Sony bleibt bei seinem Plan: Neue PlayStation-Spiele sollen ab Januar 2028 nicht mehr auf Disc erscheinen. Das ist besonders bitter für alle, die sammeln, verleihen oder einfach gern ein Spiel im Regal stehen haben.
Neu ist jetzt die Reaktion aus dem Unternehmen. Bei den aktuellen Quartalszahlen machte Finanzchefin Lin Tao klar, dass Sony die Kritik zwar wahrnimmt, bisher aber keinen Schaden fürs Geschäft sieht. Heißt kurz gesagt: Die Proteste sind laut, aber sie ändern den Kurs gerade nicht.
Was Sony jetzt sagt
Lin Tao erklärte, dass Sony die starken Reaktionen aus der Community mitbekommen habe. Physische Spiele hängen für viele Fans an Erinnerungen, Sammelleidenschaft und dem Gefühl, ein Spiel wirklich zu besitzen. Diese Emotionen verstehe man, sagte sie laut GamesRadar.
Spannend ist aber der zweite Teil der Aussage. Sony will zwar weiter prüfen, wie Spieler in ein künftiges digitales System eingebunden werden. Konkrete Details dazu nannte Tao aber nicht.
Beim wichtigsten Punkt blieb sie sehr klar: Im Moment sieht Sony keine negativen Folgen für das eigene Geschäft. Für Fans, die auf einen schnellen Rückzieher gehofft haben, ist das wahrscheinlich die härteste Nachricht.
Warum der Protest schwer durchkommt
Die Kritik ist nicht klein. Es gibt Petitionen, Boykottaufrufe und viele wütende Beiträge in sozialen Netzwerken. Trotzdem trifft das Sony offenbar nicht an der Stelle, die für so eine Entscheidung am meisten zählt: beim Geld.
Ein wichtiger Grund ist der digitale Markt. Laut den genannten Daten werden inzwischen mehr als 80 Prozent aller PlayStation-Spiele digital gekauft. Wenn die meisten Käufe sowieso im Store passieren, wirkt ein Disc-Stopp für Sony weniger riskant.
Auch die Größe der Plattform macht Boykotte schwierig. Die PlayStation hat mehr als 120 Millionen aktive Nutzer. PS Plus liegt bei ungefähr 50 Millionen Abos. Selbst wenn viele Menschen sehr laut protestieren, muss daraus erst ein wirklich großer wirtschaftlicher Druck werden.
Der Branchenanalyst Dr. Serkan Toto von Kantan Games rechnete vor, dass selbst 500.000 gekündigte PS-Plus-Abos nur einen kleinen Teil ausmachen würden. Das zeigt ziemlich gut das Problem: Für einzelne Fans ist der Verlust von Discs riesig. Für Sony sieht die Rechnung bisher anders aus.
Was als Nächstes geplant ist
Die Community gibt trotzdem nicht auf. Unter dem Namen „PSBlackout“ soll ab dem 23. August 2026 eine Woche lang auf die Nutzung der Konsole verzichtet werden. Damit wollen Fans zeigen, dass der Ärger nicht nur aus Kommentaren besteht.
Ob Sony das wirklich spürt, ist aber offen. Solange Käufe im PlayStation Store stabil bleiben und Abos nicht massenhaft wegfallen, hat Sony wenig Grund, den Plan zu stoppen.
Für Spieler ist die Nachricht deshalb wichtig, auch wenn 2028 noch nicht direkt vor der Tür steht. Wer Discs kauft, sammelt oder gebrauchte Spiele nutzt, bekommt jetzt ziemlich klar gesagt: Sony hört die Kritik, aber der digitale Kurs bleibt erstmal stehen.