Naru hält den leuchtenden Ori in einem Waldnest, während die große Eule Kuro im Hintergrund zu sehen ist.
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Neue Spielewertungen: Updates sollen Scores verändern

Von Alex 3 Min. Lesezeit

Eine neue Wertungsseite setzt stärker auf Spielermeinungen. Scores sollen sich außerdem nach Updates verändern können.

Thomas Mahler, Schöpfer von Ori, hat mit videogamescritic.com eine neue Plattform für Spielewertungen gestartet. Ihr auffälligster Unterschied: Nutzermeinungen zählen standardmäßig zwei Drittel der Gesamtwertung. Die Presse liefert das restliche Drittel über Daten von OpenCritic.

Das Projekt will nicht einfach möglichst viele Reviews sammeln. Es versucht vor allem, Wertungen später noch zu verändern, wenn ein Spiel durch Updates besser oder schlechter wird. Mahler hat die Regeln des Systems auch in einem Beitrag auf X erklärt.

Eine Wertung soll nicht am Release festkleben

Bei vielen bekannten Wertungsseiten bleibt der Score eines Spiels eng mit seinem Start verbunden. Das kann komisch wirken, wenn ein Titel nach Monaten große Updates bekommt. Genau dort setzt videogamescritic.com an: Frühere Bewertungen verlieren nach und nach an Gewicht. Reviews nach größeren Aktualisierungen sollen stärker zählen.

Als Beispiel nennt Mahler No Man’s Sky. Auf der neuen Plattform habe das Spiel zunächst bei 50 Punkten gelegen und stehe inzwischen bei 82. Die Zahl soll also nicht nur sagen, wie ein Spiel zum Release ankam, sondern auch, wie es sich aktuell spielt.

Das ist eine interessante Idee, besonders bei Spielen, die über lange Zeit erweitert und verbessert werden. Für dich kann eine spätere Wertung dadurch hilfreicher sein als ein uralter Launch-Score. Gleichzeitig hängt viel davon ab, ob die Plattform wirklich gut erkennt, welche Updates groß genug sind und welche neuen Reviews das Spiel fair beurteilen.

Steam-Reviews zählen viel, aber nicht alle gleich

Damit nicht ein paar schnelle negative oder positive Bewertungen den Score verschieben, gewichtet videogamescritic.com Steam-Reviews unterschiedlich. Wer weniger als zwei Stunden gespielt hat, hat zunächst deutlich weniger Einfluss. Mit mehr Spielzeit steigt das Gewicht, ab zehn Stunden zählt eine Bewertung vollständig.

Auch Steams Erkennung für Review-Bombing wird genutzt. Zudem bekommen Reviews von Accounts, die einen Steam-Key aktiviert haben statt das Spiel direkt zu kaufen, weniger Gewicht. Das System will damit eher Leute berücksichtigen, die sich länger mit einem Spiel beschäftigt haben.

Ganz verhindern lässt sich Streit über solche Regeln aber nicht. Zwei Stunden können bei einem kurzen Spiel bereits viel sein, bei einem großen Rollenspiel dagegen fast nichts. Die Plattform legt also fest, welche Spielzeit als aussagekräftig gilt. Das ist keine neutrale Entscheidung, auch wenn die Berechnung offen erklärt wird.

Auch Kritiker bekommen eine Trefferquote

Ungewöhnlich ist der sogenannte Trust Score für Redaktionen und Content Creator. Er soll messen, wie oft ihre Wertungen später mit den Spielermeinungen übereinstimmen. Bei Medien ohne Punktwertung werden dafür Kaufempfehlungen in einen Wert umgerechnet.

Das kann Spielern helfen, Kritiker zu finden, deren Geschmack oft zum eigenen passt. Es birgt aber auch ein Problem: Eine Kritik muss nicht falsch sein, nur weil sie gegen die Mehrheit steht. Gerade bei ungewöhnlichen oder umstrittenen Spielen können andere Blickwinkel wichtig sein.

Videogamescritic.com macht aus Wertungen damit ein System, das sich verändern und seine Quellen unterschiedlich stark gewichten soll. Ob die Mischung aus Steam-Reviews, Pressewertungen und Trust Scores am Ende wirklich bessere Orientierung bietet, wird sich erst zeigen, wenn mehr Spiele über längere Zeit auf der Seite verfolgt werden.

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