Der Fund in Mortal Shell 2 ist mehr als eine kleine Anspielung: In der Spielwelt steckt offenbar eine nachgebaute Version von E1M1: Hangar, dem ersten Level aus Doom von 1993. Entdeckt wurde das Areal wenige Tage nach dem Start des Action-Rollenspiels.
Bemerkenswert ist nicht allein die Referenz. Cold Symmetry soll die Wege, Räume und markanten Stellen des alten Shooter-Levels so übernommen haben, dass daraus ein versteckter Abstecher in einer düsteren Fantasy-Welt wird. Für Fans beider Spiele ist das eine Einladung zum genauen Hinsehen. Wer Doom nicht kennt, kann den Bereich offenbar auch einfach als ungewöhnliches Geheimnis entdecken. Gerade darin liegt sein Reiz: Die Referenz wird nicht erklärt, sondern steckt in einem Areal, das zunächst nach einem Teil der eigenen Welt aussehen kann.
Ein Geheimnis, das erst gefunden werden will
Der Zugang setzt das Siegel des Slayers voraus, das auch Gloomslayer Seal genannt wird. Seine Beschreibung enthält bereits einen Hinweis auf einen „verdammten Kreuzzug“. Ausrüsten muss man das Siegel nicht. Es genügt, es im Inventar zu haben.
Dann lässt sich an einer bestimmten Stelle eine Illusionswand öffnen. Dahinter beginnt der Ausflug in den Hangar. Diese Bedingung passt gut zu einem Easter Egg, das nicht jede Person beim normalen Fortschritt nebenbei sehen soll. Das Gebiet wird nicht groß angekündigt, sondern belohnt Neugier und das Lesen von Gegenstandsbeschreibungen.
Der Grundriss bleibt erkennbar
Das veröffentlichte Material zeigt, dass nicht nur einzelne Motive aus Doom auftauchen. Die Raumgeometrie von E1M1 soll übernommen worden sein. Auch Fässer stehen an den bekannten Positionen, der geheime Schalter hinter einer Säule ist vorhanden und der Lift liegt dort, wo Kenner ihn erwarten.
Cold Symmetry übersetzt diese Details aber in die eigene Welt. Aus dem Schalter wird ein Steinhebel. Im Bereich draußen findet sich die große Pfütze wieder. Wo das Original Munition bereithielt, sollen in Mortal Shell 2 seltene Materialien für Verbesserungen warten.
Gerade diese Änderungen sind wichtig: Der Nachbau bleibt nicht bei einem Bildzitat stehen. Er folgt der vertrauten Route, gibt ihr aber eine Aufgabe, die zum Action-Rollenspiel passt. Am Ende wartet auch der bekannte Schlussraum mit Fässern und Geländern samt Belohnung.
Warum die Hommage funktionieren kann
Ein verstecktes Retro-Level kann schnell wie ein Fremdkörper wirken, wenn es nur auf Wiedererkennung setzt. Hier scheint der Kontrast gerade der Reiz zu sein. Das klare Leveldesign eines alten Shooters trifft auf das Dark-Fantasy-Umfeld von Mortal Shell 2, ohne dass dafür die Grundstruktur des Vorbilds versteckt werden muss.
Für Spielerinnen und Spieler, die E1M1 auswendig kennen, dürfte das Wiederfinden einzelner Räume den besonderen Teil ausmachen. Wer ohne diese Erinnerung hineingeht, bekommt offenbar trotzdem ein geheimes Gebiet mit eigener Beute. Die Referenz verlangt also kein Vorwissen, um einen spielerischen Zweck zu erfüllen.
Was der Fund über die Welt verrät
Dass der Zugang über einen Gegenstand und eine Illusionswand läuft, zeigt vor allem, wie viel Aufmerksamkeit das Spiel für abseitige Wege einplant. Das ist keine Garantie dafür, dass jede Abzweigung eine so große Überraschung bereithält. Der Hangar ist aber ein gutes Beispiel dafür, warum es sich lohnen kann, Beschreibungen nicht zu überfliegen und verdächtige Wände im Blick zu behalten.
Mortal Shell 2 ist seit dem 20. August 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC erhältlich. Offen bleibt, wie viele vergleichbar aufwendige Geheimnisse noch in der Spielwelt stecken. Der Fund von E1M1 setzt die Messlatte dafür jedenfalls ziemlich hoch.