Rayman, Globox und Teensies auf einem roten Drachen in einer bunten Fantasy-Welt
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Rayman Legends Retold: Neue Welt und Drachenflüge im Preview

Von Sven 6 Min. Lesezeit

Rayman Legends Retold bringt nicht nur neue Grafik. Drachenflüge, mehr Stimmen und eine zusätzliche Welt sollen den bekannten Jump’n’Run-Flow erweitern.

Rayman Legends Retold wirkt nach den bisher gezeigten Ausschnitten nicht wie ein Remake, das nur hübscher aussehen möchte. Ubisoft Montpellier und Ubisoft Milan nehmen sich zwar klar das bekannte Fundament von Rayman Legends vor, bauen aber neue Bereiche, frische Musik-Level und 3D-Flugpassagen mit Drachen dazu.

Das ist wichtig, weil Rayman Legends vor allem von seinem Tempo lebt. Wenn ein Remake hier zu viel verändert, kann der Flow schnell kaputtgehen. Wenn es zu wenig verändert, bleibt am Ende nur eine schönere Version eines Spiels, das viele Fans schon kennen. Genau zwischen diesen beiden Punkten scheint Rayman Legends Retold gerade zu stehen.

Bekannte Welten, aber nicht nur alte Wege

Die Preview-Fassung zeigte ausgewählte Abschnitte aus den ersten zwei Welten. Dabei ging es vor allem um Old Teensie Kingdom und The Stinkbog. Von der Geschichte war in diesem Ausschnitt kaum etwas zu sehen. Im Mittelpunkt standen stattdessen die Level, das Sammeln von Lums und Kleinlingen, versteckte Ecken und der schnelle Wechsel zwischen Springen, Kämpfen und kleinen Rätseln.

Das klingt erst einmal sehr nah am Original. Rayman hüpft durch bunte 2D-Abschnitte, sucht Geheimnisse und nutzt den kleinen Helfer Murfy, um Hindernisse zu verändern. Murfy kann zum Beispiel mit Levelobjekten und Gegnern interagieren. Gefräßige Blumen lassen sich so zu Trampolinen machen, Mechanismen öffnen neue Wege und manche Stellen werden dadurch überhaupt erst sinnvoll spielbar.

Spannend ist, dass Ubisoft diesen bekannten Ablauf nicht komplett umbaut. Das Remake scheint verstanden zu haben, dass Rayman Legends nicht wegen einer riesigen Menge an Systemen funktioniert, sondern wegen sehr klarer Levelideen. Du sollst schnell erkennen, was passiert, und dann sauber reagieren. Kleine Rätsel und Sammelobjekte bremsen das Tempo, aber sie reißen dich nicht aus dem Spiel.

Die Drachenflüge verändern den Rhythmus

Die auffälligste neue Idee sind die 3D-Abschnitte auf dem Rücken eines Drachen. In diesen Passagen fliegt Rayman durch ein Level und muss Hindernissen ausweichen. Der Drache kann nach oben, unten, links und rechts gesteuert werden. Größere Hindernisse lassen sich mit Feuerbällen aus dem Weg räumen.

Das ist mehr als nur ein kurzer Kameratrick, weil sich der Rhythmus dabei anders anfühlt als in den normalen Hüpfpassagen. Statt auf Plattformen, Wandläufe und Gegner im 2D-Raum zu achten, geht es um Flugbahnen, Ausweichen und rechtzeitiges Schießen. Nach dem gezeigten Material lockern diese Abschnitte den Ablauf auf, ohne sofort wie ein komplett anderes Spiel zu wirken.

Die große Frage bleibt aber, wie oft solche Drachenflüge im fertigen Spiel auftauchen und wie stark sie später fordern. Einzelne neue Abschnitte können ein Remake frischer machen. Zu viele davon könnten aber genau den Ablauf stören, den Fans am Original mögen. Bis jetzt ist vor allem klar: Ubisoft nutzt die neue Perspektive, um Rayman Legends Retold nicht nur wie eine aufpolierte Neuauflage wirken zu lassen.

Neue Technik mit mehr Tiefe im Bild

Optisch setzt Rayman Legends Retold auf die Snowdrop Engine von Massive Entertainment. Diese Technik kam in den vergangenen Jahren unter anderem bei Tom Clancy’s The Division 2 und Star Wars Outlaws zum Einsatz. Für Rayman ist das natürlich ein ganz anderer Stil, denn hier geht es nicht um realistische Städte oder große Science-Fiction-Orte, sondern um eine bunte, verspielte Welt.

