Hideki Kamiya bremst die Vorfreude auf das angekündigte Okami-Sequel selbst. Der Schöpfer des Originals sagte bei einem Auftritt auf dem Lucca Comics and Games Festival, Fans sollten ihre Erwartungen lieber nicht zu hoch ansetzen. Das klingt erst einmal ungewöhnlich für ein Spiel, dessen Ankündigung viele Fans begeistert hat.
Kamiya übernimmt die Entwicklung der Fortsetzung mit seinem Studio Clovers. Seit der Enthüllung bei den Game Awards 2024 gab es allerdings weder einen Termin noch gezeigtes Gameplay. Seine Aussagen verraten deshalb noch nicht, wie das neue Okami konkret aussieht. Sie zeigen aber ziemlich klar, worauf er beim zweiten Teil achten will.
Eine Fortsetzung ist keine leere Leinwand
Kamiya erklärte, dass sich die Arbeit an einer Fortsetzung anders anfühlt als die Entwicklung einer neuen Idee. Beim ersten Okami habe es keine festen Erwartungen von außen gegeben. Jetzt sei der Druck deutlich größer, weil viele Spieler das Original kennen und ihre eigenen Wünsche an die Rückkehr haben.
Sein Appell ist deshalb wohl weniger ein Zeichen dafür, dass mit dem Projekt etwas nicht stimmt. Eher macht er klar, dass ein Nachfolger nicht einfach das alte Spiel noch einmal kopieren kann. Gerade bei Okami dürfte jede Entscheidung schnell mit den Erinnerungen an den ersten Teil verglichen werden.
Spannend ist dabei, dass Kamiya seine lange Erfahrung nicht als Garantie für ein perfektes Spiel darstellt. Er sagt stattdessen, er könne mögliche Fehler heute früher erkennen, weil er in seiner Karriere schon viele gemacht habe. Das ist eine bodenständige Sicht auf die Entwicklung eines Spiels, auf das viele Fans schon lange warten.
Neue Spieler sollen nicht außen vor bleiben
Trotz der hohen Erwartungen soll das Sequel offenbar nicht nur für Leute gemacht werden, die das Original auswendig kennen. Kamiya möchte sich wieder an Spieler richten, die noch nicht viel Erfahrung mit Spielen haben oder gerade erst anfangen.
Damit knüpft er an den Gedanken hinter dem ersten Okami an. Kamiya stellte den Ansatz dem von Bayonetta gegenüber, bei dem er stärker erfahrene Spieler im Kopf hatte. Für Okami soll der Einstieg also verständlich bleiben und trotzdem Spaß machen.
Das ist wichtig, weil eine Fortsetzung nach langer Zeit oft zwei Gruppen zusammenbringen muss: Fans des Originals und Menschen, die Amaterasu zum ersten Mal kennenlernen. Ob Clovers diesen Spagat schafft, lässt sich ohne Spielszenen noch nicht beurteilen. Klar ist nur: Kamiya möchte nicht, dass die Geschichte der weißen Wölfin nur für langjährige Kenner gedacht ist.
Bis zu weiteren Informationen bleibt Geduld nötig. Einen Veröffentlichungstermin für das Okami-Sequel gibt es weiterhin nicht.