BioWare zeigt vom nächsten Mass Effect weiterhin kaum etwas. Genau diese Ruhe könnte dem neuen Rollenspiel helfen, meint der frühere BioWare-Entwickler Armando Troisi. Seiner Ansicht nach braucht das erfahrene Team keine Tipps von außen, sondern vor allem Zeit und kreative Freiheit.
Das passt zur bisherigen Kommunikation des Studios. Projektleiter Michael Gamble erklärte Ende April, dass BioWare auf kleine Teaser und regelmäßige Zwischenstände verzichtet. Das Team soll sich stattdessen vollständig auf die Entwicklung konzentrieren. Wann die richtige Enthüllung oder erste konkrete Informationen folgen, ist weiterhin offen.
Erfahrene Entwickler sind wieder beteiligt
Troisis Zuversicht hängt auch mit den Menschen zusammen, die am neuen Mass Effect arbeiten. Er war selbst Cinematic Designer beim ersten Teil und übernahm beim Nachfolger die leitende Rolle in diesem Bereich.
Im aktuellen Team befinden sich mehrere Entwickler mit langer Erfahrung in der Reihe. Preston Watamaniuk verantwortet das Spieldesign in leitender Position, Derek Watts kümmert sich um die künstlerische Ausrichtung und Parrish Ley leitet die Animation filmischer Szenen.
Das garantiert natürlich noch kein starkes Spiel. Es erklärt aber, warum Troisi dem Team zutraut, die bekannten Stärken von BioWare wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu zählt er erzählerisch geprägte Einzelspieler-Rollenspiele, ein tiefes Kampfsystem und eine starke Entwicklung der Spielfigur.
Wichtig ist dabei: Das sind Einschätzungen eines früheren Mitarbeiters und keine neuen Angaben zum Inhalt des Spiels. BioWare hat weiterhin weder konkrete Mechaniken noch Schauplätze oder einen Veröffentlichungstermin genannt.
Kreative Freiheit soll wichtiger als Vorgaben sein
Troisi sieht die größere Gefahr nicht bei den Fähigkeiten der Entwickler. Entscheidend sei für ihn, wie viel Freiheit Electronic Arts dem Studio lässt. Seine Hoffnung ist, dass BioWare seine eigene Idee umsetzen kann, ohne unnötige Eingriffe von außen.
Dabei verweist er auf die Zeit, in der Live-Service-Konzepte die Branche stark geprägt haben. Im Zusammenhang mit Dragon Age: The Veilguard gab es Berichte, dass das Rollenspiel zunächst in diese Richtung geplant gewesen sein soll. Nach einer Änderung dieser Pläne rückte wieder ein klassisches Einzelspieler-Erlebnis in den Vordergrund.
Für das nächste Mass Effect ergibt sich daraus eine klare Erwartung: Die lange Funkstille ist nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Wenn BioWare damit wirklich Raum für konzentrierte Arbeit schafft, könnte sie sogar sinnvoll sein. Beurteilen lässt sich das Ergebnis aber erst, sobald das Studio mehr als eine Ankündigung und allgemeine Statusmeldungen zeigt.