Die offene Beta von Call of Duty: Modern Warfare 4 ist gestartet, aber sie läuft nicht einfach mit dem Stand des ersten Testwochenendes weiter. Infinity Ward hat zentrale Regeln für Bewegung, Waffen und Zielhilfe verändert. Wer jetzt einsteigt, testet also ein deutlich anderes Spielgefühl als Vorbesteller und Code-Inhaber zuvor.
Der größte Punkt ist der Taktik-Sprint. Er gehört nicht mehr zur Standardbewegung, sondern ist nur noch über das Perk „Blood Rush“ verfügbar. Dazu kommen Anpassungen bei Schaden, Rutschen und Killstreaks. Die Beta ist damit mehr als ein früher Zugang: Sie wird gerade sichtbar genutzt, um zu prüfen, welche Art von Mehrspieler-Partien Modern Warfare 4 am Ende haben soll.
Weniger Tempo soll Gefechte besser lesbar machen
Mit dem deaktivierten Taktik-Sprint nimmt Infinity Ward eine Funktion aus der normalen Grundausstattung heraus, die Partien stark beschleunigen kann. Wer trotzdem schneller laufen möchte, muss dafür künftig einen Perk-Platz einplanen. Das ist eine klare Entscheidung, denn Geschwindigkeit ist dann nicht mehr für alle automatisch vorhanden, sondern Teil der Ausrüstung.
Ganz gestrichen ist der Vorteil von „Blood Rush“ aber nicht. Der Sprint-zu-Feuer-Nachteil des Taktik-Sprints wurde reduziert und an den gewöhnlichen Sprint angeglichen. Gleichzeitig sinkt die Geschwindigkeit des Taktik-Sprints um vier Prozent. Auch Rutschen fällt schwächer aus: Die Distanz wurde um zehn Prozent, das Tempo um neun Prozent gesenkt.
Dafür sollen Operatoren mit Pistolen oder Nahkampfwaffen beim normalen Sprint schneller unterwegs sein. Das wirkt wie ein Versuch, zwei Dinge gleichzeitig zu erreichen: Gewehre sollen nicht durch dauerhaftes Höchsttempo noch hektischer werden, während kurze Waffen trotzdem einen klaren Bewegungsbonus behalten.
Für Spieler ist vor allem wichtig, dass diese Regel noch nicht feststeht. Infinity Ward bezeichnet sie ausdrücklich als Beta-Experiment. Falls der Taktik-Sprint bis zur Veröffentlichung an einen Perk gebunden bleibt, soll diese Lösung für den Start noch genauer abgestimmt werden. Die offene Beta liefert dem Studio also Rückmeldungen nicht nur zu einzelnen Waffen, sondern zu einer wichtigen Grundfrage: Wie schnell soll sich ein Match überhaupt anfühlen?
Schusswechsel sollen etwas länger dauern
Auch bei der Zeit bis zum Ausschalten eines Gegners greift das Studio ein. Statt die Basis-Gesundheit aller Figuren zu erhöhen, wurden die Werte jeder einzelnen Waffe überarbeitet. Bei fast allen Sturmgewehren und Maschinenpistolen wurde vor allem der maximale Schaden auf kurze Distanz gesenkt.
Genannt werden bei den Sturmgewehren etwa Kastov 762, Han 86 und M4, bei den Maschinenpistolen PPSh-41 und X-58 Nyx. Der Zweck ist klar: Nahkämpfe sollen nicht mehr ganz so schnell vorbei sein. Gleichzeitig sollen Waffen auf größere Entfernungen nicht unnötig schwach werden.
Das passt zur Änderung beim Sprint. Wenn Spieler etwas kontrollierter durch Karten laufen und Gegner im direkten Duell nicht sofort ausschalten, entsteht mehr Zeit für Reaktionen, Deckung und gezielte Gegenwehr. Ob das in der Praxis besser funktioniert, hängt natürlich auch davon ab, wie sich die einzelnen Waffen nach dem Tuning unterscheiden. Genau dafür ist eine Beta mit vielen Spielern nützlich.
Zielhilfe und Belohnungen werden ebenfalls angepasst
Infinity Ward hat außerdem die Zielhilfe für Controller global abgeschwächt. Das betrifft auch die laufende Warzone-Beta auf der neuen Resurgence-Karte Zodiac. Laut Studio ist das erst eine erste Anpassung, an der bis zum finalen Release weiter gearbeitet werden soll.
Zusätzlich kostet jeder Killstreak nun einen Abschuss mehr. Auch diese Änderung bremst Partien etwas aus. Starke Belohnungen sollen dadurch später in einer Runde auftauchen und weniger schnell aufeinander folgen.
Neben den Balance-Änderungen bietet die offene Beta neue Inhalte. Das Level-Limit liegt nun bei Stufe 30. Dazu kommen die 6v6-Karte Lithium, der Modus Hijack sowie 32v32-Partien in Ground War: Combat Outpost. Wer den anderen Bereich des Spiels testen will, kann außerdem Zodiac in der Warzone-Beta ausprobieren.
Die offene Beta läuft bis zum 1. September 2026 um 19 Uhr. Der vollständige Start von Call of Duty: Modern Warfare 4 ist für den 23. Oktober 2026 auf PS5, Xbox Series X/S, Switch 2 und PC angekündigt. Bis dahin dürfte besonders spannend werden, welche dieser Beta-Regeln Infinity Ward beibehält und welche nach dem Feedback erneut verändert werden.