Geralt von Riva sitzt in einer Naturlandschaft mit einer Burgruine im Hintergrund und blickt zur Seite.
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Songs of the Past: Wie frisch spielt sich The Witcher 3 noch?

Von Sven 4 Min. Lesezeit

The Witcher 3 bekommt 2026 ein kostenloses Remaster. Songs of the Past soll 2027 zeigen, ob die neuen Kämpfe und Letten auch als frisches Abenteuer funktionieren.

The Witcher 3: Wild Hunt bekommt am 29. September 2026 ein kostenloses Remaster für Besitzer des Spiels. Gleichzeitig arbeitet CD Projekt RED an Songs of the Past, einer neuen Erweiterung für 2027. Der wichtige Punkt dabei: Das Remaster soll offenbar nicht nur hübschere Bilder liefern. Die gezeigten Änderungen an Animationen, Kampf und Fähigkeiten fließen auch in Geralts neues Abenteuer ein.

Das könnte mehr sein als ein weiterer Anlass, eine bekannte Open World erneut zu besuchen. Die Präsentation deutet darauf hin, dass CD Projekt RED an Stellen ansetzt, die ein älteres Rollenspiel im direkten Vergleich mit heutigen Spielen besonders schnell verraten: Bewegungen, Licht und das Tempo der Kämpfe. Ob das über viele Stunden wirklich trägt, war in der gezeigten Demo aber noch nicht zu prüfen.

Ein neues Gebiet statt eines kleinen Nachschlags

Songs of the Past spielt nach Blood and Wine und führt Geralt nach Letten. Die Region war bisher nicht Teil von The Witcher 3 und soll als eigene offene Welt funktionieren. Das ist für die Erweiterung wichtiger als eine bloße neue Questreihe: Letten bekommt damit die Chance, einen eigenen Rhythmus und eigene Orte zu haben, statt nur bekannte Karten mit zusätzlichen Aufgaben zu füllen.

Die Reise beginnt offenbar wegen Rittersporn. In seiner Familie gab es einen Trauerfall, und Geralt soll nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Bei einem Essen mit Rittersporns Großmutter Astrid Lettenhove und seiner Cousine Lilla fehlt der Barde jedoch. Daraus entwickelt sich die eigentliche Suche.

Die ersten Szenen wechseln dabei zwischen lockerem Ton und einer deutlich unheimlicheren Richtung. Geralt wacht nach einer durchzechten Maifeier auf, sucht Rittersporn und gerät zunächst an einen Mann, der dessen Laute an sich genommen hat. Später führt ihn der Weg mit Lilla in den Dornengarten. Diese Mischung passt gut zu The Witcher: Gespräche und schräge Situationen können direkt neben ernsten oder gefährlichen Momenten stehen, ohne dass die Welt komplett ihren Ton verliert.

Letten selbst wirkt in den gezeigten Aufnahmen zunächst ruhig und freundlich. Architektur und Landschaft orientieren sich an Großbritannien und Südpolen. Der Dornengarten bei Nacht sieht dagegen völlig anders aus: zerstörte Bereiche, wuchernde Pflanzen und ein riesiger Vollmond machen klar, dass dort etwas nicht stimmt. Gerade dieser Ortswechsel könnte spannend werden, weil die Erweiterung nicht nur über Dialoge, sondern auch über ihre Umgebung erzählen kann, dass in Letten mehr verborgen liegt.

Das Remaster soll man auch im Kampf merken

Die stärksten Hinweise auf die Überarbeitung stecken im Kampfsystem. In der Demo wirkte Geralt beweglicher als im ursprünglichen Spiel. Ausweichmanöver und neue Abläufe lassen ihn mehr wie einen erfahrenen Schwertkämpfer aussehen, während die Kämpfe insgesamt etwas schneller ablaufen sollen.

Das ist wichtig, weil The Witcher 3 zwar viele Stärken hat, sich seine Kämpfe heute aber nicht automatisch so frisch anfühlen wie seine Geschichten. Schnelleres Ausweichen allein würde noch keine große Veränderung bedeuten. Wenn Animationen und Treffer besser zusammenpassen, kann der Kampf aber direkter werden, ohne dass Geralt plötzlich wie eine ganz andere Figur spielt.

Neu ist außerdem ein Haken an einer Kette. In der gezeigten Szene zieht Geralt damit Swarmion genannte Zombie-Wesen zu sich heran, um sie anschließend anzugreifen. Der Haken kann wohl auch Schwachstellen markieren. Das klingt nach einer Waffe, die Kämpfe etwas aktiver machen könnte: Statt nur auf Abstand zu bleiben, holt Geralt Gegner heran oder bereitet gezielte Treffer vor.

Auch die Fähigkeiten werden überarbeitet. Es soll neue Fertigkeiten sowie angepasste Talente geben. Der Einblick in den Fähigkeitenbildschirm war allerdings sehr kurz. Deshalb ist noch offen, ob sich dadurch nur einzelne starke Optionen ändern oder ob Spieler ihre Figur wirklich anders bauen können als bisher.

Schöneres Licht ist nur ein Teil der Aufgabe

Im Dornengarten zeigte das Material neue Licht- und Schatteneffekte, Raytracing und weitere technische Verbesserungen. Vor allem die Nachtaufnahmen profitieren davon. Dunkle Pflanzen, Ruinen und Mondlicht können viel stärker wirken, wenn die Beleuchtung nicht nur hellere Flächen zeigt, sondern die Wege durch den Garten tatsächlich schwerer lesbar macht.

Nicht alles sah schon gleich stark aus. Bei den Haaren fiel noch auf, dass sie nicht immer mit den übrigen Details mithalten. Das ist kein kleines Detail, weil Figuren und Gespräche bei The Witcher 3 einen großen Teil der Stimmung ausmachen. Trotzdem wirkt der Unterschied zum alten Grundgerüst deutlich genug, dass Songs of the Past nicht wie ein bloßer Zusatz aus einer früheren Generation aussehen soll.

Die Präsentation hatte eine klare Grenze: Sie war nicht spielbar. Es lässt sich also noch nicht sagen, wie sich die neuen Bewegungen steuern, wie sinnvoll der Kettenhaken im normalen Spiel eingesetzt wird oder wie gut die neue Region abseits der gezeigten Szenen funktioniert. Auch zum genauen Aufbau der neuen Fähigkeiten gab es zu wenig Material.

Trotzdem ist die Richtung klar. Songs of the Past setzt nicht nur auf Geralts Rückkehr und eine neue Geschichte mit Rittersporn. Die Erweiterung nutzt das Remaster, um an Kampf und Technik zu drehen. Wenn Letten als offene Welt genug eigene Geheimnisse und Aufgaben mitbringt, könnte das genau die Art von Rückkehr werden, bei der ein bekanntes Rollenspiel nicht einfach nur älter aussieht, sondern sich auch etwas anders spielt.

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