Ein futuristischer Speeder rast mit leuchtenden Triebwerken durch eine felsige Schlucht.
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Star Wars: Galactic Racer im Test: Starkes Tempo, zu wenige Strecken

Von Alex 6 Min. Lesezeit

Die Roguelite-Kampagne macht selbst Niederlagen nützlich. Star Wars: Galactic Racer ist schnell und macht Spaß, fährt aber zu oft über dieselben Strecken.

Star Wars: Galactic Racer will nicht erst mit einer langen Geschichte überzeugen. Es schickt dich schnell auf die Strecke, lässt dich driften, andere Fahrzeuge rammen und immer wieder entscheiden, wann ein Boost noch sicher ist und wann er dich in eine Wand schickt. Genau das funktioniert richtig gut.

Der Racer von Fuse Games verbindet schnelle Arcade-Rennen mit einer Kampagne, die nach einem Scheitern nicht einfach vorbei ist. Stattdessen beginnt eine neue Saison, während Fortschritt für das eigene Fahrzeug bleibt. Das ist eine starke Idee, weil Niederlagen nicht nur frustrieren, sondern auch beim nächsten Versuch etwas verändern. Schade ist nur, dass die wenigen Planeten und Strecken dadurch irgendwann umso bekannter werden.

Jede Saison ist ein neuer Versuch

In der Kampagne spielt man den früheren Kurierfahrer Shade. Er will in die intergalaktische Rennliga und soll dort den Champion Kestar Bool ausschalten. Die Geschichte ist dabei klar nicht der Grund, warum Galactic Racer hängen bleibt. Shade bleibt blass, und auch die anderen Figuren bekommen nicht genug Zeit, damit ihre Auftritte mehr als nette Star-Wars-Anspielungen werden. Mechanikerin Hibi wirkt noch interessanter, aber die Handlung entwickelt sich insgesamt kaum weiter.

Viel wichtiger ist, was nach einem Fehlschlag passiert. Wer verschrottet wird oder etwa ein Qualifikationsfinale nicht schafft, startet die Saison neu. Der Weg durch die Tour darf dabei selbst gewählt werden. Das allein wäre noch keine große Sache, aber die Punkte aus dem vorherigen Durchlauf bleiben erhalten. Damit lassen sich Grundeigenschaften des Fahrzeugs verbessern, neue Teile freischalten und Aspekte wie Fahrerstile oder Gefallen erweitern.

Das macht die Kampagne überraschend motivierend. Ein schlechter Run fühlt sich nicht komplett verloren an, weil er beim nächsten Versuch neue Möglichkeiten öffnet. Außerdem kann zum Start einer Tour das Fahrzeug gewechselt werden. Farblich lässt sich der Racer anpassen, und auch Shade kann optisch verändert werden.

Die Idee passt besser zum Spiel als die Story. Galactic Racer erzählt nicht besonders viel über seine Figuren, gibt aber einen guten Grund, noch eine Saison anzufangen. Für ein Rennspiel ist das ein kluger Antrieb.

Drei Fahrzeuge, drei Arten durch Kurven zu kommen

Auf der Strecke zeigt Galactic Racer seine beste Seite. Die Rennen sind schnell, laut und auf Zusammenstöße gebaut. Crashes erinnern deutlich an Burnout: Gegner können durch Rempler ausgeschaltet werden, und ein eigener Fehler kann ebenfalls das Ende des Rennens bedeuten. Die optionalen Takedown-Wiederholungen sehen zwar spektakulär aus, können aber auch stören. Wer nach einem Crash sofort weiterfahren will, verliert durch die Kamera leicht die Orientierung.

Wichtiger ist, dass sich die drei Fahrzeugtypen nicht bloß anders anhören, sondern wirklich anders fahren:

  • Landspeeder sind die unkomplizierte Klasse. Sie lenken ähnlich wie Sportwagen, halten im direkten Duell mehr aus und kommen mit Drifts gut durch Kurven.
  • Speeder Bikes sind sehr schnell, aber bei Remplern anfällig. Ihr Kinetikschub hilft dabei, aus Kurven heraus besonders stark zu beschleunigen.
  • Skim-Speeder sind ebenfalls flott und sehr beweglich, liegen aber unruhiger auf der Strecke. Mit dem Messer-Drift lassen sich enge Kurven schärfer nehmen.

So kann man nicht einfach immer dasselbe Fahrzeug wählen und erwarten, dass es überall gleich funktioniert. Das Speeder Bike belohnt Tempo und saubere Linien, bestraft aber Fehler im Getümmel. Der Landspeeder ist robuster. Der Skim-Speeder verlangt mehr Kontrolle, kann dafür aber bei engen Strecken helfen.

