Eine dritte Metal Gear Solid: Master Collection ist bislang nicht angekündigt. Trotzdem gibt es ein Gerücht, das für Fans interessant ist: Der Journalist Jordan Middler berichtet von möglichen Plänen für eine Vol. 3, betont aber selbst ausdrücklich, dass er die Information nicht bestätigen konnte.
Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht, ob Konami schon bald eine weitere Box enthüllt. Spannender ist, welche Lücke so eine Sammlung schließen könnte. Nach der kürzlich veröffentlichten Vol. 2, in der auch Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots technisch überarbeitet zurückkehrte, würden vor allem zwei sehr unterschiedliche Spiele im Raum stehen: Metal Gear Rising: Revengeance und Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain.
Zwei Spiele, zwei sehr verschiedene Gründe für eine Rückkehr
Metal Gear Rising: Revengeance wäre kein gewöhnlicher Nachzügler der Hauptreihe. Das Actionspiel von PlatinumGames stellt Raiden in den Mittelpunkt und setzt deutlich stärker auf schnelle Kämpfe als die klassischen Metal-Gear-Solid-Teile. Gerade deshalb wäre es als Teil einer Sammlung interessant: Es gehört zur Reihe, fühlt sich aber spielerisch anders an als die verdeckten Einsätze der Hauptspiele.
The Phantom Pain wäre dagegen ein großer, später Teil der Kernserie. Laut Middlers Überlegungen liegt der mögliche Grund für eine Neuauflage vor allem bei den Konsolenfassungen. Das Spiel habe bisher keine umfangreich technisch aufgewertete Version für moderne Konsolen erhalten. Auf dem PC sei es nach seiner Einschätzung weiterhin in guter Form, für Konsolenspieler gebe es aber keine vergleichbare Überarbeitung.
Damit wäre Vol. 3 weniger eine Sammlung vergessener Raritäten als ein Versuch, wichtige Teile der Reihe auf einen ähnlicheren technischen Stand zu bringen. Für Fans, die möglichst viele Metal-Gear-Spiele auf aktuellen Konsolen spielen wollen, wäre das durchaus relevant. Es ist aber wichtig, aus dem Gerücht nicht mehr herauszulesen, als bisher darin steckt.
Eher technisches Upgrade als große Neufassung
Middler bringt für The Phantom Pain eine Version mit 60 Bildern pro Sekunde auf modernen Konsolen ins Gespräch. Zusammen mit Revengeance könnte das den Kern einer möglichen dritten Collection bilden.
Von einer umfassenden Neuauflage oder einem Remake ist dabei nicht die Rede. Zwar wurde auch darüber spekuliert, ob Inhalte verwendet werden könnten, die während der Entwicklung von The Phantom Pain gestrichen wurden. Die Informationen, die Middler gehört haben will, deuten laut seiner eigenen Darstellung aber eher auf ein einfacheres technisches Upgrade hin.
Das macht einen Unterschied. Höhere Bildraten und eine modernisierte Konsolenversion können das Spielen angenehmer machen, sie würden den Umfang oder die Geschichte des Spiels aber nicht automatisch verändern. Wer auf zusätzliche Missionen oder wiederhergestellte Inhalte hofft, hat nach dem aktuellen Stand keinen belastbaren Grund dafür.
Warum die Frage nach einer letzten Collection offen bleibt
Middler vermutet außerdem, dass Vol. 3 die letzte Sammlung dieser Art sein könnte. Seine Begründung: Danach wären aus seiner Sicht alle Spiele abgedeckt, bevor Konami sich stärker mit den Delta-Remakes und möglichen neuen Projekten der Reihe beschäftigen könnte.
Auch das ist keine offizielle Roadmap. Konami hat lediglich darauf hingewiesen, dass Fans langfristig mit weiteren Metal-Gear-Solid-Projekten rechnen dürfen. Welche Projekte das sind, wann sie erscheinen und ob eine dritte Master Collection dazugehört, bleibt offen.
Im Moment ist die vernünftigste Erwartung deshalb recht klar: Eine Vol. 3 wäre denkbar und Revengeance plus The Phantom Pain wären nachvollziehbare Kandidaten. Bestätigt ist davon aber nichts. Bis Konami selbst eine Sammlung vorstellt, bleibt es bei einem Gerücht, das vor allem zeigt, welche Teile der Serie Fans gern auf heutigen Konsolen sehen würden.