Ein Starfield 2 hält der frühere Lead Systems Designer Kurt Kuhlmann für sehr unwahrscheinlich. Eine offizielle Entscheidung von Bethesda gibt es dazu nicht. Kuhlmanns Einschätzung ist trotzdem interessant, weil er nicht nur über fehlenden Erfolg spricht, sondern auch darüber, was ein zweiter Teil besser machen müsste.
Kuhlmann arbeitete an Starfield und verließ Bethesda nach dessen Veröffentlichung. In einem Gespräch mit FRVR sagte er, er wäre von einer Fortsetzung überrascht. Seiner Ansicht nach war das Spiel nicht erfolgreich genug, um einen zweiten Teil zu rechtfertigen.
Die Aussage ist keine offizielle Absage
Wichtig ist: Bethesda selbst hat kein Starfield 2 angekündigt, aber auch nicht ausgeschlossen. Kuhlmann spricht als ehemaliger Entwickler und gibt seine eigene Sicht auf die Lage wieder. Daraus wird noch keine feste Entscheidung.
Trotzdem nennt er einen Punkt, den viele Spieler an großen Rollenspielen kennen: Ein Spiel kann viele gute Ideen haben, ohne dass sie am Ende richtig zusammenarbeiten. Kuhlmann glaubt, dass ein möglicher Nachfolger näher an der ursprünglichen Vorstellung hinter Starfield hätte liegen können, wenn das Team aus dem ersten Spiel gelernt hätte.
Das ist keine Behauptung, dass ein zweiter Teil automatisch besser geworden wäre. Es zeigt aber, warum die Diskussion für Fans mehr ist als nur die Frage nach einer Fortsetzung. Es geht auch darum, welche Ideen in einem riesigen Weltraum-Rollenspiel wirklich wichtig sein sollten.
Viele Freiheiten brauchen einen gemeinsamen Zweck
Kuhlmann beschreibt Starfield als sehr ambitioniert. Planeten frei bereisen, überall landen, Raumschiffe modular bauen und Außenposten errichten: Jedes dieser Systeme kann für sich spannend sein. Sein Kritikpunkt lautet aber, dass sie nicht immer stark genug mit Missionen und Handlung verbunden seien.
Besonders nennt er die Außenposten. Das Bauen von Basen sei als einzelnes System interessant, habe aber nur schwer Anschluss an die Geschichte und die Aufgaben gefunden. Dadurch könne sich so ein Feature anfühlen, als stünde es neben dem eigentlichen Spiel statt mitten darin.
Genau hier liegt die spannende Lehre aus seiner Aussage. Große Freiheit allein reicht nicht, wenn Spieler kaum merken, warum eine Aktivität für ihren Weg durch die Welt wichtig ist. Ein Nachfolger hätte also nicht unbedingt noch mehr Planeten oder noch mehr Bauoptionen gebraucht. Wichtiger wäre gewesen, die vorhandenen Systeme enger zu verbinden.
Bethesda will Starfield laut Lead Creative Producer Tim Lamb weiterhin langfristig unterstützen und zu einem zeitlosen Bethesda-Klassiker machen. Für Fans heißt das: Neue Inhalte für das bestehende Spiel bleiben das konkrete Thema. Bei Starfield 2 gibt es dagegen weiterhin nur Spekulationen und nun die skeptische Einschätzung eines früheren Entwicklers.