Showa American Story ist nach langer Ruhe wieder aufgetaucht: NEKCOM und 4Divinity haben bei der Gamescom Opening Night Live einen neuen Trailer zum postapokalyptischen Action-Rollenspiel gezeigt. Das Material macht vor allem klar, dass das Spiel seinen seltsamen Stil nicht abgeschwächt hat. Zombies, japanisch geprägte US-Städte, schwere Kämpfe und Retro-Arcades stehen weiter direkt nebeneinander.
Einen Veröffentlichungstermin gibt es allerdings noch immer nicht. Fest steht nur: Showa American Story soll für PS5 und PC erscheinen. Für Fans ist der Trailer deshalb eher ein deutliches Lebenszeichen als eine konkrete Release-Ankündigung.
Eine USA, die nicht mehr ganz die USA ist
Die Handlung spielt in einer alternativen Fassung der späten 1980er-Jahre. Japan hat die Vereinigten Staaten dort wirtschaftlich und kulturell stark geprägt. Aus amerikanischer Retro-Kultur und japanischen Einflüssen entsteht eine Welt, die das Spiel als „Japanified America“ versteht.
Das ist mehr als bloße Kulisse. Der Trailer zeigt Orte, deren Namen und Gestaltung diesen Wandel direkt aufgreifen. Los Angeles erscheint als Neo Yokohama, außerdem führt die Reise unter anderem nach San Francisco, Las Vegas und in das frühere Austin, das nun Neo Tokyo #4 heißt. Gleichzeitig ist das Land von einer Zombie-Welle überrannt worden.
Im Mittelpunkt steht Chigusa Choko. Sie kehrt unter ungeklärten Umständen von den Toten zurück und macht sich mit einer eigenwilligen Gruppe auf einen Roadtrip durch Kalifornien und weitere bekannte Regionen der USA. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, was hinter ihrer Wiederbelebung steckt.
Gerade diese Ausgangslage wirkt absichtlich überdreht. Showa American Story versucht offenbar nicht, seine Einfälle besonders nüchtern zu erklären. Stattdessen setzt der Trailer auf eine Welt, in der Neon, alte Autos, japanische Symbolik und Endzeit-Chaos zusammenpassen sollen. Ob die Geschichte diese vielen Ideen gut zusammenhält, lässt sich aus dem gezeigten Ausschnitt noch nicht beurteilen.
Der Kampf soll schnell und ziemlich brutal sein
Beim Gameplay steht Echtzeit-Action im Vordergrund. Choko kämpft gegen Monster und Zombies, weicht Angriffen aus und kann offenbar zum passenden Zeitpunkt kontern. Dazu kommen blutige Abschlussangriffe. Das gezeigte Material legt nahe, dass die Kämpfe schnell sein sollen und nicht nur aus einfachem Zuschlagen bestehen.
Auch die Waffen passen zum Ton des Spiels. Neben Samurai-Schwertern und Schusswaffen nutzt Choko ungewöhnliche Ausrüstung wie einen Bohrer-Arm. Sogar eine amerikanische Flagge kann als Waffe dienen. Diese Mischung erklärt ziemlich gut, worauf Showa American Story hinauswill: Es nimmt die Action ernst genug, damit die Gefechte Druck machen, verbindet sie aber mit bewusst absurden Ideen.
Für Spieler ist dabei wichtig, dass die Gewalt kein kleiner Randaspekt ist. Der Trailer zeigt Kämpfe gegen ganze Gruppen von Gegnern und rückt deren Härte deutlich in den Mittelpunkt. Wer vor allem ein ruhiges Rollenspiel mit leichter Retro-Optik erwartet, dürfte hier also falsch liegen.
Zwischen Roadtrip und Arcade-Pause
Abseits der Kämpfe soll Erkundung ebenfalls eine Rolle spielen. Der Roadtrip führt nicht einfach von einer Arena zur nächsten, denn in den besuchten Städten warten auch Minispiele und Retro-Arcade-Automaten. Zusätzlich lassen sich Chokos Werte durch tägliche Aktivitäten verbessern.
Das könnte dem Spiel einen eigenen Rhythmus geben. Nach intensiven Gefechten wären die kleineren Beschäftigungen nicht nur Ablenkung, sondern eine Möglichkeit, die Welt abseits der Monster besser kennenzulernen. Wie umfangreich diese Teile am Ende werden und ob sie wirklich mehr sind als kurze Unterbrechungen, bleibt offen.
Der neue Trailer beantwortet also nicht jede Frage. Er zeigt aber deutlich, dass Showa American Story weiter auf seinen ungewöhnlichen Mix setzt, statt sich nach der langen Pause vorsichtiger zu geben. Jetzt fehlt vor allem die Nachricht, wann dieser wilde Roadtrip tatsächlich starten kann.