Dazu kommen zwei Arten von Schub. Der Nachbrenner lädt sich durch Drifts auf und ist der verlässliche Standardboost. Der Ramjet ist gefährlicher: Hält man ihn zu lange, überhitzt er. Kurz vor diesem Punkt bringt er aber die beste Leistung. Deshalb geht es in vielen Rennen nicht nur darum, eine Kurve gut zu erwischen. Du musst auch wissen, ob ein weiterer Moment mit aktivem Ramjet dich nach vorn bringt oder den ganzen Lauf kaputtmacht.

Die Veranstaltungen dauern meist nur drei bis fünf Minuten. Das ist eine gute Länge für dieses Tempo. Ein Rennen hat kaum Leerlauf, und ein Sieg auf den letzten Metern kann sich richtig stark anfühlen.

Starkes Tempo, manchmal schlechte Orientierung

Galactic Racer sieht laut Testmaterial sehr gut aus und nutzt seine Star-Wars-Orte vor allem für schnelle, gefährliche Rennstrecken. An Wracks von Sternenzerstörern vorbeizurasen oder durch enge Tunnel neben Lavaströmen zu fliegen, gibt den Kursen mehr als nur eine andere Kulisse. Gerade bei diesem Tempo müssen die Strecken aber auch klar lesbar sein.

Das klappt nicht immer. Abzweigungen sind teilweise schwer zu erkennen, und die Kurvenmarkierungen helfen nicht zuverlässig genug. In den ersten Stunden führt das schnell zu Kollisionen mit Wänden. Bei einem Spiel, in dem ein Crash sogar zur Verschrottung führen kann, nervt das besonders. Es ist ein Unterschied, ob man wegen eines riskanten Manövers scheitert oder weil der nächste Weg zu spät sichtbar wird.

Trotzdem entsteht aus diesem Risiko auch die Spannung des Spiels. Enge Passagen, hohe Geschwindigkeit und die Möglichkeit, sich mit einem Crash alles zu ruinieren, sorgen dafür, dass Rennen Konzentration verlangen. Galactic Racer ist kein ruhiger Kart-Racer, bei dem man entspannt ein paar Runden dreht. Es will, dass du drückst, driftest und Fehler vermeidest.

Die Kampagne dauert je nach Schwierigkeit und eigenen Fähigkeiten etwa acht bis zehn Stunden. Der Mehrspielermodus war während des Tests noch nicht spielbar und kann deshalb nicht bewertet werden.

Die Wiederholung hilft und bremst zugleich

Der größte Haken steckt genau in dem System, das die Kampagne erst interessant macht. Es gibt sechs Planeten mit unterschiedlichen Biomen und Streckenvarianten: Jakku, Tatooine, Ando Prime, Lantaana, Crait und Sentinel One. Das sind nicht besonders viele Orte, wenn man durch die wiederholten Saisonstarts immer wieder auf ihnen unterwegs ist.

Zwar lernt man so Abkürzungen und gefährliche Stellen sehr gut kennen. Für Spieler, die ihre Zeiten verbessern und Kurse meistern wollen, kann das sogar Spaß machen. Wer vor allem oft neue Strecken sehen möchte, merkt aber wahrscheinlich nach einiger Zeit, dass sich Aufgaben und Orte wiederholen.

Immerhin beeinflussen die Biome mehr als nur die Optik. Auf den Eisebenen von Ando Prime sorgt Kälte dafür, dass der Ramjet nicht seine volle Leistung bringt und das Fahrzeug einfrieren kann. Heiztunnel entfernen diese Effekte. Solche Ideen machen die Planeten spielerisch unterscheidbarer.

Neben der Kampagne gibt es Szenarien mit fest vorgegebenen Fahrzeugen, Piloten und Strecken sowie einen Arcade-Modus für einzelne Events. Das ist nützlich, wenn du nicht sofort eine ganze Saison starten willst. Es löst aber nicht komplett das Problem, dass der Streckenpool überschaubar bleibt.

Star Wars: Galactic Racer fährt mit seinem Fahrgefühl klar nach vorn. Die Roguelite-Kampagne gibt Niederlagen einen Sinn, die drei Fahrzeugtypen spielen sich unterschiedlich genug, und die Rennen sind kurz, schnell und voller Risiko. Die schwache Geschichte fällt kaum ins Gewicht, solange man auf der Strecke ist. Mehr Abwechslung bei Planeten und Kursen hätte dem Spiel aber gutgetan, denn gerade ein Neustart-System zeigt besonders deutlich, wenn man dieselben Wege zu oft fahren muss.

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