Rote Nintendo-Switch-Konsole mit Dock und Joy-Con-Grip vor rotem Hintergrund.
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Nintendo gewinnt 4,5-Millionen-Urteil gegen Switch-Piraterie

Von Alex 2 Min. Lesezeit

Nintendo gewinnt einen Prozess über 4,5 Millionen US-Dollar. Wichtiger als die Summe ist: Die betroffenen Piraterie-Shops müssen schließen.

Nintendo of America hat im Streit mit James Williams, online als „Archbox“ bekannt, ein Urteil über 4,5 Millionen US-Dollar erhalten. Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Washington entschied am 23. September 2026 zugunsten des Unternehmens.

Für Switch-Spieler ist dabei nicht nur die hohe Summe wichtig. Das Gericht hat auch angeordnet, dass Williams seine Angebote für kopierte Switch-Spiele abschalten muss. Dazu kommen Social-Media-Konten und Discord-Server, falls sie zum Bewerben dieser Shops genutzt wurden.

Das Verfahren endete ohne Verteidigung

Nintendo hatte Williams im Juni 2024 verklagt. Der Vorwurf: Er soll mehrere Seiten betrieben haben, auf denen große Sammlungen nicht autorisierter Switch-Downloads verfügbar waren. Außerdem war er Moderator im Subreddit r/SwitchPirates.

Das Gericht sprach Nintendo 150.000 US-Dollar für jedes der 30 Spiele zu, die in der Klage genannt wurden. Williams reagierte jedoch nicht auf die Klage. Deshalb kam es zu einem Versäumnisurteil und Nintendo erhielt die komplette Summe, die das Unternehmen bereits im Oktober 2025 beantragt hatte.

Neben der Zahlung gilt ein dauerhaftes Verbot. Williams darf weder Programme zum Umgehen des Kopierschutzes noch veränderte Switch-Konsolen oder unlizenzierte Spiele verkaufen. Ob Nintendo die 4,5 Millionen US-Dollar am Ende tatsächlich vollständig erhält, ist damit noch nicht gesagt. Das Urteil selbst ist aber klar: Die betroffenen Shops sollen nicht einfach unter neuer Werbung weiterlaufen.

Nintendo nimmt nicht nur einzelne Downloads ins Visier

Der Fall zeigt, worauf Nintendo bei solchen Verfahren besonders zielt: auf Leute, die Piraterie-Angebote organisieren und verbreiten, nicht nur auf einzelne Nutzer. Schon 2025 musste der Betreiber von Modded Hardware nach einem Vergleichsurteil zwei Millionen US-Dollar zahlen. Dort ging es um Bausätze, mit denen sich Switch-Konsolen verändern lassen.

Auch außerhalb der USA geht Nintendo gegen entsprechende Produkte vor. Anfang September entschied ein Gericht in Den Haag, dass Modding-Kits illegal sind, wenn sie das Herunterladen und Spielen kopierter Spiele ermöglichen. Genannt wurden dabei auch Geräte, die als MIG Switch verkauft werden.

Für Besitzer einer normalen Switch bedeutet das vor allem: Nintendo verbindet solche Geräte weiter mit einem Risiko für Online-Funktionen. Das neue Urteil macht zusätzlich deutlich, dass nicht nur Hardware-Shops, sondern auch die Kanäle dahinter ins Visier geraten können.

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