In Neverness to Everness ist wieder eine generativ erstellte Grafik aufgefallen. Diesmal war der Hinweis ziemlich direkt: Ein kleines Seepferdchen aus Update 1.3 soll ein Wasserzeichen der kostenlosen Version von Doubao tragen, einem Chatbot-Assistenten von ByteDance.
Das ist für Fans nicht nur ein peinlicher Fehler. Es passt auch zu einer Diskussion, die das Free-to-Play-Rollenspiel schon länger begleitet. Spieler hatten bereits früher kritisiert, dass im Spiel per Software erzeugte Bilder auftauchen, obwohl Hotta Games den kreativen Anteil des Teams betont hatte.
Was genau entdeckt wurde
Update 1.3 erschien weltweit am 19. August. In China konnten Spieler die neuen Inhalte schon etwa eine Woche früher ausprobieren. Dort fiel auf Bilibili die Grafik mit dem Seepferdchen auf.
Wichtig ist: Es geht hier nicht um eine bestätigte komplette Überarbeitung des Spiels mit generativer Bildsoftware. Laut den bisherigen Angaben betrifft die Diskussion einzelne Assets, also kleinere grafische Elemente. Gerade deshalb wirkt das Wasserzeichen aber so schlecht. Wenn ein sichtbarer Hinweis auf eine kostenlose Software-Version im Spiel landet, fragt man sich natürlich, wie genau solche Inhalte geprüft werden.
Für Spieler ist das vor allem eine Vertrauenssache. Viele stören sich nicht nur daran, dass solche Grafiken genutzt werden. Sie wollen wissen, ob ein Studio offen damit umgeht und ob bezahlte Künstlerarbeit dadurch ersetzt wird.
Warum die Sache größer ist als ein Seepferdchen
Neverness to Everness hatte schon kurz nach dem Start am 29. April Ärger wegen dieses Themas. Die VTuberin Ironmouse trat damals öffentlich von einem Sponsoring-Vertrag zurück. Der Grund: Ihr sei angeblich versichert worden, dass keine generativ erstellten Assets im Spiel stecken würden. Kurz danach fanden Spieler genau solche Inhalte.
Hotta Games erklärte danach, Neverness to Everness basiere auf menschlicher Kreativität. Generativ erzeugte Grafiken würden nur bei einer kleinen Zahl von Hintergrund- und Umgebungselementen genutzt. Kritische Assets sollten ausgetauscht werden.
Ganz sauber wirkte das für die Community aber nicht. Eine besonders kritisierte Werbetafel soll später zwar ersetzt worden sein, laut Berichten aber offenbar durch ein anderes generativ erzeugtes Bild. Das macht die neue Entdeckung noch unangenehmer, weil sie nicht wie ein einmaliger Ausrutscher wirkt.
Offenheit wird hier zum eigentlichen Problem
Auf der Steam-Seite von Neverness to Everness wird die Nutzung solcher Technik nicht angegeben. Valve fordert Entwickler dazu auf, den Einsatz entsprechender Werkzeuge öffentlich zu machen. Harte Strafen müssen Studios laut den vorliegenden Infos aber nicht befürchten.
Neverness to Everness ist ein übernatürliches Open-World-Rollenspiel von Hotta Games. Du kannst die Stadt Hethereau allein oder im Online-Koop erkunden. Das Spiel ist für PlayStation 5, mobile Plattformen und PC erhältlich.
Die neue Seepferdchen-Grafik ändert also nicht plötzlich das ganze Spiel. Sie zeigt aber, warum Fans bei diesem Thema genau hinschauen. Wenn ein Studio sagt, dass nur wenige Elemente betroffen sind, dann sollte wenigstens klar sein, welche das sind und warum ein Wasserzeichen überhaupt durch die Kontrolle kommt.