Ein Mann mit Cowboyhut und Revolver schaut in Red Dead Redemption Remastered hinter einem Holzzaun hervor. Im Hintergrund stehen Wüstengebäude und Kakteen.
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Red Dead Redemption: Warum Johns Ende spielbar bleiben musste

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

John Marstons Ende war für Rockstar keine einfache Entscheidung. Dan Houser erklärt, warum der Figurenwechsel danach so wichtig war.

Dan Houser hat erklärt, dass Rockstar die heftige Wut mancher Spieler über das Ende von Red Dead Redemption unterschätzt habe. Für ihn blieb der Tod von John Marston trotzdem die richtige Entscheidung. Spannend an seinen Erinnerungen ist vor allem, dass Rockstar damit nicht nur eine Geschichte zu Ende bringen musste: Das Team musste auch lösen, wie ein Open-World-Spiel nach dem Tod seiner Hauptfigur weiterlaufen kann.

Achtung: Der Text verrät entscheidende Ereignisse aus Red Dead Redemption und Red Dead Redemption 2.

John Marston stirbt am Ende des ersten Spiels auf seiner Farm, nachdem er versucht hat, sein früheres Leben hinter sich zu lassen. Dass dieses Ende überhaupt umgesetzt wurde, war laut Houser aber lange keine einfache Sache. Er hatte die Idee mit Lead-Designer Christian Cantamessa besprochen. Cantamessa sei sofort dafür gewesen, Houser selbst habe zunächst gezögert.

Ein Ende musste auch spielbar bleiben

In vielen Open-World-Spielen endet die Hauptgeschichte, während die Spielfigur danach weiter durch die Welt ziehen kann. Offene Aufgaben, Nebenmissionen und Erkundung bleiben erhalten. Bei John Marstons Tod funktionierte dieser übliche Weg nicht mehr.

Rockstar entschied sich deshalb für einen Wechsel: Nach dem Finale übernimmt Johns Sohn Jack die Hauptrolle. Die Handlung springt dafür drei Jahre nach vorn. Das klingt heute vielleicht naheliegend, bedeutete während der Entwicklung aber viele offene Fragen. Houser erinnerte sich besonders daran, dass das Team klären musste, ob Jack technisch als spielbare Figur funktionieren würde und wie bereits gestartete Nebenmissionen mit ihm weitergeführt werden könnten.

Das ist der wichtige Punkt hinter der damaligen Entscheidung. John durfte nicht einfach aus der Geschichte verschwinden, während das Spiel so tat, als wäre nichts passiert. Der Figurenwechsel sorgte dafür, dass das Ende Folgen hat und die offene Welt trotzdem nicht abgeschnitten wird. Für Spieler bleibt also etwas zu tun, aber die Welt fühlt sich nach Johns Tod nicht mehr genau gleich an.

Warum Johns Tod viele Spieler so getroffen hat

Houser sagte, Rockstar sei überrascht gewesen, wie empört einige Fans reagierten. Das Studio habe intern weitgehend geglaubt, dass Johns Tod die richtige Wahl für die Geschichte sei. Die Reaktion zeigte jedoch, wie eng Spieler eine Figur erleben, die sie über viele Stunden selbst steuern.

Bei einem Film schaut man einer Hauptfigur zu. In einem Spiel trifft man mit ihr Entscheidungen, reitet durch die Welt, erledigt Aufgaben und verbringt auch Zeit zwischen den großen Story-Momenten. Gerade bei einer offenen Spielwelt entsteht so leicht das Gefühl, dass diese Figur nicht nur Teil der Handlung ist, sondern der eigene Weg durch das Spiel.

Houser sah die Wut deshalb auch als Zeichen dafür, dass John Marston den Spielern wichtig geworden war. Als Autor hatte er dennoch das Gefühl, dass John sterben müsse, damit die Geschichte das nötige Gewicht bekomme. Das erklärt, warum das Ende nicht wie ein bloßer Schockmoment gedacht war. Es sollte zeigen, dass Johns Vergangenheit und die Ereignisse der Handlung nicht ohne Preis bleiben.

Rockstar griff die Idee später erneut auf

Laut Houser hatte er schon bei mehreren Spielen aus der GTA-Reihe darüber nachgedacht, einen Protagonisten sterben zu lassen. Technische Grenzen hätten das damals aber verhindert. Red Dead Redemption wurde für Rockstar offenbar der Moment, in dem sich dieser erzählerische Schritt mit einem weiterhin funktionierenden Spiel verbinden ließ.

Auch Red Dead Redemption 2 nutzt später eine ähnliche Struktur: Arthur Morgans Geschichte endet tragisch, anschließend steuern Spieler John Marston. Das zeigt, dass Rockstar an der Grundidee festhielt. Der Wechsel der Spielfigur ist dabei mehr als ein Trick, um nach dem Abspann noch Inhalte anzubieten. Er macht sichtbar, dass die Geschichte weitergeht, aber dass die Welt den Verlust ihrer vorherigen Hauptfigur nicht einfach vergessen soll.

Für Fans erklärt Housers Rückblick damit vor allem eines: Die starke Reaktion auf Johns Ende war kein Missverständnis. Sie entstand genau daraus, dass das Spiel seine Figur so lange zum Mittelpunkt der eigenen Reise gemacht hatte.

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