Sony zeigt mit dem FlexStrike und den Pulse Elevate zwei neue PlayStation-Geräte, die sehr verschiedene Probleme lösen sollen. Der eine ist ein kabelloser Fight Stick für Fighting Games. Die anderen sind kabellose Lautsprecher, die sich eher wie ein Headset anfühlen sollen, nur eben ohne Kopfhörer auf dem Kopf.
Das ist eine spannende Kombi, weil beide Geräte stark davon leben, ob sie sich im Alltag wirklich gut anfühlen. Beim Fight Stick zählt jede Eingabe. Bei Lautsprechern zählt, ob der Sound nah genug dran ist und ob das Mikro nicht sofort nervt, sobald im Zimmer etwas los ist.
Wichtig: Das hier ist ein Preview. Die Eindrücke stammen aus kurzen Demos und Vorführungen. Ein längerer Test zu Hause, mit vielen Spielen und über mehrere Tage, ist damit noch nicht ersetzt.
FlexStrike: Funk muss sich wie Kabel anfühlen
Der PlayStation FlexStrike wurde vorher als „Project Defiant“ angekündigt und ist Sonys erster eigener Schritt in diesen Markt. Der Fight Stick soll nicht nur für richtig starke Turnierspieler interessant sein, sondern auch für Leute, die Fighting Games ernsthafter spielen wollen, ohne direkt in die ganz teure Ecke zu gehen.
Der Preis liegt bei 199,99 Euro. Das ist nicht mal eben Kleingeld, aber unter Geräten wie dem Razer Kitsune oder dem Victrix PRO FS Arcade Fight Stick, die im High-End-Bereich deutlich teurer sind. Sony platziert den FlexStrike damit eher als Einstieg in die ernsthaftere Fight-Stick-Welt.
Beim Akku nennt Sony rund 40 Stunden Laufzeit. Für einen kabellosen Stick ist das wichtig, weil niemand mitten in längeren Sessions ständig auf die Batterie schauen will. Noch wichtiger ist aber die Verzögerung. Sony spricht von 4 Millisekunden Latenz. Wenn sich das im Alltag wirklich stabil so anfühlt, ist das für Fighting Games ein starkes Argument.
Falls du Funk trotzdem nicht traust, lässt sich der FlexStrike auch per USB-Kabel verbinden. Außerdem sollen sich mit einem PS-Link-USB-Adapter zwei FlexStrike-Sticks gleichzeitig an einer Konsole nutzen lassen. Das passt gut zu Couch-Duellen, bei denen beide Spieler mit ähnlichem Setup antreten wollen.
Die kleinen Details sind beim Stick wichtig
In den kurzen Matches mit Marvel Tōkon: Fighting Souls soll der FlexStrike vor allem durch sein Gewicht und seine Standfestigkeit positiv aufgefallen sein. Er ist also kein extrem leichtes Teil, das bei schnellen Bewegungen auf dem Schoß verrutscht. Genau das braucht ein Fight Stick, weil du sonst gegen den Controller kämpfst und nicht gegen den Gegner.
Die Tasten liegen klassisch auf der rechten Seite. Beim Druckgefühl gab es in der Demo einen guten Eindruck, und die Eingaben über Stick und Buttons sollen zuverlässig angekommen sein. Das klingt simpel, ist bei so einem Gerät aber der wichtigste Punkt überhaupt. Ein Fight Stick darf cool aussehen, aber am Ende muss jede Bewegung sitzen.
Für Turniere gibt es eine Sperrtaste. Die soll verhindern, dass du aus Versehen falsche Eingaben auslöst. Gerade in Matches, in denen ein falscher Tastendruck eine Runde kosten kann, ist so etwas nicht nur ein nettes Extra.
Auch die Restriktorscheiben lassen sich wechseln. Standardmäßig ist ein Quadrat verbaut. Als Alternativen gibt es ein Oktagon und einen Kreis. Das ist vor allem für Spieler interessant, die bei bestimmten Fighting Games lieber andere Bewegungswege unter dem Stick haben. Kreisförmige Bewegungen, wie sie etwa in Street Fighter 6 wichtig sind, können sich damit anders anfühlen als mit der Standardform.
