Für den Einstieg in The Witcher 3: Songs of the Past reicht es aus, die Hauptgeschichte des Rollenspiels beendet zu haben. Die bisherigen Erweiterungen sind keine Pflicht. Damit können auch Spieler direkt in Geralts neues Abenteuer wechseln, die mit The Witcher 3 Remastered neu angefangen haben und nach dem Kampf gegen die Wilde Jagd nicht erst weitere Zusatzgeschichten abschließen möchten.
Ganz ohne Bedeutung bleibt die bisherige Reise allerdings nicht. Songs of the Past spielt zeitlich nach Blood and Wine und berücksichtigt, ob diese Erweiterung abgeschlossen wurde. Fool’s Theory will diese Vorgeschichte unter anderem in Gesprächen und späteren Folgen innerhalb der Handlung aufgreifen. Es gibt somit zwei gültige Wege in die neue Geschichte: einen schnellen Einstieg nach dem Hauptspiel und einen stärker verknüpften Übergang über Toussaint.
Blood and Wine ist keine Zugangssperre
Die wichtigste Information betrifft die Voraussetzungen. Laut Karolina Kuzma-Rokosz, Creative Vision Director bei Fool’s Theory, lässt sich Songs of the Past unmittelbar nach dem Ende der Hauptgeschichte beginnen. Weder Heart of Stone noch Blood and Wine müssen vorher durchgespielt werden.
Das ist vor allem für Rückkehrer und neue Spieler praktisch. Sie müssen nicht sämtliche früheren Inhalte nachholen, nur um die neue Erweiterung freizuschalten. Wer vor allem wissen möchte, wie es nach der Hauptgeschichte weitergeht, soll diesen Weg ohne zusätzlichen Umweg wählen können.
Die zeitliche Reihenfolge wird dadurch nicht verändert. Inhaltlich setzt Songs of the Past weiterhin nach den älteren Erweiterungen an. Das Spiel soll aber offenbar mit unterschiedlichen Ausgangslagen umgehen können, statt einen abgeschlossenen Spielstand aus Blood and Wine zwingend vorauszusetzen.
Frühere Entscheidungen verändern Details
Wer Blood and Wine bereits beendet hat, erhält eine stärker auf den eigenen Verlauf abgestimmte Fortsetzung. Fool’s Theory nennt Dialoge und Konsequenzen als Bereiche, in denen sich dieser Unterschied zeigen soll. Auch Ereignisse aus Toussaint können demnach wieder aufgegriffen werden.
Wie weit diese Abweichungen reichen, ist noch nicht genau beschrieben. Bestätigt ist deshalb nicht, dass sich die gesamte Handlung in verschiedene Richtungen teilt. Sicher ist nur, dass der Abschluss von Blood and Wine erkannt und in Songs of the Past weitergeführt werden soll. Die Entwickler unterscheiden also zwischen notwendigen Voraussetzungen und zusätzlichen erzählerischen Verbindungen.
Das passt besonders zum Ausgangspunkt der Erweiterung. Nach Blood and Wine wollte sich Geralt eigentlich zurückziehen. In Songs of the Past wird dieser Ruhestand unterbrochen, als Rittersporn seinen Freund um Hilfe bittet. Geralt soll ihn nach Letten begleiten, der alten Heimat des Barden. Spieler, die Geralts vorherigen Lebensabschnitt bereits gestaltet haben, sollen Spuren dieser Entscheidungen in der neuen Geschichte entdecken.
Welcher Einstieg sinnvoll ist
Wer Songs of the Past möglichst schnell spielen möchte, braucht sich wegen ausgelassener Erweiterungen keine Sorgen zu machen. Das Ende der Hauptgeschichte genügt. Der neue Inhalt soll also nicht hinter vielen weiteren Stunden in älteren Zusatzabenteuern versteckt sein.
Für einen möglichst zusammenhängenden Verlauf bietet sich Blood and Wine trotzdem vorher an. Nicht, weil es technisch erforderlich wäre, sondern weil Geralts geplanter Ruhestand dort vorbereitet wird und die neue Erweiterung genau an diesem Punkt ansetzt. Dazu kommen angepasste Gespräche sowie noch nicht näher erklärte Folgen früherer Entscheidungen.
Songs of the Past soll im kommenden Jahr erscheinen. Bis dahin bleibt die entscheidende Frage offen, wie groß die Unterschiede zwischen beiden Spielständen tatsächlich ausfallen. Fool’s Theory verspricht erkennbare Reaktionen auf Blood and Wine, nennt bislang aber weder konkrete Szenen noch den Umfang der veränderten Inhalte.