entschlossenem Blick
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Marvel’s Wolverine zeigt, wie wichtig PS5-Discs noch sind

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Mehr als die Hälfte der europäischen Verkäufe von Marvel’s Wolverine entfiel auf Discs. Zwischen Frankreich und Großbritannien zeigen sich dabei enorme Unterschiede.

Bei Marvel’s Wolverine griffen im September erstaunlich viele Käufer zur Disc. Nach den Verkaufsdaten von Ampere Analysis entfielen 35 Prozent der erfassten Verkäufe des PS5-exklusiven Spiels auf die Box-Version. Für Europa weist GSD sogar einen physischen Anteil von 51 Prozent aus. Damit wurde Wolverines neues Abenteuer dort knapp häufiger auf einem Datenträger als per Download gekauft.

Besonders interessant wird dieser Wert durch die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Während in Großbritannien rund zwei Drittel der Verkäufe digital erfolgten, entschieden sich in Frankreich mehr als zwei Drittel der Käufer für die physische Ausgabe. Ein europaweiter Mittelwert erzählt deshalb nur einen Teil der Geschichte.

Frankreich und Großbritannien kaufen deutlich anders

Warum sich die Verteilung zwischen beiden Ländern so stark unterscheidet, geht aus den vorliegenden Zahlen nicht hervor. Die Daten zeigen aber, dass selbst bei derselben Veröffentlichung kein einheitlicher europäischer Trend angenommen werden kann. Je nach Markt bleibt der Handel mit Box-Versionen offenbar unterschiedlich wichtig.

Auch andere Spiele aus dem September bestätigen, dass Discs auf der PS5 noch einen erheblichen Anteil erreichen können. Bei Silent Hill: Townfall lagen mehr als 45 Prozent der Verkäufe bei der physischen Fassung. The Blood of the Dawnwalker erreichte auf der Sony-Konsole 36 Prozent, während Onimusha: Way of the Sword auf 30 Prozent kam.

Marvel’s Wolverine steht also nicht allein da. Gleichzeitig lag das Spiel mit 2,16 Millionen Verkäufen auf Platz zwei der von Ampere erfassten PS5-Charts in 45 Märkten. Nur EA Sports FC 27 verkaufte sich dort mit 4,96 Millionen Exemplaren häufiger. Der hohe Box-Anteil betrifft damit keine kleine Veröffentlichung, sondern einen der stärksten PS5-Titel des Monats.

Die Disc-Frage betrifft mehr als Sammler

Diese Verteilung ist vor allem mit Blick auf Sonys angekündigte Pläne wichtig. Ab Januar 2028 möchte das Unternehmen Discs schrittweise abschaffen. Gegen dieses Vorhaben gab es in den vergangenen Wochen deutliche Proteste. Die September-Zahlen erklären zumindest, weshalb das Thema nicht nur einen kleinen Teil der Spielerschaft beschäftigt.

Ein Anteil von 35 oder sogar 51 Prozent lässt sich nicht einfach als Randerscheinung behandeln. Noch klarer zeigt sich das in Frankreich, wo bei Marvel’s Wolverine mehr als zwei von drei Exemplaren physisch verkauft wurden. Eine stärkere Abkehr von Datenträgern dürfte solche Märkte erheblich anders treffen als Großbritannien, wo Downloads beim selben Spiel deutlich vorn lagen.

Die Statistik beantwortet allerdings nicht, wie viele dieser Käufer langfristig an Discs festhalten wollen. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, ob kommende Veröffentlichungen ähnlich hohe Werte erreichen werden. Sie zeigt lediglich, wie die Verkäufe im untersuchten Zeitraum verteilt waren. Weitere Hintergründe zu den erhobenen Marktdaten bietet der Bericht von The Game Business.

Neue Marken schaffen es weit nach oben

Abseits der Disc-Verteilung brachte der September noch eine zweite auffällige Entwicklung. Zwei neue Marken unabhängiger Studios konnten sich neben großen Reihen behaupten. Der taktische Shooter Wardogs von Bulkhead Interactive war mit 2,82 Millionen Verkäufen das meistverkaufte Steam-Spiel des Monats. Seit seiner Veröffentlichung wurden insgesamt mehr als drei Millionen Exemplare verkauft. In der gemeinsamen Rangliste über mehrere Plattformen fand nur EA Sports FC 27 mehr Käufer.

Auch das Rollenspiel The Blood of the Dawnwalker von Rebel Wolves erreichte starke Positionen. Es landete plattformübergreifend unter den ersten fünf, ebenso in den getrennten Ranglisten für PS5 und Steam. Auf Xbox belegte es den vierten Platz. Halloween: The Game fiel besonders auf Xbox auf und erreichte dort Rang zwei.

Die September-Daten liefern damit zwei unterschiedliche Signale: Neue Namen können zwischen bekannten Marken weit nach vorn kommen, und physische Spiele bleiben auf der PS5 in mehreren Märkten relevant. Gerade die großen Unterschiede zwischen Frankreich und Großbritannien machen deutlich, warum eine gemeinsame Strategie für ganz Europa nicht automatisch zu den tatsächlichen Kaufgewohnheiten in jedem Land passt.

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