Das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time soll am 5. November 2026 exklusiv für Switch 2 erscheinen. Nach dem ersten Material reden viele Fans aber weniger über den Termin als über Links Aussehen: Die Figuren wirken deutlich glatter und stärker wie kleine Modelle als die detaillierte Welt um sie herum.
Eine offizielle Erklärung von Nintendo für diesen Stil gibt es bisher nicht. Takaya Imamura, der lange als Art Director und Character Designer bei Nintendo tätig war, hält den Look jedoch für eine bewusste Richtung. In einem Beitrag auf X schrieb er, er erkenne darin erneut Shigeru Miyamotos Vorliebe für Puppentheater.
Der Stil soll offenbar nicht einfach realistisch sein
Im ersten gezeigten Material fallen zwei Dinge gleichzeitig auf. Schauplätze bekommen moderne Beleuchtung und viele kleine Oberflächen-Details. Link, Zelda und andere Figuren sehen dagegen sehr rund, glänzend und beinahe künstlich aus. Genau dieser Unterschied stört einen Teil der Fans. Andere mögen, dass das Remake dadurch nicht wie eine reine Technik-Demo aussieht.
Imamuras Aussage ist keine Ankündigung von Nintendo und bestätigt kein konkretes Entwicklerziel. Sie passt aber zu einer bekannten Seite von Miyamotos Arbeit. Traditionelles Puppentheater und Marionettenproduktionen wie Thunderbirds sollen ihn seit Langem interessieren. Auch bei Star Fox wurden die Figuren für Werbematerial damals als echte Puppen umgesetzt.
Das macht die Diskussion spannender: Der Puppen-Look wäre dann nicht der Versuch, möglichst echte Menschen zu zeigen. Er könnte stattdessen gewollt sein, damit die Figuren wie gestaltete Spielzeug- oder Theaterfiguren wirken.
Ein Blick zurück zu den Renderbildern von 1998
Die Idee wirkt auch nicht komplett neu für Ocarina of Time. Die offiziellen Renderbilder aus dem Jahr 1998 zeigten Link und die anderen Charaktere schon mit glatten, figurenhaften Formen und auffälligen Gelenken. Auf dem Nintendo 64 sah das im eigentlichen Spiel wegen der damaligen Technik natürlich viel einfacher aus.
Das Remake könnte diese ältere Bildidee nun viel näher umsetzen als das Original es damals konnte. Deshalb ist der Vergleich mit dem Diorama-Stil aus Link’s Awakening zwar verständlich, erklärt aber nicht unbedingt alles. Bei Ocarina of Time scheint Nintendo möglicherweise an den eigenen frühen Entwürfen anzuknüpfen.
Ob das am Ende für alle passt, lässt sich nach den ersten Szenen noch nicht entscheiden. Klar ist aber: Wer sich an den glatten Charaktermodellen stört, schaut vermutlich nicht auf einen zufälligen Unterschied zur Umgebung. Die aktuelle Debatte dreht sich um eine Stilentscheidung, die bewusst altmodisch wirken könnte, obwohl die Welt technisch modern aufgebaut ist.