Der neue Grafikstil soll trotzdem nicht einfach glatt und sauber aussehen. Einige Bereiche sind bewusst etwas unperfekt und verlebt gestaltet. Dadurch wirken die Kulissen nicht nur wie schöne Hintergründe, sondern mehr wie Orte, durch die schon etwas passiert ist. Gerade bei einem Jump’n’Run kann das viel ausmachen, weil Level fast immer auch erzählen, wo du gerade bist.

Old Teensie Kingdom und The Stinkbog sollen jeweils ein eigenes Gefühl haben. Das passt gut zu Rayman, weil die Reihe schon immer davon lebt, dass jede Welt schnell erkennbar ist. Wichtig wird im fertigen Spiel, ob die neue Optik die Lesbarkeit der Level unterstützt. Bei einem Plattformer müssen Plattformen, Gegner und Gefahren sofort klar sein. Schöne Details dürfen nicht im Weg stehen.

Was wirklich neu dazukommt

Neben den Drachenflügen plant Ubisoft auch einen neuen Handlungsstrang. Dieser führt in eine zusätzliche sechste und finale Welt namens World of the Livid Dead, auf Deutsch Welt der wütenden Toten. Dieser Bereich war in der gezeigten Fassung noch nicht spielbar. Darum lässt sich noch nicht sagen, wie groß oder wichtig diese Welt im fertigen Spiel wirklich sein wird.

Auch bei den Figuren passiert etwas. Die zehn wichtigsten Charaktere bekommen eigene Sprecher in mehreren Sprachen. Dazu kommen neue Zwischensequenzen, in denen mehr Figuren etwas zu sagen haben. Für Rayman ist das eine interessante Änderung, weil die Reihe oft stark über Bilder, Geräusche und Animationen funktioniert. Mehr Stimmen können der Welt helfen, sie können aber auch den einfachen Charme verändern. Das wird man erst im ganzen Spiel sicher merken.

Neue Musikstücke und zusätzliche Musik-Level sind ebenfalls geplant. Gerade die Musik-Level gehören zu den Teilen, an die sich viele Fans bei Rayman Legends erinnern. Hier muss das Remake also ziemlich genau treffen. Wenn die neuen Level denselben Schwung haben, könnten sie einer der wichtigsten Gründe sein, noch einmal einzusteigen.

Der Koop-Modus bleibt ebenfalls ein Thema. Das Abenteuer soll mit bis zu vier Spielern spielbar sein. Gerade bei Rayman kann das schnell chaotisch werden, aber genau daraus entsteht oft ein großer Teil des Spaßes. Entscheidend ist, ob die neuen Abschnitte, besonders die Drachenflüge, im Zusammenspiel genauso sauber funktionieren wie allein.

Noch offene Punkte vor dem Release

Ein Punkt ist bei der Preview-Fassung noch wichtig: Sie hatte technische Probleme. Vor allem Eingaben wurden zeitweise deutlich verzögert umgesetzt. Für ein Jump’n’Run ist das ein ernstes Thema, weil Sprünge, Ausweichmanöver und Timing direkt davon abhängen. In den Momenten, in denen alles sauber lief, soll das Spielgefühl nah am starken Original gewesen sein. Trotzdem bleibt die Steuerung bis zum Release einer der wichtigsten Punkte.

Rayman Legends Retold soll am 1. Oktober 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC erscheinen. Der Preis liegt bei 39,99 Euro. Bis dahin muss Ubisoft zeigen, dass die neuen Inhalte nicht nur auf einer Feature-Liste gut aussehen, sondern wirklich zum schnellen, klaren und oft ziemlich cleveren Leveldesign passen.

Nach dem bisherigen Material wirkt Rayman Legends Retold am spannendsten, wenn es das Original nicht ersetzt, sondern erweitert. Die bekannten 2D-Level, Murfys Eingriffe, neue Musikabschnitte, mehr Story und die Drachenflüge können zusammen ein Remake ergeben, das vertraut bleibt und trotzdem eigene Gründe liefert. Ob das über das ganze Spiel trägt, hängt jetzt vor allem an der fertigen Steuerung und daran, wie gut die neue Welt in den Rest des Abenteuers passt.

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