Persona hätte nach Persona 2 fast einfach aufgehört. Das sagt Kazuhisa Wada, General Producer der Reihe, in einem aktuellen Interview. Für Fans ist das ziemlich spannend, weil Persona heute wie eine sichere Marke wirkt. Laut Wada war genau das damals aber nicht der Fall.
Nach Persona 2 gab es demnach lange keine festen Pläne für einen dritten Teil. Wada beschreibt die Lage so, dass Persona ohne einen neuen Anlauf wohl verschwunden wäre. Erst Persona 3 wurde dann der Moment, in dem Atlus die Reihe wieder nach vorne bringen musste.
Persona 3 war mehr als nur der nächste Teil
Wichtig ist hier: Persona 3 war laut Wada nicht einfach ein normaler Nachfolger. Für Atlus ging es darum, ob die Serie überhaupt weiterlebt. Das Team habe das Gefühl gehabt, mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
Dazu kam ein Problem beim Bild von Atlus. Wada sagte, dass Spiele wie Shin Megami Tensei und Persona zwar Fans hatten und Spaß machten. Gleichzeitig gab es aber den Eindruck, dass Atlus vor allem für die treuesten Fans entwickelte. Dieses Bild wollte das Studio ändern.
Als Orientierung nennt Wada die Tales of-Reihe. Im Interview war auch Yusuke Tomizawa dabei, General Producer von Tales of. Er sagte, Persona 3 habe die Reihe für mehr Spieler leichter erreichbar gemacht und lobte das Design des Spiels.
Warum diese Aussage heute noch wichtig ist
Das Interessante daran ist nicht nur der Blick zurück. Persona 3 ist gerade wieder sehr präsent, weil Persona 3 Reload im Februar 2024 erschienen ist. Das Remake gibt es für PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S, Xbox One, Nintendo Switch 2 und PC.
Wenn du Persona erst durch neuere Teile oder durch Reload kennst, wirkt die Reihe vielleicht wie ein klar geplanter Erfolg. Die Aussagen von Wada zeigen aber eher das Gegenteil: Persona 3 war anscheinend ein riskanter Neustart. Das Team durfte beim Design und bei der Oberfläche viel verändern, aber genau deshalb stand auch viel auf dem Spiel.
Wada meinte, dass es bei Persona 3 kaum Bedenken gab, alte Dinge zu verändern. Der Druck war groß, aber das machte den Umbau wohl auch leichter. Wenn eine Reihe sonst sowieso verschwinden könnte, hält man sich weniger an alten Regeln fest.
Persona bleibt weiter im Umbau-Modus
Atlus arbeitet aktuell auch an Persona 4 Revival. Das ist eine neue Version von Persona 4 aus dem Jahr 2008 und der späteren Version Persona 4 Golden von 2012. Der Titel soll am 18. Februar 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC erscheinen.
Damit passt die Aussage zu Persona 3 ziemlich gut in die aktuelle Zeit. Atlus blickt nicht nur auf alte Teile zurück, sondern bringt sie auch wieder neu raus. Gerade deshalb ist spannend, wie knapp es nach Persona 2 offenbar war. Ohne den großen Richtungswechsel von Persona 3 würden Fans heute vielleicht gar nicht über Reload, Revival oder die Zukunft der Reihe reden.