Der neue Resident Evil-Film von Zach Cregger ist deutlich größer gestartet als erwartet. Weltweit nahm die Horrorverfilmung an ihrem ersten Kinowochenende 108,3 Millionen US-Dollar ein. Davon entfielen 60 Millionen US-Dollar auf die USA und 48,3 Millionen US-Dollar auf weitere Märkte.
Damit hat der Film den bislang stärksten Start der gesamten Resident Evil-Kinoreihe hingelegt. Vor dem Wochenende waren deutlich niedrigere Zahlen erwartet worden: Für die USA standen 40 bis 50 Millionen US-Dollar im Raum, weltweit etwa 80 Millionen. Der Neustart liegt also schon nach wenigen Tagen klar über diesen Prognosen.
Ein Rekordstart, der für Sony wichtig ist
Für Sony Pictures ist das Ergebnis vor allem deshalb interessant, weil die Reihe nach Welcome to Raccoon City aus dem Jahr 2021 wieder neu angesetzt wurde. Ein Reboot muss erst beweisen, dass Zuschauer eine weitere Version derselben Marke sehen wollen. Genau diese erste Hürde hat der neue Film offenbar genommen.
Das gemeldete Produktionsbudget liegt bei 75 Millionen US-Dollar. Die Einnahmen an der Kinokasse sind nicht direkt mit den Einnahmen des Studios gleichzusetzen, weil Kinos einen Anteil behalten und weitere Kosten dazukommen können. Trotzdem ist ein weltweiter Start von mehr als 108 Millionen US-Dollar ein starkes Signal. Der Film hat sein Publikum zum Start gefunden, statt nur von einem bekannten Namen zu leben.
Für Fans der Spiele ist noch etwas anderes spannend: Der Film soll sich nicht darauf beschränken, bekannte Figuren und Handlungspunkte abzuhaken. Im Mittelpunkt steht laut den vorliegenden Angaben eher das Gefühl der Vorlage. Das ist bei Resident Evil ein wichtiger Unterschied. Die Spiele leben nicht nur von Monstern und Wiedererkennungswerten, sondern auch von Anspannung, Unsicherheit und dem Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke etwas warten könnte.
Ob dieser Ansatz wirklich der entscheidende Grund für den Erfolg ist, lässt sich mit den ersten Zahlen allein natürlich nicht beweisen. Aber der Start zeigt, dass die neue Ausrichtung zumindest nicht am Publikum vorbeigeht.
Gute Bewertungen treffen auf große Aufmerksamkeit
Auch die aktuellen Wertungen fallen auffällig stark aus. Bei Rotten Tomatoes steht der Film derzeit bei 96 Prozent positiven Kritiken. Die Publikumswertung liegt bei 91 Prozent. Nach diesen Zahlen wäre Creggers Film nicht nur der bestbewertete Resident Evil-Kinofilm, sondern auch die derzeit bestbewertete Live-Action-Verfilmung eines Videospiels.
Solche Werte sind keine Garantie für einen langen Lauf im Kino. Sie können aber helfen, wenn nach dem ersten Wochenende weitere Zuschauer entscheiden müssen, ob sich ein Kinobesuch lohnt. Gerade bei Horrorfilmen kann Mundpropaganda viel ausmachen: Wenn der Film bei Zuschauern gut ankommt, hält sich das Interesse oft länger als bei Produktionen, die nur mit einem starken Auftakt starten.
Der bisherige Spitzenreiter der Filmreihe bleibt Resident Evil: The Final Chapter. Der Film von 2016 spielte insgesamt 312,2 Millionen US-Dollar ein. Der neue Reboot ist von dieser Marke noch entfernt, hat mit 108,3 Millionen US-Dollar aber eine Ausgangslage geschaffen, die weitere Vergleiche überhaupt erst realistisch macht.
Der erste Erfolg ist noch kein endgültiger Beweis
Jetzt kommt es darauf an, wie stark die Einnahmen in den kommenden Wochen zurückgehen. Ein Rekord beim Start bedeutet nicht automatisch, dass auch der Gesamtrekord fällt. Besonders wichtig werden die internationalen Märkte, denn die späteren Filme mit Milla Jovovich waren außerhalb der USA sehr erfolgreich.
Sicher ist bisher nur: Resident Evil läuft seit dem 17. September 2026 in deutschen Kinos, und der neue Film hat die Erwartungen zum Auftakt weit übertroffen. Für die Reihe ist das mehr als eine gute Zahl. Es zeigt, dass eine weitere Kinoadaption offenbar dann Interesse weckt, wenn sie nicht nur bekannte Namen aus den Spielen zeigt, sondern auch die passende Horror-Stimmung treffen will.