Zum Lieferumfang gehört außerdem eine Schutztasche, die extra für den FlexStrike gebaut wurde. Innen gibt es eine Form für den Stick und eine Halterung, die den Controller sichern soll. Das klingt nicht spektakulär, ist aber sinnvoll. Wer einen 199,99-Euro-Controller zu Events, Freunden oder Turnieren mitnimmt, will ihn nicht einfach lose in den Rucksack werfen.
Für den FlexStrike wurde der 6. August 2026 als Termin genannt. Am selben Tag soll auch Marvel Tōkon: Fighting Souls erscheinen. Das passt natürlich gut zusammen, weil Sony den Stick direkt mit einem neuen PS5-Fighting-Game zeigen kann.
Pulse Elevate will Headset-Sound ohne Kopfhörer
Die PlayStation Pulse Elevate sind kabellose Lautsprecher, an denen Sony seit ungefähr anderthalb Jahren arbeitet. Die Idee dahinter ist leicht zu verstehen: Du sollst am Schreibtisch oder vor dem Bildschirm einen Sound bekommen, der eher an ein Gaming-Headset erinnert, ohne dass du wirklich ein Headset tragen musst.
Die Lautsprecher richten sich zuerst an PC-Spieler und eine Desktop-Nutzung. Sie lassen sich aber flexibler einsetzen. Du kannst die Boxen von den Ladedocks lösen und woanders hinstellen. Außerdem verbinden sie sich per Bluetooth mit Geräten wie Fernseher, PS5 oder Smartphone. Die Laufzeit soll bei gut 12 Stunden liegen.
In Demos mit Ghost of Yotei und Saros sollen die Pulse Elevate ein volles Klangbild geliefert haben, mit starken Höhen und Tiefen. Besonders praktisch ist, dass sich die Ausrichtung der Boxen verstellen lässt. So geht der Sound eher in Richtung Ohren und nicht einfach geradeaus gegen den Körper.
Technisch setzt Sony auf planare Magnettreiber. Die sollen wegen ihrer dünnen und flexiblen Membran für wenige Verzerrungen sorgen. In der Praxis heißt das: Musik und Spielsound sollen sauberer und räumlicher wirken. Gerade bei Spielen mit starker Atmosphäre oder druckvollem Soundtrack kann das wichtig sein.
Der überraschendste Punkt ist aber vielleicht das eingebaute Mikrofon. In einer Vorführung wurde eine Sprachnachricht aufgenommen, während Musik laut über die Boxen lief. Die Stimme wurde danach klar wiedergegeben, obwohl die Umgebung laut war. Dafür nutzt Sony eine automatische Geräuschunterdrückung. Wenn das auch in normalen Zimmern mit Tastatur, Gesprächen oder Spielsound klappt, wäre das richtig nützlich.
Was noch offen ist
Beide Geräte klingen auf dem Papier ziemlich durchdacht, aber sie müssen noch den Alltagstest bestehen. Beim FlexStrike geht es nicht nur um eine kurze Runde Marvel Tōkon. Wichtig wird, ob die Funkverbindung über längere Sessions stabil bleibt, ob sich die Tasten nach vielen Stunden noch gut anfühlen und ob die verschiedenen Restriktorscheiben wirklich schnell genug gewechselt werden können.
Bei den Pulse Elevate sind die offenen Fragen etwas anders. Wie gut funktioniert der Sound in verschiedenen Räumen? Reichen die 12 Stunden Laufzeit für lange Tage wirklich locker aus? Und wie zuverlässig bleibt das Mikro, wenn nicht nur Musik läuft, sondern mehrere Störgeräusche gleichzeitig dazukommen?
Der FlexStrike wirkt bisher wie Sonys Versuch, Fighting-Game-Fans ein ernstes, aber nicht komplett überteuertes Gerät zu geben. Die Pulse Elevate gehen in eine andere Richtung: mehr Freiheit als ein Headset, aber trotzdem naher Spielsound und ein brauchbares Mikro. Genau daran werden sich beide Geräte messen lassen müssen.